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Schlaglichter aus der Fishbowl-Diskussion 1

Zum Impuls von Dr. Michael Schieche: "Sieht mich keiner? Handeln in schwierigen Fällen aus der Perspektive des Kindes"

These: Zum Schutz des Kindes handeln, heißt die Eltern unterstützend mit einzubeziehen.

Die Teilnehmenden diskutierten zunächst die Frage, welche Bedürfnisse Eltern offenbaren und wie es gelingen kann, diese in den gemeinsamen Prozess aufzunehmen. Maßgeblich sei hierbei eine professionelle Beziehungsgestaltung. Dabei gehe es um Wertschätzung und beiderseitiges Vertrauen. Dieses aufzubauen brauche Zeit, die auch konzeptionell eingeplant sein müsse. Nur so könnten auch schwierige Themen, wie die der Gefährdung eines Kindes während der Begleitung, durch die Fachkraft überhaupt angesprochen und letztlich gemeistert werden.

Grundsätzlich zeigte sich für die Teilnehmenden, dass Eltern zunächst auch über die Vermittlung von Wissen, beispielsweise über kindliche Entwicklung, unterstützt und gestärkt würden. Dieses Wissen bewirke auch einen Perspektivwechsel bei Eltern. Dafür hatte auch Dr. Schieche in seinem Vortrag geworben. Eltern bräuchten Fachkräfte, die ihnen einen Perspektivwechsel mithilfe unterschiedlicher Methoden ermöglichten. Einerseits gehe es darum, das Kind wieder mehr in den Mittelpunkt aller Überlegungen und Interventionen zu stellen und andererseits Elternschaft positiv zu besetzen, als eine Rolle und Aufgabe, die auch Freude bringt.

Fachkräfte bräuchten dafür notwendiges Rüstzeug unter anderem durch solide Qualifizierung und weiterführende Fortbildungsangebote. Für den Umgang mit Unsicherheiten in dynamischen Hilfeverläufen, wurde  die Inanspruchnahme von Supervision diskutiert sowie die Bereitschaft, sich für die "Arbeit an der eigenen Biographie" zu öffnen. Um sich "Schulter an Schulter" mit den Eltern zu bewegen, wurde von einer Teilnehmerin die Erfahrung mit Gruppenarbeit als konkretes Beispiel benannt. In der Peergroup seien zudem andere Lernerfahrungen für Eltern möglich. Wichtig sei jedoch, dass die Angebote zielgruppenspezifisch, stigmatisierungsfrei und niedrigschwellig sind.

Einigkeit herrschte darüber, dass es mehr finanzielle Ressourcen brauche, z.B. für die Anschaffung von Material, für interdisziplinäre Zusammenarbeit und für weiterführende Angebote. So könne man Strukturen schaffen, in denen Kinderschutz und Hilfe "Hand in Hand" gingen.

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