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Daten zum Stand der Frühen Hilfen in Deutschland

Daten aus NZFH-Studien liefern umfassende Erkenntnisse, um Stand und Entwicklung der Frühen Hilfen in Deutschland anhand verschiedener Indikatoren zu beschreiben. Nach Themen sortiert und als Antworten auf zentrale Fragestellungen sind hier Ergebnisse des Monitorings Frühe Hilfen zusammengefasst.

Grundlage sind zentrale Studien des NZFH aus der Begleitforschung zur Bundesstiftung Frühe Hilfen. Für den Zeitraum 2021 bis 2023 bündelt der zweite Wissenschaftliche Bericht zur Bundesstiftung Frühe Hilfen zentrale Ergebnisse in Form einer Online-Publikation.

Die Daten zum Stand der Frühen Hilfen werden hier laufend aktualisiert.

Bedarfe von Familien

(zuletzt aktualisiert am 05.09.2023)
  • Ein Indikator für die soziale Lage einer Familie ist Armut. Eine Definition für Armut ist der Bezug staatlicher Leistungen zur Grundsicherung. 10,3 Prozent aller Familien haben in den letzten 12 Monaten staatliche Leistungen zur Grundsicherung bezogen. 
  • In den ersten Jahren mit einem Kind kann die Eltern-Kind-Interaktion belastet sein: 32,2 Prozent der befragten Eltern berichteten von "Schwierigkeiten im Einfühlungsvermögen".
  • 5,9 Prozent der Eltern berichteten von Symptomen, die auf eine klinisch relevante Depression oder Angststörung hinweisen.
  • 25,9 Prozent der befragten Familien wiesen keine Belastungsfaktoren auf. Demgegenüber lebten 21,3 Prozent mit vier und mehr unterschiedlichen Belastungen.
  • Von den Familien in Armut wiesen fast die Hälfte (46,4 Prozent) vier und mehr unterschiedliche Belastungen auf.

Weitere Informationen zur Verbreitung von Belastungen und Ressourcen

(zuletzt aktualisiert am 02.09.2025)
  • Das Klinikpersonal bzw. Ärztinnen und Ärzte geben für die meisten psychosozialen Belastungen von Familien an, dass sie in Klinik oder Praxen grundsätzlich gut wahrgenommen werden können.
  • Zu den Belastungen, die bei besonders vielen Familien bzw. Müttern und Vätern wahrgenommen werden, gehören
    • Anzeichen für starke Erschöpfung: 
      • Gynäkologie 19,4 Prozent
      • Pädiatrie 12,7 Prozent
    • niedriger Bildungsstand der (werdenden) Eltern: 
      • Gynäkologie 15,1 Prozent 
      • Pädiatrie 17,2 Prozent
    • Verständigungsschwierigkeiten aufgrund geringer Deutschkenntnisse:
      • Gynäkologie 11,9 Prozent
      • Geburtsklinik 25,4 Prozent 
      • Pädiatrie 14,3 Prozent
    • Anzeichen für Armut in den Familien: 
      • Geburtsklinik 13,2 Prozent
      • Pädiatrie 12,2 Prozent
  • Bei etwa 8 Prozent der Familien nehmen Gynäkologinnen und Gynäkologen eine psychosoziale Gesamtbelastung wahr, die bedeutsam für die gesunde weitere Entwicklung des Kindes ist. In den Geburtskliniken liegt dieser Anteil bei 14,8 Prozent. Pädiaterinnen und Pädiater sehen bei etwa 14 Prozent der Familien eine bedeutsame Gesamtbelastung.

Weitere Informationen zu Familialen Belastungen aus Sicht von Gesundheitsakteuren

Angebote für Familien

(zuletzt aktualisiert am 13.07.2026)
  • Der am weitesten in Deutschland verbreitete Angebotstyp in den Frühen Hilfen ist die Längerfristige aufsuchende Betreuung und Begleitung von Familien durch Fachkräfte in den Frühen Hilfen (LaB). Sie wurde 2024 in 97,5 Prozent der Kommunen angeboten. 
  • Angebote der Frühen Hilfen, in denen Freiwillige in den Frühen Hilfen eingesetzt werden, gab es 2024 in fast drei Viertel der Kommunen (73,2 Prozent). In Großstädten gab es diesen Angebotstyp in nahezu jeder Kommune (89,7 Prozent), in sehr ländlichen Kommunen weniger häufig (65,0 Prozent).
  • Zudem gibt es Angebote der Frühen Hilfen für spezifische Zielgruppen. Am häufigsten gab es 2024 spezifische Angebote für (werdende) alleinerziehende Mütter und Väter (in 47 Prozent der Kommunen), gefolgt von spezifischen Angeboten für (werdende) Eltern mit psychischer Erkrankung (40,6 Prozent). Angebote für spezifische Zielgruppen sind in städtisch geprägten Kommunen weiter verbreitet als in ländlich geprägten Kommunen.

