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Thematische Workshops

In fünf moderierten Themen-Workshops diskutierten die Teilnehmenden gelungene Beispiele, deren Erfolgsfaktoren sowie Möglichkeiten diese weiterzuentwickeln und zu verbreiten.

Im Nachgang zu allen Workshops fassten die Moderatorinnen und Moderatoren die Ergebnisse anhand dreier Leitfragen zusammen:

  • Positives/gelingendes Beispiel aus dem Workshop: Auf welchen positiven bestehenden Anhaltspunkten lässt sich aufbauen?
  • Was sind die Erfolgsfaktoren?
  • Wie kann dies in die Fläche gebracht werden?

Workshop 1 – Förderliche Rahmenbedingungen für armutssensible Frühe Hilfen

  • Impulsreferat: Prof. Dr. Raimund Geene, Berlin School of Public Health
  • Moderation: Jörg Backes, NZFH, BZgA

In Workshop 1 wurden förderliche oder hinderliche Rahmenbedingungen für armutssensible Frühe Hilfen identifiziert. Dabei wurden die Familienzentren und die (mobile) Frühförderung als positive Beispiele hervorgehoben. Daraus leiteten sich als Erfolgsfaktoren die Schaffung von nutzerorientierten, niederschwelligen und stigmatisierungsfreien Angeboten mit aufsuchendem Charakter ab. Für eine Verbesserung der Kommunikation zwischen den Systemen sei die Nutzung etablierter Netzwerke der Frühen Hilfen hilfreich. Netzwerke übernähmen eine Lobbyfunktion für die Familien und sollten nach dem „Advocacy“-Ansatz agieren. Um entsprechende Angebote in die Fläche zu bringen, bedürfe es neben einer besseren Nutzung bestehender Gesetze oder Änderung von Gesetzen auch einer individuellen Regelung in den Ländern und Kommunen, damit vorhandene Strukturen unabhängig von Zugangsvoraussetzungen (wie dem Betreuungsvertrag durch den KiTa-Besuch) von allen genutzt werden könnten.

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Workshop 2 – Gut vernetzt: Gemeinsam Kindergesundheit stärken und Kinderarmut senken

  • Impulsreferate:
    Nicole Hellwig, Landeskoordinatorin Babylotse Hamburg der Stiftung SeeYou
    Dr. med. Ulrich Fegeler, Vertreter des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)
  • Moderation: Georg Kaesehagen-Schwehn, Deutscher Caritasverband

Als positive Modelle unter dem Stichwort "Bedingungsfaktoren für eine gelingende Vernetzung" wurden in Workshop 2 verschiedene Lotsendienste besprochen. Gelingender Faktor sei dabei eine förderliche Angebotsstruktur: niedrigschwellig, nicht stigmatisierend, aufsuchend, begleitend, multiprofessionell, zielgruppenorientiert und auf kleinräumige Sozialräume bezogen. Um dies in die Fläche zu bringen, sei eine Verstetigung der Angebote auf Bund/Länder-Ebene und die gesetzliche Verankerung notwendig. Die Workshop-Teilnehmenden entwickelten gemeinsam ein "Gutes-Kindheitsgesetz", in dem zentrale Aspekte zum Thema Kindeswohl und Kindergesundheit, wie die staatliche Mitverantwortung und der Kinderzuschlag, entsprechend positioniert seien.

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Workshop 3 – Armutssensible Angebote gesundheitsorientierter Familienförderung

  • Impulsreferate:
    Stadträtin Annette Berg, Dezernentin für Kultur, Bildung, Jugend, Sport und Integration, Gelsenkirchen 
    Dr. med. Gabriele Trost-Brinkhues, Vertreterin des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD)
  • Moderation: Ilona Renner und Anne Timm, NZFH, BZgA

Die Teilnehmenden des Workshops 3 nahmen armutssensible Angebote gesundheitsorientierter Familienförderung in den Blick. Als Erfolgsfaktoren bzw. Barrieren wurden die Schaffung der entsprechenden Rahmenbedingungen und die Festlegung einer gemeinsamen Zielsetzung durch die Kommunen definiert. Es bedürfe zentraler Anlaufstellen im Sozialraum der Familien. Um Stigmatisierung und Diskriminierung zu vermeiden, müssten Angebote alle Familien ansprechen. Bezogen auf die Netzwerkarbeit wurde zentrale Koordination, "ein Kümmerer, eine Kümmerin", gefordert. Gelingfaktor für eine Umsetzung in der Fläche sei eine transparente Abbildung der Angebotslandschaft, z.B. durch Schaffung von Plattformen, auf denen die Informationen für Eltern vorgehaltenwürden. Darüber hinaus sei eine persönliche Ansprache – z.B. auf Spielplätzen, in Familienzentren und Eltern-Cafés – eine gute Möglichkeit, die Angebote und Projekte der Zielgruppe vorzustellen.

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Workshop 4 – Partizipation in den Frühen Hilfen: Mitbestimmung, Mitgestaltung und Mitwirkung im bunten Leben – und nicht nur auf dem Papier

  • Impulsreferat: PD Dr. Rieke Oelkers-Ax, Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung – Bundesvereinigung (VIFF) und Familientherapeutisches Zentrum Neckargemünd (FaTZ)
  • Moderation: Dr. med. Karl-Josef Eßer, BAG Gesundheit & Frühe Hilfen, Till Hoffmann, NZFH, BZgA

Im Workshop 4 wurden Faktoren zur Umsetzung von "Partizipation" für den Bereich der Frühen Hilfen diskutiert.  Ergebnisse des Workshops wurden als zentrale Forderungen wiedergegeben: Primär müsse eine Konkretisierung und Systematisierung der "Partizipation in den Frühen Hilfen" erfolgen. Dabei sollten die Zielsetzungen von Partizipation als zentraler Bestandteil von Qualität und Qualitätsentwicklung in den frühen Hilfen herausgearbeitet und passende spezifische Methoden entwickelt werden. Partizipation müsse auf den Ebenen Kind/Eltern, Netzwerk und kommunale Strukturen erfolgen. Partizipation von Familien werde durch Erweiterung der fachlichen und finanziellen Ressourcen und damit einer gelingenden Kooperation der Fachkräfte ermöglicht.

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Workshop 5 – Mehr Wirkung durch gelingende Zusammenarbeit – Interprofessionelle Qualitätsentwicklung

  • Impulsreferat: Susanna Lillig, NZFH, DJI
  • Moderation: Dr. med. Sönke Siefert, BAG Gesundheit & Frühe Hilfen

In Workshop 5 wurden Voraussetzungen für eine gelingende multiprofessionale Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen erörtert. Dabei wurden eine Reihe von positiven Beispielen herausgearbeitet: z.B. Berliner Kinderschutzkoordinatoren, Interprofessionelle Qualitätszirkel, Sozialmedizinische Nachsorge, Kindergesundheitshaus und Runde Tische Frühe Hilfen. Erfolgsfaktoren für ein gutes Gelingen lägen in einer guten Kommunikation, dem Wissen voneinander, der Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen und Erwartungshaltungen sowie in der Ausstattung mit den entsprechenden Ressourcen. Förderlich seien darüber hinaus institutionalisierte Treffen auf System- und Fallebene und eine positive Fehlerkultur in der Zusammenarbeit. Aufgrund sehr unterschiedlicher struktureller Rahmenbedingungen könnten Methoden nur bedingt übertragen werden, jedoch würden die Ziele als übertragbar angenommen.

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