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Professorin Dr. Ute Thyen mit großem Dank verabschiedet

Seit 2007 ist Ute Thyen Vorsitzende des Beirats der Bundesstiftung Frühe Hilfen und des NZFH

Am 18. Juni haben das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und die Geschäftsstelle der Bundesstiftung Frühe Hilfen Professorin Dr. Ute Thyen im Rahmen der Beiratssitzung verabschiedet. Nach fast zwei Jahrzehnten beendet sie ihre aktive und hochengagierte Mitarbeit in diesem Gremium.

Seit Einrichtung des NZFH im Jahr 2007 gehörte Ute Thyen dem beratenden Kreis von Expertinnen und Experten an. Zunächst noch dem Wissenschaftlichen Beirat, der dann ab 2011 mit dem Fachbeirat zu einem Gesamt-Beirat zusammengeführt wurde. Dieser berät seit 2018 auch die Bundesstiftung Frühe Hilfen. In allen Berufungsperioden wählten die Beiratsmitglieder sie zu ihrer Vorsitzenden.

Professorin Dr. Ute Thyen hat die Entwicklung der Frühen Hilfen in Deutschland in Theorie und Praxis mit außerordentlichem Engagement, fachlicher Expertise und strategischem Weitblick begleitet und geprägt. Der Fachärztin und Professorin für Kinder- und Jugendmedizin war es immer wichtig, Familien frühzeitig zu unterstützen und dafür die Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen und Systeme zu stärken. Dabei betonte sie stets die Bedeutung eines flexiblen und reaktionsfähigen Hilfesystems, das auf die Vielfalt der Lebenslagen von Familien eingeht und gesellschaftliche Rahmenbedingungen mitdenkt.

Aufbau eines neuen Hilfesystems

In den ersten Jahren war sie maßgeblich daran beteiligt, die Frühen Hilfen auf den Weg zu bringen, bekannt zu machen und einzuordnen. Im Mittelpunkt stand vor allem die systematische Kooperation von Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe, dem Kern der Frühen Hilfen. Ebenso war ihr eine gute Zusammenarbeit von Frühen Hilfen und Frühförderung ein zentrales Anliegen. Im Jahr 2014 hat der Beirat unter ihrer Verantwortung das "Leitbild Frühe Hilfen" erarbeitet. Bis heute bietet es Fachkräften und Entscheidungstragenden Orientierung und trägt zu einem gemeinsamen Verständnis des Arbeitsfeldes der Frühen Hilfen bei. Im gleichen Jahr unterstützte sie als Projektleiterin die Produktion des NZFH-Lehrfilms "Guter Start in die Familie“, der aus einem Projekt am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hervorgegangen ist. Der 90-minütige Film zeigt praxisnah, wie systemübergreifende Zusammenarbeit zum Wohl von Familien gelingen kann.

Impulse zur Weiterentwicklung

Gemeinsam mit dem Beirat hat sie wichtige fachliche Akzente gesetzt und wegweisende Beiträge für die Frühen Hilfen geleistet. So rückte sie den Zusammenhang von Armutslagen und Frühen Hilfen in den Fokus und widmete sich dem Thema Bildung im Kontext der Frühen Hilfen. In Positionspapieren und Impulsen des Beirats sowie zahlreichen Vorträgen und Publikationen erläuterte sie fachliche Zusammenhänge, formulierte Empfehlungen und bezog Stellung zur besseren Unterstützung von Familien und Kindern.

Austausch auf politischer Ebene

Im direkten Austausch hat sie sich auch auf politischer Ebene für die Etablierung und Weiterentwicklung der Frühen Hilfen als zentralem Bestandteil einer Public-Health-Strategie eingesetzt. Wichtige Meilensteine waren dabei ein Parlamentarisches Frühstück und die Thematisierung der Frühen Hilfen, ihrer Wirksamkeit und Weiterentwicklungsbedarfe im Sinne von Health in All Policies im Familienausschuss des Bundestages Ende des Jahres 2024.

Trägerin des Bundesverdienstkreuzes

Die Bedeutung ihrer Arbeit wurde auch auf höchster Ebene gewürdigt: Am 10. Oktober 2023 erhielt Professorin Dr. Ute Thyen das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Geehrt wurde insbesondere ihr jahrzehntelanger Einsatz für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und die Etablierung der Frühen Hilfen.

Dank an eine Weggefährtin

Mit ihrer verbindenden Art, ihrer wissenschaftlichen Expertise und ihrem unermüdlichen Einsatz hat Professorin Dr. Ute Thyen die Arbeit des Beirats und die Entwicklung der Frühen Hilfen über viele Jahre entscheidend mitgestaltet.

Für ihre Verdienste um die Frühen Hilfen und ihr langjähriges Engagement dankt das NZFH ihr sehr herzlich und wünscht ihr alles Gute.

Zentrale Publikationen

Aktualisiertes Beiratspapier zu Familien in Armutslagen, 2025

Frühe Hilfen für Familien in Armutslagen. Empfehlungen. Beitrag des NZFH-Beirats, 2020

Thyen, Ute / Simon, Liane (2020): Frühe Förderung und Frühe Hilfen in Deutschland
In: Monatsschrift Kinderheilkunde 168, 195-207 (2020)

Damit Armut nicht krank macht – über starke Familien zu gesunden Kindern
In: Kinderärztliche Praxis, 2019; 90 (1) Seite 50-52

Leitbild Frühe Hilfen – Beitrag des NZFH-Beirats, 2014

Weitere Informationen auf fruehehilfen.de

Prof. Dr. Ute Thyen – Vorsitzende des Beirats der Bundesstiftung Frühe Hilfen und des NZFH

Anhörungen in Familienausschuss und Kinderkommission, 2024

Parlamentarisches Frühstück: Großes Interesse an Frühen Hilfen, September 2024

Professorin Dr. Ute Thyen erhält das Bundesverdienstkreuz, Nachricht vom 10.10.2023

Situation von Familien mit kleinen Kindern in bzw. nach der Pandemie aus Sicht "des Gesundheitswesens"
Vortrag: Kongress Armut und Gesundheit | 2022

Impulspapier zum Koalitionsvertrag und zum Krieg in der Ukraine, 2022

Umsetzung von Health in all Policies (HiAP) insbesondere in den Frühen Hilfen in Zeiten einer Pandemie
Vortrag: Kongress Armut und Gesundheit | 2021

Jugendhilfe und Frühförderung müssen als systemrelevant gelten
Im Gespräch | Frühe Hilfen aktuell 4/2020: Frühe Hilfen und Frühförderung: Kompetenzen bündeln

Frühe Hilfen sind Demokratieförderung und Empowerment
Im Gespräch | Frühe Hilfen aktuell 3/2019: Der Beirat des NZFH: Expertise auf höchstem Niveau

"Warum müssen das Gesundheitssystem und die Kinder- und Jugendhilfe zusammenarbeiten?"
Vortrag: Kooperationstagung "Gemeinsam stark für Familien" | 2016

DVD Guter Start in die Familie