Weitere Informationen zur Verbreitung von Angebotstypen

(zuletzt aktualisiert am 21.09.2023)
  • Die Daten zur Angebotsnutzung decken den Zeitraum der Corona-Pandemie ab. Viele Angebote standen den Eltern nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung.
  • Das Angebot der Längerfristigen aufsuchenden Betreuung und Begleitung durch eine Gesundheitsfachkraft (LaB) wurde trotz der insgesamt eingeschränkten Verfügbarkeit von 10,1 Prozent der Familien genutzt. Weitere 31,8 Prozent kannten das Angebot, aber nutzten es nicht. 58,0 Prozent kannten das Angebot nicht. 
  • Die Wochenbettbetreuung durch eine Hebamme ist ein universell zugängliches Angebot, das sich an alle Eltern richtet. Dementsprechend wurde es besonders häufig genutzt (von 82,1 Prozent der Familien). 
  • 10,3 Prozent der Familien nutzten die Schwangerschaftsberatung.
  • Jeweils mehr als die Hälfte aller Familien kannten aufsuchende Angebote nicht (Längerfristige aufsuchende Betreuung und Begleitung durch eine Gesundheitsfachkraft, ehrenamtliche Besuche und Willkommensbesuche). 

Weitere Informationen zur Erreichbarkeit von Familien: Kenntnis und Nutzung von Angeboten

(zuletzt aktualisiert am 05.09.2023)
  • 14,5 Prozent der Familien, die in Armut leben, haben die Längerfristige aufsuchende Betreuung und Begleitung durch eine Gesundheitsfachkraft (LaB) genutzt. Damit wurden Familien in Armutslagen besser erreicht als Familien ohne Armut (9,5 Prozent). 
  • Familien in Armut nutzten auch die Schwangerschaftsberatung mit 26,6 Prozent deutlich häufiger als Familien ohne Armut (8,4 Prozent). 43,8 Prozent der Familien ohne Armut war das Angebot gar nicht bekannt (gegenüber 30,7 Prozent der Familien in Armutslagen).
  • Universell zugängliche Angebote wie etwa die Wochenbettbetreuung durch eine Hebamme erreichen insgesamt sehr viele Familien. Familien in Armutslagen nutzten dieses Angebot mit 62,7 Prozent seltener als Familien ohne Armut (84,3 Prozent). Dies liegt sowohl daran, dass Familien in Armutslagen dieses Angebot häufig nicht kannten, als auch daran, dass sie es trotz Kenntnis nicht nutzten.
  • Ähnliche Zusammenhänge zeigen sich auch bei universellen Angeboten der Familienbildung. So wurden Eltern-Kind-Gruppen von Eltern ohne Armut doppelt so häufig genutzt wie von Eltern in Armutslagen (42,3 gegenüber 19,1 Prozent).

Weitere Informationen zur Kenntnis und Nutzung von Angeboten durch Familien in Armutslagen

(zuletzt aktualisiert am 13.07.2026)

Aus Sicht von Kommunen

  • Im Jahr 2017 gab es in 85,2 Prozent aller Kommunen in Deutschland eine Kontakt- und Vermittlungsstelle für Frühe Hilfen, an welche sich Eltern, aber auch Fachkräfte kooperierender Einrichtungen und Dienste wenden konnten, wenn ein Unterstützungsbedarf bei einer Familie in den Bereich der Frühen Hilfen fiel.
  • Einen Lotsendienst, der Familien niedrigschwellig informiert, berät und bei Bedarf weiterleitet, gab es im Jahr 2024 in 73,6 Prozent aller Kommunen in Kooperation mit mindestens einer Geburtsklinik, in 42.4 Prozent der Kommunen in Kooperation mit mindestens einer Kinderklinik und in 39,5 Prozent in Kooperation mit mindestens einer pädiatrischen Praxis. Seit Ende 2020 ist der Anteil an Kommunen mit diesen Lotsendiensten zurückgegangen.

