Telefon-Dolmetsch-Angebot in den Frühen Hilfen

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat mehrfach einen telefonischen Dolmetsch-Dienst für Fachkräfte in den Frühen Hilfen bereitgestellt. Ein Infopapier bündelt Erfahrungen und nennt zentrale Eckpunkte, die bei der Planung eines ähnlichen Angebotes helfen können.
Sprachbarrieren und Verständigungsschwierigkeiten erschweren die Kommunikation zwischen Fachkräften und Familien und stellen eine große Herausforderung dar. Sie können zum Beispiel dazu führen, dass wichtige Anliegen missverstanden werden und gemeinsame Lösungen erschwert sind.
Auch aktuelle Forschungsergebnisse des NZFH zeigen, dass Verständigungsschwierigkeiten und familiale Belastungen ansteigen: Im ZuFa-Monitoring Geburtsklinik 2024 nahmen Mitarbeitende in Geburtskliniken bei einem Viertel der Eltern "Verständigungsschwierigkeiten aufgrund geringer Deutschkenntnisse" wahr, im Jahr 2017 waren es rund 17 Prozent.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, können Telefon-Dolmetsch-Dienste eine wichtige Unterstützung bieten.
Das NZFH bedankt sich für die Nutzung des Angebotes und freut sich, dass der Dolmetsch-Dienst auch im Jahr 2025 so großen Zuspruch gefunden hat.
Falls weitere Kontingente zur Verfügung gestellt werden können, informiert das NZFH per Kurznachricht.
Das Eckpunktepapier bündelt Erfahrungen des Telefon-Dolmetsch-Angebotes und richtet sich an alle, die eigene Angeboteplanen und umsetzen möchten.
Die fünfseitige NZFH-Veröffentlichung geht auf die folgenden Aspekte ein:
- Kosten
- Datenschutz
- Technische Anforderungen und Zugangsbeschränkungen
- Tätigkeiten von Auftraggebenden
- Anforderungen an das eingesetzte Personal bei Anbietenden
- Datenauswertung und Berichterstattung
Weitere Informationen rund um die Kommunikation mit Familien hat das NZFH auf der Plattform Flucht und Frühe Hilfen in Form von Fragen und Antworten zusammengestellt sowie bei den Materialien für die Arbeit mit geflüchteten Familien.
Hintergrund
Das NZFH hatte im Oktober 2022 einen telefonischen Dolmetsch-Dienst für die Sprachen Ukrainisch, Russisch und Englisch beauftragt. Finanziert wurde das Angebot aus Sondermitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
2023 wurde das Angebot aufgrund des großen Zuspruchs um 14 Sprachen erweitert: Albanisch, Arabisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Bulgarisch, Dari, Französisch, Italienisch, Kurdisch (Kurmanci), Persisch (Farsi), Polnisch, Rumänisch, Spanisch, Türkisch und Ungarisch. Diese Sprachen wurden auch während der Neuauflage 2024 und im Jahr 2025 angeboten.
Alle Fachkräfte, die Teil eines Netzwerkes Frühe Hilfen sind, konnten dieses Angebot bundesweit und kostenfrei in Anspruch nehmen, zum Beispiel Hebammen, Familienhebammen und Kinderkrankenpflegende, Ärztinnen und Ärzte aus Pädiatrie und Gynäkologie sowie Mitarbeitende in Schwangerschaftsberatungsstellen und im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD).
Quellen und zentrale Publikationen
Stand: 14.01.2026