Kleine Held*innen in Not 10

Am 6. und 7. November 2025 fand die zehnte Fachtagung "Kleine Held*innen in Not" statt – in diesem Jahr zum Thema: Seelische Familiengesundheit – eine strukturelle Herausforderung. Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat die Tagung gefördert und die Perspektive der Frühen Hilfen eingebracht.
Rund 330 Fachkräfte aus unterschiedlichen Fach- und Arbeitsbereichen nahmen an der Tagung teil, insbesondere aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Suchthilfe und Gemeindepsychiatrie. Knapp die Hälfte der Teilnehmenden waren Betroffene und Angehörige oder Personen aus dem näheren Umfeld.
Tagungsreihe Kleine Held*innen
Die Tagungsreihe "Kleine Held*innen in Not" hat zum Ziel, die Unterstützung von psychisch und suchtbelasteten Familien zu verbessern. Das Thema der diesjährigen zehnten Tagung "Seelische Familiengesundheit – eine strukturelle Herausforderung" rückte die gesamte Familie und ihr Umfeld in den Fokus.
Grundlage waren wie bereits bei der Tagung im Jahr 2023 die Entwicklungen nach dem Abschlussbericht der Arbeitsgruppe "Kinder psychisch- und suchterkrankter Eltern" aus dem Jahr 2019 sowie die Anhörung im Familienausschuss zum fraktionsübergreifenden Bundesantrag "Prävention stärken – Kinder mit psychisch oder suchtkranken Eltern unterstützen" am 18. Dezember 2024.
Programmgestaltung – zentrale Fragen
Auf dem Programm standen Vorträge und Diskussionsrunden zu unterschiedlichen Fragestellungen: Wie kann die Implementierung von Hilfen für betroffene Familien gelingen? Wie und wo werden kommunale Gesamtkonzepte umgesetzt? Welche Ziele verfolgt die Bundespolitik? Wie kann der Antrag des Bundestages "Prävention stärken – Kinder mit psychisch oder suchtkranken Eltern unterstützen" zeitnah mit Beteiligung der Zivilgesellschaft umgesetzt werden?
Verbände- und interessensübergreifende Organisation
Veranstalter der Fachtagung war der Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. in Kooperation mit:
- AFET – Bundesverband für Erziehungshilfe e.V.
- Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder psychisch erkrankter Eltern (BAG KipE)
- Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) e.V.
- Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V.
- Seelenerbe e.V.
- NACOA Deutschland – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V.
- Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)
Das NZFH hat die Tagung aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.
Auf einem Padlet sind einige Präsentationen, zusätzliche Materialien und Hinweise sowie viele Kommentare der Teilnehmenden zusammengestellt: Padlet Kleine Held*innen
Einführung und Begrüßung
Irmela Boden, Vorstand Seelenerbe e.V. und Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V., und Gabriele Sauermann, Referentin Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V., haben die Tagung eröffnet.
Professor Dr. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, hat ein Grußwort gehalten.
Fachvorträge, Interviews und Redebeiträge
| Thema | Format und beteiligte Expertinnen und Experten | Vorträge und weiterführende Links |
|---|---|---|
Wie kann die Implementierung von Hilfen für Kinder psychisch erkrankter und suchterkrankter Eltern gelingen? Maßnahmen und Forschung zur Implementierung am Beispiel des Projektes CHIMPS-NET | Vortrag
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| Wie gelingt die Umsetzung eines kommunalen Gesamtkonzepts? Eine Antwort aus kommunaler und konzeptioneller Perspektive | Interviewrunde
| Kommunale Gesamtkonzepte KpsE |
Kinder, Jugendliche, Eltern: | Trialogisches Gespräch
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| Vorstellung des fraktionsübergreifenden Bundestagsantrags "Prävention stärken – Kinder mit psychisch oder suchtkranken Eltern" | Vortrag
| Zum Vortrag: Prävention stärken – Kinder mit psychisch oder suchtkranken Eltern unterstützen Bundestag stärkt Kinder mit sucht- oder psychisch kranken Eltern |
| Gemeinsam sind wir stark: Kooperationserfordernisse der Systeme aus Sicht der Jugendhilfe – Kooperationen zwischen Psychiatrie und Jugendhilfe sowie Erschwernissen und Gelingensfaktoren einer solchen Etablierung | Vortrag
| Zum Vortrag: Gemeinsam sind wir stark |
| Gemeinsam sind wir laut: Politischer Standpunkt des bundesweiten Bündnisses für Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien (KipsFam) | Vortrag
| Bündnis KipsFam |
| Zwischen Flasche und Schulranzen | Betroffenenorientierter Dialog und Lesung
| Careleaving Storys |
Workshops mit Impulsbeiträgen, Erfahrungsberichten und Praxisbeispielen
In zwölf Workshops waren die Teilnehmenden eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen aus Theorie und Praxis einzubringen. Impulsbeiträge lieferten inhaltlichen Einstieg und Diskussionsgrundlage.
