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Evaluation der Willkommensbesuche

Die bundesweite Evaluation der Willkommensbesuche liefert Daten über Angebotsstrukturen und Wirkung der Willkommensbesuche als Angebot der Frühen Hilfen. Die Ergebnisse zeigen auch, wie unterschiedliche Praxismodelle, inhaltliche Schwerpunkte und die Bewertung durch Eltern zusammenhängen.

Eltern bewerten Willkommensbesuche als wertschätzend und hilfreich. Das ist ein zentrales Ergebnis der bundesweiten Evaluation der Willkommensbesuche des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Sie zeigt zudem, dass Kommunen bei den Besuchen vor allem über niedrigschwellige Angebote informieren, etwa in Familien- oder Stadtteilzentren (66 Prozent) oder Eltern-Kind-Gruppen (70 Prozent).

Große Unterschiede zeigt die Evaluation bei der Inanspruchnahme des Besuchsangebots je nach Ansprache der Eltern: Wenn Eltern einen konkreten Terminvorschlag erhalten, kommen bis zu 90 Prozent der Besuche zustande. Müssen die Eltern proaktiv einen Besuchswunsch äußern, sind es nur 15 Prozent.

Ergebnisse zum Nachlesen

Zwei Faktenblätter fassen die Evaluationsergebnisse zusammen (Stand 2026):

Die Ergebnisse der grundlegenden Recherche hat das NZFH im Jahr 2023 als Band 16 der Reihe "Materialien zu Frühen Hilfen" veröffentlicht.

In dem Synthesebericht vom Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH (ISG) steht der Vergleich unterschiedlicher kommunaler Ansätze im Fokus:

Hintergrund und Forschungsbedarf

Bislang lagen wenig Erkenntnisse über Willkommensbesuche vor, welche unterschiedlichen Modelle bundesweit existieren und in welchen zentralen Kriterien sie sich unterscheiden. Wenig erforscht war zudem die Frage, wie Eltern Willkommensbesuche erleben und welche Effekte die Besuche im Kontext Früher Hilfen entfalten können. Das NZFH hat dazu das Forschungsprojekt mit mehreren Modulen durchgeführt: eine bundesweite Recherche, vertiefende Fallstudien in mehreren Kommunen und die Zusammenführung der Erkenntnisse.

Steckbrief

Projektteam

Ilona Renner, NZFH, BIÖG
Juliane van Staa, NZFH, BIÖG
Gordana Marijan, NZFH, BIÖG
Maarweg 149-161
50825 Köln
Zum Kontaktformular

Datenerhebung

ISG - Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH

Zeitraum

Projektlaufzeit: August 2020 bis November 2023

Auswertungszeitraum: 2021 bis 2026

Zielgruppe

  • Eltern mit neugeborenen Kindern 
  • Fachkräfte und Ehrenamtliche, die Willkommensbesuche in den Familien durchführen 
  • Vertretende von Trägern der Willkommensbesuche

Ziele

Zentrale Aspekte und Forschungsfragen:

Organisation, Ziele, Umsetzung 

  • Welche unterschiedlichen Modelle der Willkommensbesuche existieren bundesweit?
  • Nach welchen zentralen Kriterien unterscheiden sie sich? 
  • Welche Unterschiede lassen sich bei den verschiedenen Modellen hinsichtlich der folgenden Aspekte feststellen?

 Inanspruchnahme, Information, Beratung, Vermittlung

  • Welche Familien werden mit dem Angebot erreicht und welche Barrieren stehen einer Inanspruchnahme entgegen?  
  • Was erwarten Familien von den Willkommensbesuchen?  
  • Welchen (langfristigen) Nutzen haben Willkommensbesuche für die Zielgruppe?  
  • Wie wird verfahren, wenn beim Willkommensbesuch ein Unterstützungsbedarf der Familie wahrgenommen wird?

Willkommensbesuche und Frühe Hilfen 

  • Welchen Stellenwert haben Willkommensbesuche im kommunalen Gesamtkontext Früher Hilfen? 
  • Wie sind Willkommensbesuche in das kommunale Netzwerk Frühe Hilfen eingebunden?
  • Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Willkommensbesuche als Angebot der Frühen Hilfen wirken?

Stichproben

Erreichte Fallzahlen (über alle 9 Fallkommunen)

Quantitative Befragungen:

  • 618 Eltern, die einen Besuch in Anspruch genommen haben
  • 239 Eltern ohne Besuch
  • Nachbefragung von 145 Eltern mit Inanspruchnahme des Besuchs
  • 145 Personen, die Willkommensbesuche in den Familien durchführen

Qualitative Erhebungen:

  • 21 Vertretende von Trägern der Willkommensbesuche
  • 27 Personen, die Willkommensbesuche in den Familien durchführen
  • 2 Fokusgruppen mit Eltern aus Köln und Hamburg

Methodik/Design

Modul 1: Recherche und Auswahl der Fallkommunen

  • Bundesweite Recherche zu Modellen der Willkommensbesuche und Definition zentraler Unterscheidungskriterien.
  • Auswahl der Fallkommunen, die möglichst unterschiedliche Modelle der Willkommensbesuche repräsentieren.

Modul 2: Fallstudien in 9 Kommunen im Mixed-Methods-Design:

In jeder Fallkommune:

  • Dokumenten- und Datenanalyse 
  • Qualitative Interviews mit Vertretenden der Träger und mit Personen, die Willkommensbesuche durchführen 
  • Quantitative Interviews mit Eltern, die Willkommensbesuche wahrgenommen oder nicht wahrgenommen haben und mit Personen, die Willkommensbesuche durchführen 
  • Nach ca. 6 Monaten: Telefonische Nachbefragung von Eltern, die einen Willkommensbesuch wahrgenommen haben 

Modul 3: Synthese

  • Zusammenführung, Systematisierung und Vergleich der Ergebnisse aus den Fallstudien 
  • Beantwortung der zentralen Forschungsfrage nach Unterschieden zwischen den Modellen sowie Gelingensbedingungen der Willkommensbesuche