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Gesundheitsfachkräfte in den Frühen Hilfen – Hintergrund

Gesundheitsfachkräfte in den Frühen Hilfen betreuen und begleiten vor allem Familien in belastenden Lebenslagen. Mit dem Ziel, Familien möglichst bundesweit und bedarfsgerecht mit diesem Angebot zu unterstützen, ist ihr Einsatz seit 2012 ein Schwerpunkt der psychosozialen Unterstützung, den zunächst die Bundesinitiative Frühe Hilfen gefördert hat und seit 2018 die Bundesstiftung Frühe Hilfen dauerhaft unterstützt.

Familienhebammen und Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegende (FGKiKP) sind Hebammen und Kinderkrankenpflegende mit einer Zusatzqualifikation. Während Hebammen und Gesundheits- und Kinderkrankenpflegende (GKiKP) ambulante, häusliche Betreuung für Mütter und Familien während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit – bei Bedarf auch länger – anbieten, unterstützen Familienhebammen und FGKiKP Familien zusätzlich in belastenden Lebenslagen, wie z.B. gravierender Armut oder körperlicher und psychischer Belastung. Sie unterstützen Familien bei der Entwicklung und Erweiterung von Lebens- und Erziehungskompetenzen und können Familien bei der Suche nach geeigneten, intensiveren Hilfsangeboten in einer "Lotsinnen-Funktion" beraten.

Von 2012 bis 2017 hat die Bundesinitiative Frühe Hilfen bereits den Einsatz von Familienhebammen und FGKiKP sowie vergleichbaren Berufsgruppen mit dem Ziel gefördert, Familien möglichst bundesweit und bedarfsgerecht mit diesem Angebot zu unterstützen.

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat im Rahmen der Dokumentation und Evaluation der Bundesinitiative Frühe Hilfen auch Daten zum Einsatz von Gesundheitsfachkräften in den Kommunen sowie deren Einsatzmodelle und Qualitätsmerkmale erfasst:

  • In 87,9 % der Kommunen besteht das Angebot der längerfristigen aufsuchenden Betreuung und Begleitung (LaB). In ähnlich vielen Kommunen wird die LaB von Familienhebammen und FGKiKP durchgeführt.
  • Fast flächendeckend sind Gesundheitsfachkräfte in fallübergreifende Netzwerkarbeiten eingebunden und erfahren inzwischen eine hohe Wertschätzung von den für die Netzwerke Frühe Hilfen Verantwortlichen.
  • Gesundheitsfachkräfte werden nicht nur in der längerfristigen aufsuchenden Betreuung, sondern auch im Bereich der Hilfen zur Erziehung und damit an der Schnittstelle zu Maßnahmen zum Schutz der Kindeswohlgefährdung eingesetzt.
  • Bundesweit wurden in 92,1% der befragten Kommunen Koordinierungsstellen für den Einsatz von Gesundheitsfachkräften etabliert und die Einführung von Instrumenten zur Qualitätssicherung ausgeweitet.

Die Kommunalbefragungen konnten aber auch Entwicklungsbedarfe aufzeigen, die sich zum Beispiel aus dem Mangel an Gesundheitsfachkräften ergeben, aber auch fehlenden finanziellen Mitteln. Weitere Studien des NZFH, zum Beispiel im Rahmen der Prävalenz- und Versorgungsforschung, konnten zeigen, dass die Unterstützung durch Gesundheitsfachkräfte auch von Familien in schwierigen sozialen Lagen in Anspruch genommen wird. Da dies jedoch nicht zwingend bedeutet, dass die Familien von diesem Angebot profitieren können, untersucht das NZFH auch, inwieweit Familien in belastenden Lebenslagen erreicht werden und ob die angestrebten Effekte bei den Familien erreicht werden. Merkmale für den Betreuungserfolg sind neben der Akzeptanz der Unterstützung durch eine Gesundheitsfachkraft, die sich beispielsweise in der Äußerung hoher Zufriedenheit mit der Betreuung ausdrückt, zum Beispiel auch die Veränderung von Lebens- und Erziehungskompetenzen der Familien und gegebenenfalls die gelungene Vermittlung intensiverer Unterstützungsangebote.

Der Aufbau einer bedarfsgerechten Versorgung durch aufsuchende Gesundheitsfachkräfte bleibt daher weiterhin ein Entwicklungsziel, ebenso wie die konzeptionelle Gestaltung des Übergangs von Frühen Hilfen zu weiterführenden Unterstützungsleistungen.

Die Bundesstiftung Frühe Hilfen greift die Erfahrungen und Erkenntnisse der Bundesinitiative Frühe Hilfen und ihrer Begleitforschung auf und fördert auch weiterhin und dauerhaft den Einsatz von Gesundheitsfachkräften in den Netzwerken Frühen Hilfen sowie deren Qualitätsentwicklung.

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