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Kommunalbefragungen – Ausgewählte Ergebnisse

Faktenblätter mit Ergebnissen der Kommunalbefragungen zu ausgewählten Aspekten der Struktur und Ausgestaltung sowie der Zusammenarbeit verschiedener Akteure in den Netzwerken

Die folgenden Faktenblätter enthalten ausgewählte Ergebnisse der Kommunalbefragungen zu verschiedenen Fragestellungen:

  • 47,7 % der Kommunen haben eine Steuerungsgruppe für Frühe Hilfen eingerichtet. Deren kommunalpolitische Bedeutung ist sehr unterschiedlich.
  • In 52,8 % der Kommunen werden Frühe Hilfen in kommunalen Planungen berücksichtigt. 
  • In 33,7 % der Kommunen wurden Ziele für Frühe Hilfen in der Jugendhilfeplanung festgehalten. 
  • Im Bereich der Kooperation und Abstimmung von Frühen Hilfen mit der Jugendhilfe- und Gesundheitsplanung gibt es einen hohen Entwicklungsbedarf. 
  • In 27,5 % der Kommunen wurden Frühe Hilfen bislang evaluiert, fast immer ohne Beteiligung von Eltern.

  • Im gesamten Bundesgebiet wurden die strukturellen Voraussetzungen für einen flächendeckenden Ausbau von Netzwerken Frühe Hilfen geschaffen.
  • Für die Vernetzung verantwortliche Koordinierungsstellen gibt es in fast allen Kommunen. Sie sind mit beruflich erfahrenen und fachlich gut ausgebildeten Fachkräften besetzt. Zum Teil sind sie jedoch unterausgestattet.
  • Der Anteil an Kommunen mit verbindlichen Vereinbarungen für die Netzwerkarbeit ist seit 2013 angestiegen.
  • Der von den Kommunen wahrgenommene Entwicklungsbedarf im Bereich Netzwerkaufbau ist deutlich zurückgegangen. Jedoch wird weiterhin ein erheblicher Bedarf an Profilbildung und Qualitätsentwicklung der Netzwerke gesehen.

  • In drei Viertel der befragten Kommunen ist mindestens eine kinderärztliche Praxis in die fallübergreifende Zusammenarbeit von Netzwerken Frühe Hilfen eingebunden.
  • Vor allem die Einbindung von gynäkologischen Praxen konnte in den letzten Jahren verbessert werden. Sie sind jedoch erst in der Hälfte der Kommunen vertreten.
  • Einen deutlichen Entwicklungsbedarf gibt es insbesondere bei psychiatrischen bzw. psychotherapeutischen und hausärztlichen Praxen.
  • Über zwei Drittel der Kommunen bieten interdisziplinäre Fortbildungen an.
  • Die Verbesserung der Kooperation von Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe stellt weiterhin ein zentrales Ziel dar, das flächendeckend verfolgt wird.

  • Die Einbindung von Geburtskliniken in die fallübergreifende Kooperation von Netzwerken Frühe Hilfen gelingt in 76,9 % der Kommunen.
  • Die Verbreitung von Projekten zur Angebotsvermittlung in Geburtskliniken in Frühe Hilfen hält weiter an. Hingegen stagniert der Einsatz von standardisierten Instrumenten zur Einschätzung von psychosozialen Belastungen und Risiken.
  • Die Einbindung von Akteuren der stationären psychiatrischen bzw. psychotherapeutischen Gesundheitsversorgung ist bislang nur in wenigen Kommunen gelungen. Hier besteht verstärkter Handlungsbedarf.

  • Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist der zentrale Partner der Jugendämter bei der Steuerung von Frühen Hilfen.
  • Gesundheitsämter sind in Deutschland nahezu flächendeckend in die fallübergreifende Zusammenarbeit der Netzwerke Frühe Hilfen eingebunden.
  • Die Ansiedelung von Koordinierungsstellen für Netzwerke und den Einsatz von Gesundheitsfachkräften in den Frühen Hilfen bei Gesundheitsämtern wird kaum genutzt.
  • Der Anteil an Kommunen mit Angeboten des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes für Säuglinge und Kinder bis drei Jahre liegt bei 37,8 % und ist rückläufig.

