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Arbeit und Begleitung der Familien

Praktische Empfehlungen zur Arbeit mit Familien im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, zum Kinderschutz und zur Arbeitsorganisation im Netzwerk und der Kommune

Gesundheitsfachkräfte (GFK) in den Frühen Hilfen sollen Familien gerade in belastenden Lebenslagen betreuen. Durch umfassende Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden Familien innerhalb kurzer Zeit erheblichen Veränderungen ausgesetzt. Insbesondere für Familien, die sich zuvor schon in einer Belastungssituation befunden haben, steigt der Druck und der Bedarf an Beratung und Hilfe nimmt zu. Den Kontakt aufrecht zu erhalten, ist daher eine wesentliche Unterstützung für die Familien.

Viele Einschränkungen dauern noch an und werden nur langsam gelockert. Gesetzliche Vorgaben und Regelungen werden häufig befristet getroffen oder gegebenenfalls aktualisiert. Je nach Zuständigkeit sind sie bundesweit einheitlich, gelten auf Länderebene oder nur kommunal.

 

Empfehlungen für Gesundheitsfachkräfte und Antworten auf häufige Fragen

(zuletzt aktualisiert 22.06.2020)

Die Möglichkeiten und Regelungen zur aufsuchenden Betreuung sind regional unterschiedlich und insbesondere abhängig von dem aktuellen Ausbruchsgeschehen vor Ort. Im Zweifelsfall sollte die Entscheidung für einen Hausbesuch unter Berücksichtigung der Regelungen des örtlichen Gesundheitsamtes und immer in Absprache mit der koordinierenden Stelle (z. B. Netzwerkkoordination) erfolgen.

Face-to-Face-Beratung muss unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln sowie den Regelungen des örtlichen Gesundheitsamtes stattfinden. Auch Treffen im Freien sind möglich.

Ein aufsuchender Besuch im häuslichen Umfeld der Familien sollte auf keinen Fall erfolgen, wenn ein Familienmitglied oder die Gesundheitsfachkraft (GFK) nachweislich an Covid-19 erkrankt ist, sich in häuslicher Quarantäne befindet oder Symptome einer Infektion aufweist.

Wichtig: Die Entscheidung für einen Hausbesuch im Falle einer Krise trifft die Gesundheitsfachkraft individuell und freiwillig. Persönliche und gesundheitliche Gründen seitens der GFK sind zu respektieren.

(zuletzt aktualisiert 20.04.2020)

Der Hebammenverband hat Informationen zur Betreuung von Frauen in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett für Hebammen veröffentlicht unter:
https://www.hebammenverband.de/aktuell/nachricht-detail/datum/2020/03/24/artikel/befristete-sonderregelungen-fuer-die-zeit-der-covid-19-pandemie/

(zuletzt aktualisiert 03.04.2020)

Wichtig ist es, den Kontakt zu den Familien zu halten, auch wenn Besuche bei einer Familie nicht erlaubt oder möglich sind.

Fachkräfte können Familien durch regelmäßigen telefonischen Kontakt oder Video-Gespräche weiterhin unterstützen.

(zuletzt aktualisiert 22.06.2020)

Gesundheitsfachkräfte der Frühen Hilfen sind verpflichtet, den Betreuungsverlauf vollständig zu dokumentieren. Unabhängig davon, wie die Beratung durchgeführt wurde: persönlich, telefonisch oder schriftlich, auch per Chat.

Die dokumentierten Informationen dienen der rechtlichen Absicherung der Gesundheitsfachkraft und der Abrechnung. Bei einer Überleitung der Familien in weiterführende Unterstützungsangebote können sie wichtige Informationen liefern.