Im Fokus standen aktuelle Entwicklungen neuer Praxisansätze: von der Onlineberatung über niedrigschwellige Hilfen für Familien in Notsituationen bis hin zu interdisziplinären Familien- und Peer-Angeboten.
In Rheinland-Pfalz haben sich seit 2023 drei Kommunen auf den Weg gemacht, um im Rahmen eines Modellprojektes kommunale Gesamtkonzepte zur Verbesserung der Unterstützung von Kindern psychisch und suchterkrankter Eltern praktisch umzusetzen und konzeptionell auszuarbeiten: Landkreis Neuwied, Stadt Kaiserslautern und Stadt Ludwigshafen. Aus Ludwigshafen berichteten im Workshop Gabriele Schmidt und Saskia Skupin, aus Neuwied die Netzwerkkoordinatorin Laura Rockefeller. Elisabeth Schmutz, ism Mainz, führte ins Thema ein.
Die Koordinierenden gaben Einblicke in ihre Vorgehensweise sowie gelingende Erfahrungen und Herausforderungen: Was war Motivation und Ausgangslage für die Entscheidung als Pilotkommune im Modellprojekt mitzuwirken? Mit welchen Zielen und Erwartungen sind sie gestartet? Welche Bilanz ziehen sie nach drei Jahren Projektlaufzeit? Was hat geholfen, bereits nach drei Projektjahren die Koordinationsstelle verstetigen und damit auch weiter finanzieren zu können?
Kurzpräsentation: Was zeichnet kommunale Gesamtkonzepte aus?
Lena Schmehl von der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. – AGETHUR berichtete aus dem Arbeitsbereich Kinder aus psychisch belasteten Familien (KipFam) in Thüringen.
Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. – AGETHUR koordiniert KipFam seit 2016 im Auftrag des Thüringer Gesundheitsministeriums. Darin werden landesweit Fachkräfte und Institutionen beim Aufbau bedarfsgerechter Strukturen und Angebote unterstützt. Sensibilisierung, Vernetzung und Beratung/Organisation von Fort- und Weiterbildungen sind dabei Schwerpunktthemen des Arbeitsbereichs.
Auf Grundlage der Erfahrungen aus Thüringen beleuchteten die Teilnehmenden unterschiedliche Ansätze zur Zusammenarbeit von landesweiten und kommunalen Akteuren, um strukturelle Veränderungen für die betroffenen Kinder und deren Familien herbeizuführen, zum Beispiel von Gesundheits- und Jugendämtern, Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und Einrichtungen des Gesundheits- und Bildungssystems.
Gyöngyvér Sielaff berichtete vom Projekt MIT-Eltern, das Peerarbeit in der Familienhilfe im Rahmen von EX-IN Hamburg e.V. umsetzt.
Irmela Boden stellte als Gründungs- und Vorstandsmitglied den Verein Seelenerbe vor und skizziert die Entstehungsgeschichte der Projektidee von WISE: Personen, die selbst Erfahrungen mit einem psychisch erkrankten Elternteil haben, werden geschult, um als Fachreferierende Vorträge zum Thema zu halten. Sie geben Kindern, die heute in belasteten Familien aufwachsen, mit ihren Vorträgen eine Stimme. Fachkräfte, die mit diesen Kindern in ihren Familien arbeiten, erhalten Inspirationen zur sensiblen Begleitung. Die WISE-Qualifizierung ist eine Kooperation von Seelenerbe e.V. und der ApK München e.V., von der Anni Gruber Stiftung gefördert und in Bayern pilotiert.
Die beiden WISE-Fachreferentinnen, Melanie Thilo und Ingrid Langschwert, ermöglichten einen Blick in die Lebenswelten von Kindern, die in einer Familie mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufgewachsen. Sie gingen auf Besonderheiten und Herausforderungen ein, die im familiären Zusammenleben auftreten und welche Ressourcen sie selbst gestärkt haben.