  • Das Angebot der längerfristigen aufsuchenden Betreuung und Begleitung besteht in 87,9 % der Kommunen. In fast allen Kommunen wird es von Familienhebammen und Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-innen durchgeführt.
  • Trotz der Ausweitung des Angebotes fehlen geschätzt 375,25 Vollzeitäquivalente für eine bedarfsgerechte Versorgung.
  • Der Mangel an Fachkräften ist das größte Problem, aber auch fehlende finanzielle Mittel stellen ein Hindernis für den Ausbau dar.
  • Koordinierungsstellen für den Einsatz von Gesundheitsfachkräften wurden bundesweit etabliert und die Einführung von Instrumenten der Qualitätsentwicklung ausgeweitet.
  • Bei der konzeptionellen Gestaltung des Übergangs von Frühen Hilfen zu weiterführenden Unterstützungsleistungen besteht Entwicklungsbedarf.

  • Netzwerke für Frühe Hilfen und/oder Kinderschutz sind bundesweit etabliert, Schwerpunktsetzungen und Präventionsverständnis variieren jedoch. Die Verzahnung von Netzwerken mit unterschiedlichen Zuschnitten und Aufträgen sowie die Klärung der Zuständigkeiten sind in 84 % der befragten Kommunen ein Entwicklungsziel.
  • In knapp 60 % der Kommunen wurden Vereinbarungen zur verbindlichen Zusammenarbeit im Netzwerk Frühe Hilfen abgeschlossen. In rund 50 % der Kommunen beziehen sich die Vereinbarungen auf Regelungen zum Vorgehen bei gewichtigen Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung.
  • Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) ist häufigster (ca. 83 %) und wichtigster Netzwerkpartner in Fragen des Kinderschutzes, in knapp 17 % der Kommunen ist eine Kinderschutzambulanz im Netzwerk Frühe Hilfen verfügbar.
  • 27,5 % der Koordinierungsstellen des Netzwerks Frühe Hilfen sind in den Jugendämtern im oder nah am ASD angesiedelt und gut ein Drittel aller Koordinierungs­stellen nimmt Beratungsaufgaben im Rahmen von Gefährdungseinschätzungen nach § 8b SGB VIII bzw. § 4 KKG wahr.
  • Drei Viertel der Koordinierungsstellen für den Einsatz von Gesundheitsfachkräften beraten und begleiten die Fachkräfte bei Anzeichen für eine Kindeswohlgefährdung.
  • Gesundheitsfachkräfte werden in 40 % der Kommunen auch in den Hilfen zur Erziehung eingesetzt. Hier besteht ein fachlicher Entwicklungsbedarf bezüglich der konzeptionellen Gestaltung des Übergangs von Frühen Hilfen zu weiterführenden Unterstützungsleistungen.

  • Im Bereich der Frühen Hilfen halten mittlerweile drei von vier der befragten Kommunen Unterstützungsangebote mit Ehrenamtlichen vor. Dies stellt einen leichten Zuwachs von ca. fünf Prozent seit 2013 dar.
  • Am weitesten verbreitet sind Angebote mit sogenannten Familienpatinnen und -paten.
  • In vier von fünf Kommunen entsprechen die geförderten Angebote den Qualitätskriterien der Bundesinitiative Frühe Hilfen: Sie sind in das lokale Netzwerk integriert und die Ehrenamtlichen werden von Fachkräften begleitet und angeleitet.
  • Qualitätsentwicklungsbedarf besteht weiterhin insbesondere bei der Gestaltung der Schnittstelle der Angebote zum institutionellen Kinderschutz.

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