Weitere Informationen zur Verbreitung von Vermittlungsstellen und Lotsendiensten aus Sicht von Kommunen

Lotsendienste in Geburtskliniken

  • In 67 Prozent der Geburtskliniken mit mehr als 300 Geburten pro Jahr war 2024 ein Lotsendienst eingerichtet oder konkret in Planung.

Weitere Informationen zur Verbreitung von Lotsendiensten in Geburtskliniken

Interprofessionelle Kooperation und Vernetzung

(zuletzt aktualisiert am 07.07.2026)
  • Netzwerke Frühe Hilfen haben sich vor allem bis 2015 bundesweit etabliert und sind seitdem in fast jeder Kommune mit einem Jugendamt vorhanden.
  • 2024 gab es in Deutschland 914 Netzwerke Frühe Hilfen in 559 Kommunen. 
  • Dabei hatten mehr als drei Viertel der Kommunen (80,1 Prozent) genau ein Netzwerk Frühe Hilfen, während die anderen Kommunen mehrere Netzwerke hatten.

Weitere Informationen zur Verbreitung von Netzwerken Frühe Hilfen

(zuletzt aktualisiert am 10.07.2026)
  • Seit 2013 konnten wichtige Akteure aus verschiedenen, für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern wichtigen Versorgungssystemen in die fallübergreifende Arbeit der Netzwerke Frühe Hilfen eingebunden werden.
  • Schwangerschaftsberatungsstellen (2024: 98,2 Prozent), Familienhebammen/Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegende (2024: 94,9 Prozent) sowie Erziehungs-/Ehe-/Familien- und Lebensberatungsstellen (2017: 92,8 Prozent) waren zuletzt in nahezu jeder Kommune in die Netzwerke Frühe Hilfen eingebunden.
  • Von 2020 bis 2024 verzeichnete die Einbindung von wichtigen Akteuren zur Versorgung von Eltern mit psychischen Erkrankungen und/oder Suchterkrankungen eine geringere Verbreitung, so zum Beispiel von Suchtberatungsstellen (-9,9 Prozentpunkte) oder Abteilungen/Kliniken für Erwachsenenpsychiatrie bzw. -psychotherapie (-4,3 Prozentpunkte). Dahingegen nahm insgesamt die Kooperation mit Netzwerkpartnern aus der Kinder- und Jugendhilfe zu, so zum Beispiel mit Familienzentren (+6,7 Prozentpunkte) oder Familienbildungsstätten (+6,6 Prozentpunkte). 

Weitere Informationen zu Kooperationspartner in den Netzwerken Frühe Hilfen

(zuletzt aktualisiert am 10.07.2026)
  • Im Rahmen des Netzwerks Frühe Hilfen gab es 2024 in gut zwei Drittel aller Kommunen (67,8 Prozent) regelmäßige interdisziplinäre Fortbildungen, in knapp der Hälfte (47,6 Prozent) interdisziplinäre Besprechungen (anonymisierter) Einzelfälle.
  • Im Moderationstandem geleitete interprofessionelle Qualitätszirkel gab es 2024 nur in wenigen Kommunen (14,2 Prozent). Die weniger aufwendige Form der Information über Frühe Hilfen im Rahmen von ärztlichen Qualitätszirkeln war fast doppelt so weit verbreitet (28 Prozent).
  • Insgesamt sind bei der Verbreitung interprofessioneller Kooperationsformen seit 2015 nur wenige Veränderungen zu verzeichnen.

Weitere Informationen zur Verbreitung interprofessioneller Kooperationsformen

(zuletzt aktualisiert am 05.09.2023)
  • 81,9 Prozent der niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte und 52 Prozent der niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen kennen mindestens ein Angebot der Frühen Hilfen. 
  • Die Mehrheit der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der Gynäkologie und Pädiatrie nehmen die Frühen Hilfen als eine Entlastung für ihre berufliche Tätigkeit wahr.
  • 13,9 Prozent der niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen, denen Frühe Hilfen bekannt sind, nehmen an den Treffen des lokalen Netzwerks Frühe Hilfen teil. 
  • 37,5 Prozent der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Kinderarztpraxen haben schon einmal an einem Treffen des lokalen Netzwerks Frühe Hilfen teilgenommen.
  • Von 71 Prozent der Geburtskliniken nehmen Mitarbeitende an Treffen der lokalen Netzwerke Frühe Hilfen teil oder planen eine Teilnahme.
  • 37,5 Prozent der niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzte und 14,5 Prozent der niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen haben schon einmal an einem Qualitätszirkel zur Verbesserung der Versorgung psychosozial belasteter Familien teilgenommen.