In der Dokuvorlage2020 des NZFH können Gesundheitsfachkräfte die verschiedenen Beratungsarten dokumentieren: im Verlaufsbericht mit TK = Telefonkontakt, K = anderer Kontakt (z. B. E-Mail, SMS, Messenger) sowie unter Art des Handelns: TB = Telefonberatung. Die Formulare der neuen digitalen Dokumentationsvorlage können Fachkräfte hier herunterladen: Dokuvorlage2020

(zuletzt aktualisiert 22.06.2020)

Zur Unterstützung der telefonischen Beratung, kann es hilfreich sein, den Familien zusätzlich Informationen oder Materialien zuzusenden. Wenn die Familie einer Zusendung per E-Mail zustimmt, kann die Fachkraft sie als PDF mailen. Wenn die Familie keine E-Mail erhalten möchte oder keinen Computer oder Drucker besitzt, ist eine Zusendung per Post möglich.

Gut zu wissen: Viele Materialien des NZFH stehen zum Herunterladen zur Verfügung. Eine Übersicht der Materialien, die auch zur Weitergabe an Eltern geeignet sind, finden Sie hier: https://www.fruehehilfen.de/service/publikationen/materialien-fuer-eltern-und-familien

Das Internetangebot www.elternsein.info des NZFH wendet sich direkt an Mütter, Väter und alle weiteren Personen, die Kinder erziehen oder betreuen.

(zuletzt aktualisiert 22.06.2020)

Sie können Familien immer auch auf alternative Beratungsmöglichkeiten hinweisen: die Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e. V. www.bke-elternberatung.de und das Elterntelefon 0800 111 0 550 der "Nummer gegen Kummer e. V." sind bundesweit etabliert und kostenlos erreichbar. Als Kooperationspartner des NZFH informieren sie auch zu Frühen Hilfen und vermitteln bei Bedarf an passende und regionale Unterstützungsangebote. Beide Anbieter haben ihre Beratungskapazitäten wegen der Ausbreitung des Coronavirus ausgebaut.

Das NZFH hat unter www.elternsein.info/coronazeiten-beratung-jetzt-fuer-eltern eine Übersicht an professionellen und ehrenamtlichen kostenlosen Telefon- und Online-Beratungen für Eltern und Schwangere veröffentlicht, die teilweise auch außerhalb der Dienstzeit von Beratungsstellen zur Verfügung stehen.

Auch mit einer Postkarte können Sie Eltern über diese Angebote informieren. Das NZFH stellt diese Akteuren in den Frühen Hilfen kostenlos zur Verfügung: https://fruehehilfen.de/postkarte-starke-nerven

Übrigens...

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie können die notwendigen Ausbildungen als Beraterin oder Berater bei allen Beratungsangeboten des Dachverbands Nummer gegen Kummer e. V. zurzeit nicht stattfinden. Wer sich bei der "Nummer gegen Kummer" ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich gern bei den Standorten vor Ort melden. Die Kontaktdaten der Standorte sind über die Geschäftsstelle von Nummer gegen Kummer e. V. erhältlich unter info(at)nummergegenkummer.de, Tel. 0202 259059-0

(zuletzt aktualisiert 22.04.2020)

Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V. (DIJuF) gibt Antwort zur Nutzung moderner Kommunikationsmittel wie Messenger-Diensten, Internet-Video-Telefonie oder sozialen Netzwerken in der Kommunikation mit Eltern: https://www.dijuf.de/coronavirus-faq.html#datFAQ1

Die externe Datenschutzbeauftragte der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e. V. (bke), Corinna Gekeler, hat Informationsblätter zum Datenschutz in Corona-Zeiten erstellt. Sie enthalten Empfehlungen für die Erziehungs- und Familienberatungsstellen, insbesondere zum Homeoffice. Das NZFH dankt der Autorin und der bke für die Bereitstellung der Dokumente.