Der Workshop beschäftigte sich mit dem Ansatz des Kommunalen Gesamtkonzeptes und seinen vier Handlungsfeldern.
Die beiden Landeskoordinierenden Kristin Pomowski und Kathleen Winkler berichteten von ihren Erfahrungen, den Ansatz im Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gemeinsam mit den Kommunen umzusetzen. Deutlich wurden dabei auch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf Landesebene und insbesondere auf kommunaler Ebene.
Im Workshop informierten die Expertin und der Experte über die Ziele und Möglichkeiten des § 20 SGB VIII und gaben praxisnahe Hinweise zur Umsetzung.
Mit der gesetzlichen Weiterentwicklung des § 20 SGB VIII werden ausdrücklich Kinder psychisch- und suchterkrankter Eltern berücksichtigt. Diese Kinder sind besonders vulnerabel und benötigen frühzeitige, niedrigschwellige Unterstützung, um Belastungen abzufedern und ihre Entwicklung zu fördern. Der neue § 20 SGB VIII schafft einen Rechtsanspruch auf familienunterstützende Leistungen, die ohne vorherige Antragstellung beim Jugendamt direkt in Anspruch genommen werden können – ein großer Schritt zu mehr Prävention und Entstigmatisierung. Die Umsetzung der Hilfen zur Betreuung und Versorgung des Kindes in Notsituationen stellt die Praxis jedoch vor große Herausforderungen.
Dr. Benjamin Strahl, Projektkoordination Bündnis KipsFam, AFET – Bundesverband für Erziehungshilfe e.V., stellte eine von AFET und Kooperationspartnern erstellte Publikation zum Thema vor.
Andrea Hecht, Fachsteuerung Erziehungsberatungsstellen im Stadtjugendamt München, berichtete über Konzeptentwicklung und Erfahrungen aus München.
Broschüre: AFET Orientierungshilfe zur Umsetzung des § 20 SGB VIII
Digitale Beratungsangebote sind ein bedeutsamer Bestandteil psychosozialer Versorgung. Sie ermöglichen niedrigschwelligen, flexiblen Zugang zu Unterstützung – unabhängig von Ort, Zeit und institutionellen Zuständigkeiten.
Der Workshop zielte darauf ab, Chancen und Herausforderungen digitaler Beratung sichtbar zu machen und deren Potenzial auszuloten, Brücken zwischen Systemen, Generationen und Lebenswelten zu schlagen – für eine integrative und nachhaltige Förderung seelischer Gesundheit.
Die Expertinnen stellten digitale Beratungsangebote vor und brachten ihre Erfahrungen mit unterschiedlichen Zugängen und Zielgruppen ein:
- Antje Buchhorn, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V.
- Anna Buning, KidKit, Hilfen im Netz, Drogenhilfe Köln
- Tina Lindemann, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V., Projektleitung OBEON
- Gaby Prossmann, Genesungsbegleiterin
- Tanja Ruppert, Leitung der Online-Beratung, Projektkoordination "Hilfen im Netz", NACOA Deutschland e.V.
Wenn junge Angehörige mit anderen jungen Angehörigen arbeiten, eröffnen sich häufig Gespräche über Bedarfe, Wünsche und Ressourcen, die Fachpersonen nicht immer zugänglich sind.
Die beiden Mitarbeiterinnen der Jungen Selbsthilfe berichteten dazu von konkreten Angeboten, Strukturen und Rahmenbedingungen, die jungen Menschen helfen, belastende Familiensituationen zu bewältigen, sich zu vernetzen und eigene Lebensentwürfe zu verfolgen.
Der Workshop ziele darauf ab, ein tieferes Verständnis für die Situation junger Angehöriger sowie die Bedeutung der Peerarbeit zu fördern und darauf aufbauend praxisnahe Unterstützungsformen vorzustellen.
Andreas Schrappe, Leitung Evangelisches Beratungszentrum Würzburg, und Miriam Schneider, Leitung des Familienhauses der Diakonie Würzburg beschäftigten sich in dem Workshop mit Möglichkeiten, Frauen mit einer anhaltenden psychischen Erkrankung und ihre kleinen Kinder zusammen zu versorgen.