Weitere Informationen zu Kooperationspartnern aus dem Gesundheitswesen 

Personal

(zuletzt aktualisiert am 13.07.2026)
  • In Deutschland gab es zum 15.12.2024 993 Netzwerkkoordinierende für Frühe Hilfen. Das Personalvolumen betrug rund 52 Vollzeitäquivalente.
  • Die durchschnittlich pro Kommune zur Verfügung stehenden Netzwerkkoordinierenden sind von 1,6 Personen 2013 auf 1,8 Personen 2017 angestiegen und seitdem bis 2024 gleichgeblieben.
  • Die durchschnittlich pro Kommune zur Verfügung stehenden Vollzeitaquivalente sind von 0,88 im Jahr 2013 auf 0,99 im Jahr 2024 angestiegen.

Weitere Informationen zu Personalvolumen von Netzwerkkoordinierenden

(zuletzt aktualisiert am 10.07.2026)
  • Das erfasste Gesamtvolumen an Gesundheitsfachkräften in der Längerfristigen aufsuchenden Betreuung und Begleitung für Familien in den Frühen Hilfen (LaB) stieg in den vergangenen Jahren stetig bis auf rund 606 Vollzeitäquivalente im Jahr 2024 an.
  • Im Mittel waren zum 15.12.2024 pro Kommune 5,4 Gesundheitsfachkräfte mit in Summe 1,52 Vollzeitstellen im Einsatz. 

Weitere Informationen zum Personalvolumen in der Längerfristigen aufsuchenden Betreuung und Begleitung

Finanzierung

(zuletzt aktualisiert am 18.01.2024)
  • Bundesweit setzten sich im Jahr 2022 die Etats für Frühe Hilfen im Durchschnitt zu 47,3 Prozent aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen zusammen. Kommunale Mittel machten 41,0 Prozent aus, Landesmittel 8,3 Prozent. Mittel aus anderen Quellen waren nur vereinzelt bei der Finanzierung enthalten.
  • Der durchschnittliche Anteil der Mittel der Bundesstiftung Frühe Hilfen an der Finanzierung der Frühen Hilfen war in den ostdeutschen Bundesländern mit Berlin (59,6 Prozent) größer als in den westdeutschen Bundesländern (45,0 Prozent).
  • Die deutlichste Veränderung zwischen 2017 und 2022 zeigt sich beim durchschnittlichen Anteil der kommunalen Mittel in ostdeutschen Bundesländern, der um 9,1 Prozentpunkte gestiegen ist.

Weitere Informationen zur Finanzierung der Frühen Hilfen

(zuletzt aktualisiert am 04.10.2023)
  • Bundesweit wurden die Netzwerkkoordinierungsstellen Frühe Hilfen im Jahr 2020 im Durchschnitt zu 40,3 Prozent aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen finanziert. Kommunale Mittel machten 48,1 Prozent aus. Landesmittel spielten bei der Finanzierung der Netzwerkkoordinierungsstellen Frühe Hilfen im Jahr 2020 eine kleine Rolle, Mittel aus anderen Quellen waren vereinzelt bei der Finanzierung enthalten.
  • Der durchschnittliche Anteil der Mittel der Bundesstiftung Frühe Hilfen an der Finanzierung der Netzwerkkoordinierungsstellen ist in den ostdeutschen Bundesländern mit Berlin (67,1 Prozent) wesentlich größer als in den westdeutschen Bundesländern (34,7 Prozent).

Weitere Informationen zur Finanzierung der Netzwerkkoordination

(zuletzt aktualisiert am 04.10.2023)
  • Bundesweit wurde die Längerfristige aufsuchende Betreuung und Begleitung von Familien in den Frühen Hilfen im Jahr 2020 im Durchschnitt zu 56,5 Prozent und damit zum größten Anteil aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen finanziert.
  • Kommunale Mittel spielten bei der Finanzierung ebenfalls eine große Rolle. Landesmittel und sonstige Mittel waren bundesweit im Jahr 2020 für die Finanzierung kaum relevant.
  • Der durchschnittliche Anteil der Mittel aus der Bundesstiftung an der Finanzierung war im Jahr 2020 in den ostdeutschen Bundesländern mit Berlin (73,9 Prozent) wesentlich größer als in den westdeutschen Bundesländern (53,2 Prozent).

Weitere Informationen zur Finanzierung der Längerfristigen aufsuchenden Betreuung und Begleitung