Datenschutz in Corona-Zeiten, Teil 1 (Kommunikationswege): bke-Datenschutz-Corona.pdf (155 KB)

Datenschutz in Corona-Zeiten, Teil 2 (Arbeitsmittel): bke-Datenschutz-Corona-Teil2-Arbeitsmittel.pdf (158 KB)

Das Institut für E-Beratung der Fakultät Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Nürnberg hat Handlungsempfehlungen zur kurzfristigen Umsetzung von Onlineberatung erstellt: www.e-beratungsinstitut.de/handlungsempfehlungen-in-der-corona-krise/

(zuletzt aktualisiert 03.04.2020)

Dr. Joachim Wenzel, Stephanie Jaschke und Emily Engelhardt haben für die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e. V. (DGSF) eine Handreichung zur Krisenberatung per Telefon und Video in Zeiten von Corona erstellt. Krisenberatung-am-Telefon-und-per-Video-in-Zeiten-von-Corona-2020-03-27-VS-1-1.pdf (360 KB)

(zuletzt aktualisiert 06.04.2020)

Der Paritätische Gesamtverband gibt Tipps und Informationen zu Tools für die digitale Zusammenarbeit, zum Beispiel im Homeoffice: https://www.der-paritaetische.de/schwerpunkt/digitalisierung/webzeugkoffer/

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine Liste zertifizierter Anbieter von Videotelefonie veröffentlicht unter: https://www.kbv.de/html/videosprechstunde.php

Die EU-Initiative klicksafe informiert über Kosten, Datenschutz und Privatsphäre ausgewählter Dienste für Messenger (Wire, Chiffry), Videotelefonie (Jitsi Meet) und Terminfindung (Nuudel): https://www.klicksafe.de/service/aktuelles/news/detail/tipps-zur-digitale-kommunikation/

Die Verbraucherzentrale hat verschiedene Messenger-Dienste angeschaut und bewertet unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/datenschutz/whatsappalternativen-messenger-im-ueberblick-13055

Das Deutsche Rote Kreuz hat eine Übersicht an Tools fürs Homeoffice erstellt und dabei auf Datenschutz, Kosten und Beschränkungen geachtet. Zu den geprüften Tools gehören u. a. Videokonferenzen, Videotelefonie, Telefonkonferenzen, Projektmanagement und Messenger.
https://drk-wohlfahrt.de/sonderseiten/soziale-innovation-digitalisierung/werkzeuge/

(zuletzt aktualisiert 20.04.2020)

In Zeiten von Besuchsverboten und Quarantäne-Maßnahmen ist die Erteilung einer Schweigepflichtentbindung, beispielsweise bei der Vermittlung einer Familie von einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt in die Angebote der Frühen Hilfen, auf dem üblichen Weg nicht immer möglich.

Grundsätzlich stellt die Schweigepflichtentbindung eine Einwilligung in eine Datenübermittlung dar. In welcher Form dies geschieht, ist nicht festgelegt. Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V. (DIJuF) gibt auf seiner Internetseite ausführliche Hinweise, was dabei zu beachten ist: 
https://www.dijuf.de/coronavirus-faq.html#datFAQ4

Die Schweigepflichtentbindung des NZFH ist als PDF-Datei zum Herunterladen und Ausdrucken verfügbar – in Deutsch und zehn zweisprachigen Versionen: Arabisch, Bulgarisch, Englisch, Farsi, Französisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und Türkisch.

Empfehlungen für Fachkräfte zum Kinderschutz

(zuletzt aktualisiert 22.06.2020)

Die aktuelle Situation kann dazu führen, dass die Belastungen der Familie zunehmen. Gründe hierfür können z. B. sein: finanzielle Schwierigkeiten durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit, zunehmende Paar- und Familienkonflikte, fehlende Entlastung durch Großeltern oder fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, wenn das Kind nicht in der Notbetreuung der Kinderkrippe oder Kindertagesstätte betreut wird. Dies kann dazu führen, dass die Fachkräfte in den Frühen Hilfen sowohl in der Art als auch im Umfang der Unterstützung an ihre Grenzen kommen. In dieser Situation stehen folgende Optionen zur Verfügung:

  • Die Frequenz der Kontakte erhöhen und anstatt einmaliger längerer (telefonischer) Kontakte häufigere kurze Kontakte anbieten. 
  • Bei der Ansprache der Familie nochmal mehr darauf zu achten, dass die Väter aktiv in die Beratung einbezogen werden und gemeinsam mit ihnen erörtert wird, wie sie als Paar diese schwierige Situation gemeinsam meistern können. 
  • Bei finanziellen Schwierigkeiten auf die neu geschaffenen weitreichenden Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung bei Verdienstausfällen hinweisen. Das Bundesfamilienministeriums bietet dazu eine Übersicht: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/corona-pandemie/finanzielle-unterstuetzung
  • Die Eltern auf ergänzende Beratungsangebote freier Träger (z. B. telefonische Paar- oder Erziehungsberatung) oder des Allgemeinen Sozialen Dienstes des Jugendamtes verweisen.
    Das NZFH hat auf seiner Website für Eltern eine Übersicht veröffentlicht mit kostenlosen Telefon- und Online-Beratungen für Eltern und Schwangere, die teilweise auch außerhalb der Dienstzeit von Beratungsstellen zur Verfügung stehen: www.elternsein.info/coronazeiten-beratung-jetzt-fuer-eltern
  • Die außerfamiliäre Betreuung von Kindern in Krippe oder Kita ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Informationen zur regulären Betreuung sowie zu den Möglichkeiten einer Notbetreuung gibt es beim örtlichen Jugendamt.
(zuletzt aktualisiert 22.06.2020)

Nach wie vor sind viele Angebote und Unterstützungen für Kinder über drei Jahre noch nicht zum Regelbetrieb zurückgekehrt. Informationen zu den landesspezifischen und kommunalen Vorgaben und Einschränkungen erhalten Sie immer bei Ihrer Kommune. Je nach regionalem Ausbruchsgeschehen sind jederzeit weitere Einschränkungen möglich: in Kindertagesstätten und Horten, Schulen sowie Gruppenangeboten oder spezifischen therapeutischen Angeboten. Daher ist es wichtig, dass die Belange aller Kinder in der Familie von den Fachkräften, die im Kontakt mit den Familien sind, mit bedacht werden.

Sie können Eltern und/oder die Geschwisterkinder darauf ansprechen, wie sie mit der aktuellen Situation zurechtkommen oder ob sie ggf. zusätzliche Hilfe und Unterstützung benötigen. Sollten Schwierigkeiten oder Unterstützungsbedarf deutlich werden, können Sie auf entsprechende Angebote aus dem lokalen Netzwerk verweisen oder bei gewichtigen Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung das Jugendamt – zur Not auch ohne Einwilligung der Eltern – hinzuziehen.

Eine Übersicht an professionellen und ehrenamtlichen Beratungsmöglichkeiten für Familien per Telefon oder Online-Beratung sind auf der Website des NZFH für Eltern zu finden: www.elternsein.info/coronazeiten-beratung-jetzt-fuer-eltern

(zuletzt aktualisiert 22.06.2020)

Unter den aktuellen Bedingungen kann der Grad der Belastung der Eltern in einem solchen Maße so steigen, dass er zu einem Risiko für das Kind wird. Finanzielle Sorgen, Partnerschaftskonflikte, fehlende Entlastung z. B. durch Großeltern oder Kindertagesbetreuung ggf. in Verbindung mit sehr fordernden und anstrengenden Kindern (z. B. aufgrund von Regulationsstörungen) können "das Fass zum Überlaufen bringen".

Die Folge kann psychische oder physische Misshandlung (z. B. auch Schütteln des Babys) sein. Es kann zu körperlicher, emotionaler, kognitiver oder erzieherischer Vernachlässigung und zu Partnerschaftsgewalt kommen. Dies kann mittelbar oder unmittelbar zu einer erheblichen Belastung oder gar zu einer Gefahr für das Kind führen.

