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ZuFa-Monitoring Geburtsklinik – Ergebnisse

Das ZuFa-Monitoring Geburtsklinik liefert erste Ergebnisse über die Versorgung von psychosozial belasteten Familien in Geburtskliniken und zu Lotsenaktivitäten und -diensten als Möglichkeit der Zusammenarbeit von Geburtskliniken und Frühen Hilfen.

 

Datengrundlage sind neben der repräsentativen Befragung von Mitarbeitenden in Geburtskliniken auch ergänzende qualitative Befragungen: elf Telefoninterviews mit Geburtskliniken, die keine oder nur wenig Aspekte der Frühen Hilfen umgesetzt haben, theoretisch aber Bedarf hätten, sowie drei Workshops mit Krankenhäusern, die viele, aber noch nicht alle Aspekte der Frühen Hilfen realisiert haben.

Herausforderungen im Umgang mit psychosozial belasteten Familien

Mitarbeitende in Geburtskliniken nehmen einen Anstieg des Anteils psychosozial belasteter Familien in den Geburtskliniken wahr. Als die größten Probleme im Arbeitsalltag sehen die Befragten die fehlende Zeit für Gespräche (40 %) sowie die nicht angemessene Vergütung (46 %).

O-Töne von Mitarbeitenden in Geburtskliniken zur Versorgung von psychosozial belasteten Familien

  • "Man fragt als Arzt häufiger bei den Kinderkrankenschwestern nach, ob das klappt und läuft."
  • "Man muss mehr erfassen des Backgrounds der Familie, des sozialen Umfelds ..."
  • "Manchmal gehen im Stress die Fälle auch unter ... oder es wird uns zu spät gemeldet und wir können nichts machen."
  • "... Fälle immer komplexer und Personal immer weniger, geht definitiv in die falsche Richtung."
  • "Weil wir keine Leitlinie haben und nichts strukturiert ist, jungen Kollegen fehlt die Erfahrung ..."
  • "Man wird von einem zum anderen verbunden, keiner ist zuständig, keiner will Entscheidungen treffen – haben da auch wenig Zeit und man wird hingehalten und vertröstet, wartet auf Rückruf und dann kommt keiner."
  • "Manchmal meint man vielleicht was zu erkennen, hat aber keine Zeit drauf einzugehen – das ist das Bitterste an allem."

Umsetzungsstand von Lotsendiensten bzw. Lotsenaktivitäten in Geburtskliniken

In 92 % der teilnehmenden Geburtskliniken ist bereits mindestens eine Lotsenaktivität, eine Aktivität, die Familien in belastenden Lebenslagen in Frühe Hilfen überleitet, implementiert oder konkret geplant.

Darüberhinausgehende Lotsendienste, die sich durch verbindliche Verfahrensweisen sowie eine "spezifische Funktion Frühe Hilfen" (SFFH) auszeichnen, sind in etwa 30 % der Geburtsklinken etabliert oder in konkreter Planung.

 

Nutzen der Einrichtung einer "spezifischen Funktion Frühe Hilfen" für die Geburtsklinik

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass nicht nur Familien, sondern vor allem die Geburtskliniken von Lotsendiensten profitieren: So geben 71 % der Befragten aus Geburtskliniken mit SFFH an, dass sich die Zusammenarbeit mit Externen verbessert oder sehr verbessert hat. 54,1 % sehen eine Verbesserung der Mitarbeiter-Zufriedenheit. Auch bezüglich des Images / des Rufes der Klinik geben knapp die Hälfte der Befragten aus Kliniken mit einer etablierten oder konkret geplanten "SFFH" an, dass sich dieser verbessert oder sehr verbessert habe (46,4 %).

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