Sehen Sie in einer Familie solch erhebliche Belastung oder Gefahr für das Kind oder sind sich unsicher, sollten Sie Kontakt mit einer "insoweit erfahrenen Fachkraft (InsoFa)" aufnehmen und die Situation erörtern. Insoweit erfahrene Fachkräfte werden in allen Kommunen vorgehalten. Die Kontaktdaten können Sie in der Regel über die Netzwerkkoordinierenden oder das Jugendamt erfragen. Darüber hinaus ist die Konsultation von Fachberatungsstellen, wie z. B. Kinderschutz-Zentren möglich. Hinweise zu Faktoren, die bei der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer erneuten oder erstmaligen Vernachlässigung oder Misshandlung in den Blick genommen werden sollten, gibt das "Handbuch Kindeswohlgefährdung nach §1666 BGB und Allgemeiner Sozialer Dienst" des Deutschen Jugendinstituts e. V. Siehe darin insbesondere die Frage 73 "Welche Aspekte können insgesamt bei der Einschätzung von Gefährdungsfällen bedeutsam sein?" und die Frage 70 "Wie können Misshandlungs- und Vernachlässigungsrisiken eingeschätzt werden?"

Ergänzend zur Dokumentationsvorlage für Gesundheitsfachkräfte stellt das NZFH auch Formulare zur Verfügung, die Fachkräfte bei gewichtigen Anhaltspunkten einer Kindeswohlgefährdung nutzen können.

Ein Formular dient dazu, das Vorgehen und die getroffenen Vereinbarungen systematisch zu dokumentieren. Eine Orientierungshilfe hilft bei der Vorbereitung auf eine Beratung durch eine InsoFa: https://www.fruehehilfen.de/qualitaetsentwicklung-fruehe-hilfen/arbeitshilfen-fuer-die-praxis/dokumentationsvorlage/dokuvorlage2020/formulare-bei-gewichtigen-anhaltspunkten-einer-kindeswohlgefaehrdung/

(zuletzt aktualisiert 06.05.2020)

Die Frühen Hilfen sind ein präventives Angebot und insofern nicht geeignet, als alleinige Hilfe in Gefährdungsfällen den Schutz eines Kindes zu sichern. Dennoch kommen sie immer wieder als ergänzende Hilfe in Gefährdungsfällen zum Einsatz. Sie sind dann Teil eines Schutzkonzeptes, in dem neben dem Jugendamt z. B. auch ambulante Hilfen zur Erziehung oder Angebote der Frühförderung eine bedeutende Rolle spielen.

Während der starken Einschränkungen während der Corona-Pandemie haben sich nicht nur der Umfang, sondern auch die Art und Weise, wie die Hilfen erbracht werden können, erheblich verändert. Insofern müssen die Schutzkonzepte kritisch hinterfragt und angepasst werden. Aus der Analyse von problematischen Fallverläufen ist bekannt, dass Schutzkonzepte nicht immer an sich verändernde Bedingungen angepasst werden. Gründe hierfür können fehlende zeitliche Ressourcen, gegenseitige Verantwortungszuschreibungen und mangelnde Kommunikation im Netz der Helferinnen und Helfer sein.

Kleinkinder gehören zu der Gruppe der besonders vulnerablen Kinder. Vernachlässigung und Misshandlung können für sie schnell lebensbedrohlich werden. Vor diesem Hintergrund sollten Fachkräfte in den Fällen, in denen das Schutzkonzept bislang nicht aktualisiert wurde, Kontakt mit dem Jugendamt aufnehmen und beispielsweise um eine telefonische Helfer- bzw. Helferinnenkonferenz bitten.  Zwischen den beteiligten Akteuren sollte insbesondere besprochen werden:

  1. Wie hoch wird das Risiko für Misshandlung und/oder Vernachlässigung unter den veränderten Bedingungen eingeschätzt? 
  2. Wie sieht die Unterstützungsleistung der einzelnen Akteure derzeit konkret aus? Reicht dies aus, um das Kind vor erheblichen Gefahren zu schützen? 
  3. Wer übernimmt zukünftig welche Aufgabe in der Arbeit mit der Familie? Wie kann ein persönlicher Eindruck vom Kind gewährleistet werden? 
  4. In welchen Abständen findet ein Austausch im Helferinnen- und Helfernetz statt? 
  5. In welchen Situationen bedarf es einer kurzfristigen Kontaktaufnahme bzw. sofortiger Maßnahmen zum Schutz des Kindes? Wie können diese (auch am Wochenende) eingeleitet werden?

Empfehlungen zu Arbeitsorganisation und Austausch im Netzwerk und in der Kommune

(zuletzt aktualisiert 22.06.2020)

Die Netzwerke Frühe Hilfen sollten auf ihren Internetseiten deutlich kommunizieren, wie die Beratungs- und Anlaufstellen in ihrer Kommune jetzt für Eltern erreichbar sind. Sie sollten erklären, welche ergänzenden oder alternativen Beratungsmöglichkeiten es nun gibt: zum Beispiel telefonisch, per Mail und Videotelefonie.

Für  akute Krisen und Notfälle sollte möglichst auf den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), die Polizei sowie regionale und überregionale Hotlines und Online-Beratungen hingewiesen werden – siehe dazu die Frage "Welche alternativen Online-Beratungen und Elterntelefone gibt es für Eltern?"

Auf www.elternsein.info bietet das NZFH Familien und werdenden Eltern einen Überblick zu alternativen Beratungsmöglichkeiten auch außerhalb der Dienstzeit von Beratungsstellen. Die Anlaufstellen Frühe Hilfen, Netzwerke und Kommunen können auf die Seite verlinken und sie in den Sozialen Medien bewerben: https://www.elternsein.info/beratung-anonym/anonym-kostenlos/corona-zeiten-beratung-jetzt-fuer-eltern/

Das NZFH stellt Akteuren und Kommunen außerdem Materialien zur Verfügung, um Eltern über Frühe Hilfen zu informieren: Materialien zur Elternansprache – Informationen für Eltern, Service für Akteure. Auch Fragen zur Öffentlichkeitsarbeit beantwortet das NZFH gerne.

(zuletzt aktualisiert 03.04.2020)

Aktuelle Informationen und Beschlüsse der Kommune zu einschränkenden Maßnahmen wie Besuchsverbote oder Kontakteinschränkungen sollten umgehend an die Fachbereiche und Koordinierenden weitergeleitet werden.

Wenn Netzwerktreffen ausfallen müssen, können Informationen an die Fachkräfte zum Beispiel durch regelmäßige Newsletter weitergegeben werden. Der Austausch im Netzwerk kann zudem über regelmäßige Telefon- oder Video-Konferenzen sichergestellt werden.

(zuletzt aktualisiert 22.06.2020)

Um Eltern so gut wie möglich zu unterstützen, entwickeln viele Beratungsstellen zum Teil innovative Lösungen. Einige Beispiele im Bereich der Frühen Hilfen sind hier zusammengestellt: Praxisbeispiele von Angeboten Früher Hilfen in der Corona-Zeit

Mit der Online-Plattform inforo unterstützt das NZFH außerdem die internetbasierte Möglichkeit, sich fachlich und praktisch auszutauschen unter: www.inforo.online/bundesstiftung

Nach der kostenlosen Registrierung können Fachkräfte der Frühen Hilfen auf öffentliche Inhalte von Kolleginnen und Kollegen der Frühen Hilfen zugreifen, Ideen und Anregungen austauschen, voneinander lernen und sich vernetzen.

(zuletzt aktualisiert 29.04.2020)

Informationen über das neuartige Coronavirus finden Gesundheitsfachkräfte auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de/covid-19

Weitere Informationen für die Bevölkerung und einzelne Zielgruppen, zum Beispiel zu Hygienetipps und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) in unterschiedlichen Formaten und Sprachen, finden sich auf der Internetseite der BZgA unter: www.infektionsschutz.de
Die Inhalte der Fragen und Antworten auf www.infektionsschutz.de/coronavirus/fragen-und-antworten/ stellt die BZgA für die nicht-kommerzielle Nutzung auf Webseiten von Fachkräften zur Verfügung. Sie lassen sich ab sofort über einen bereitgestellten iFrame integrieren. Eine kurze technische Anleitung steht unter www.infektionsschutz.de/coronavirus/inhalte-nutzen/.

Spezifische Informationen erteilen ggf. auch die jeweiligen Berufsverbände.

Wichtig: Bei aktuellen Fragen zum Infektionsschutz und den regionalen Regelungen sollten sich die Fachkräfte an ihr örtliches Gesundheitsamt wenden.

(zuletzt aktualisiert 03.04.2020)

Der tägliche Dienstablauf kann durch wechselnde Homeoffice- und Präsenzbesetzungen gewährleistet werden. Je nach regionalem Ausbruchsgeschehen und Regelungen, kann es von Vorteil sein, wenn die Mitarbeitenden in feste Teams eingeteilt werden und sich in der Anwesenheit abwechseln. Ein Plan zur Notfallbesetzung im Büro sollte regelmäßig aktualisiert werden. Zudem können Springer im Fall einer Erkrankung die Präsenzbesetzung kurzfristig übernehmen.

E-Mails von Eltern und Fachkräften, die nicht direkt bearbeitet werden können, sollten zunächst mit einer Standard-Antwort beantwortet werden. Diese enthält zum Beispiel Informationen zum Bearbeitungszeitraum, zur Erreichbarkeit der Dienststelle und Präsenztagen, gegebenenfalls zu Diensthandy-Nummern, Vertretungen und kommunalen Hotlines.

Auch ein Link zur NZFH-Website für Eltern mit einer Übersicht an professionellen und kostenlosen Telefon- und Online-Beratungen für Eltern und Schwangere, die teilweise auch außerhalb der Dienstzeit von Beratungsstellen zur Verfügung stehen, kann eingefügt werden: www.elternsein.info/coronazeiten-beratung-jetzt-fuer-eltern

(zuletzt aktualisiert 03.04.2020)

Zuständigkeiten insbesondere zur akuten Krisenberatung, zur Beantwortung von Presseanfragen und zur Öffentlichkeitsarbeit während einer Krise sollten klar geregelt sein und auf einzelne Personen beschränkt sein. So können sich die anderen Fachkräfte aufs Tagesgeschäft konzentrieren.

Eine Arbeitshilfe des NZFH enthält Hinweise, wie Krisenkommunikation innerhalb einer Kommunalverwaltung geplant, umgesetzt und an die individuellen Gegebenheiten einzelner Jugendämter angepasst werden kann: https://www.fruehehilfen.de/krise-im-jugendamt/

(zuletzt aktualisiert 22.04.2020)

Für Behörden hat die Bundesfachstelle Barrierefreiheit eine Handreichung mit Tipps zur barrierefreien Kommunikation in Zeiten von Corona erstellt: https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/SharedDocs/Downloads/DE/Veroeffentlichungen/handreichung-barrierefreie-kommunikation-corona-virus.html?nn=1126032

(zuletzt aktualisiert 13.05.2020)

Die LAG Erziehungsberatung Baden-Württemberg hat Empfehlungen zur schrittweisen Wiedereröffnung der Beratungsstellen für die persönliche Beratung herausgegeben. Die LAG gibt darin Tipps zu Hygienebestimmungen, Arbeitsteilung und Austausch im Team sowie Informationen zum Datenschutz. Denn nach dem Infektionsschutzgesetz müssen die Kontaktdaten der Klientinnen und Klienten aufgenommen werden.
https://www.bke.de/content/application/explorer/public/newsletter/2020/lagbwebinbewegung-8.pdf

Muss eine an Covid-19-erkrankte Fachkraft einer Erziehungsberatungsstelle die Kontaktdaten ihrer Klientinnen und Klienten auf Aufforderung des Gesundheitsamtes mitteilen? Diese Frage beantwortet das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V. (DIJuF)in einem FAQ:
www.dijuf.de/coronavirus-faq.html#datFAQ5

Weitere Empfehlungen, FAQ und Informationen zu Corona und Frühen Hilfen:

Informationen anderer Websites

Zusammen gegen Corona | Bundesministerium für Gesundheit
Was wichtig ist – einfach erklärt: Aktuelle Informationen zu Covid-19:
www.zusammengegencorona.de

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
Das BMFSFJ fasst Informationen zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten übersichtlich zusammen:
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/corona-pandemie/

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Die BZgA informiert als Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit zuverlässig und in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut auf seinem Online-Portal:
https://www.infektionsschutz.de