Miriam Schneider stellte dazu das Familienhaus der Diakonie Würzburg vor. In der Einrichtung geht die soziale Rehabilitation für die Mütter einher mit der Unterstützung der Kinder, ihrer kindlichen Entwicklung, sowie der Förderung der Interaktion zwischen Mutter und Kind. Beide Kostenträger von Eingliederungshilfe und Jugendhilfe konnten dafür gewonnen werden, sich den Pflegesatz einvernehmlich zu teilen. Das Team ist multidisziplinär besetzt aus den Fachrichtungen Sozialpädagogik, Psychiatriefachpflege, Ergotherapie, Psychotherapie, Pädagogik und Hauswirtschaft. Eine angebaute Mini-Kita für die kleinen Kinder erlaubt es den Frauen, sich der Gruppen- und Einzelarbeit zu widmen und die arbeitstherapeutischen Angebote zu nutzen.
An dem Beispiel ging es in dem Workshop um die Frage, was die Grundprinzipien solcher systemübergreifenden Einrichtungen sind und wie ihr Aufbau gelingen kann.
Vortrag: Familienhaus der Diakonie mit Mini-Kita Zaubergarten
In dem Workshop ging es darum, ein gemeinsames Grundverständnis zur Situation von Kindern psychisch erkrankter Eltern zu schaffen, die sinnbildlich "zwischen den Stühlen sitzen".
Wer sitzt auf welchem Stuhl? Aus welchem gesetzlichen Auftrag handeln die Akteure? Mit welcher Perspektive schauen sie auf das Thema – und welchen konkreten Nutzen hat ihre Beteiligung für die eigene Praxis? Wie finden die Stühle tragfähig zueinander? Auf welchem "Teppich" stehen sie, damit kein Kind durchs Raster fällt?
Impulse lieferten Silvia Kemmerling, Netzwerkkoordination KpkE der Stadt Marburg, und Till Ulferts, Koordinierungsstelle KpsE im Gesundheitsamt Kreis Steinfurt. Die Teilnehmenden brachten Beispiele aus ihren Systemen ein, benannten Erfolgsfaktoren und Stolpersteine und reflektierten, welche Formate besonders fruchtbar sind und warum.
Wie kann die Qualifizierung von Fachkräften so gestaltet werden, dass sie nachhaltig wirkt und Kinder aus sucht- oder psychisch belasteten Familien bestmöglich unterstützt? Diese zentrale Frage stand im Fokus dieses Workshops.
Drei Praxisprogramme lieferten Beispiele:
- Der Fluffi-Klub, vorgestellt von Katharina Spatola und Marianne Drost, NACOA Deutschland e.V., stärkt Resilienz in Kitas und vermittelt Kindern spielerisch Strategien, um Herausforderungen zu bewältigen.
- FitKids ist ein praxiserprobtes Coachingprogramm zur Weiterentwicklung der Sucht-, Gesundheits- und Jugendhilfe im Sinne eines kommunalen Gesamtkonzept zum Schutz von Kindern und Jugendlichen mit sucht- und psychisch erkrankten Eltern. Sarah Schneider und Jörg Kons, Information und Hilfe in Drogenfragen e.V., stellten FitKids vor.
- A:aufklaren, präsentiert von Juliane Tausch, Der PARITÄTISCHE Hamburg, macht Kinder psychisch erkrankter Eltern sichtbar, sensibilisiert und vernetzt unterschiedliche Berufsgruppen und stärkt ihre Handlungssicherheit durch Beratung, Fortbildung und Fachinfos.
Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern haben nicht nur ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken, sie sind auch deutlich häufiger als Kinder gesunder Eltern körperlicher, emotionaler oder sexueller Gewalt ausgesetzt, vernachlässigt oder anderweitig in ihrem Schutz beeinträchtigt. Dies macht den Umgang mit den betroffenen Familien für HelferInnen oftmals schwierig und brisant: Es bestehen Unsicherheiten, wie belastende Fragen gut angesprochen werden können und wie die Kooperation der Eltern zu gewinnen und zu halten ist – und zugleich das Kind ausreichend Schutz erfährt und an Hilfen für die Familie beteiligt wird.
Im Workshop wurden die Hintergründe zur transgenerationalen Transmission, also generationsübergreifenden Weitergabe, von Traumata und psychischen Erkrankungen ebenso wie die rechtlichen Grundlagen des Kinderschutzes erläutert. An zwei Fallbeispiele haben die Teilnehmenden erarbeitet, warum Kinderschutz oft wie ein Tabu, wie ein "Elefant im Raum" erscheint.
Die Expertinnen Dr. Rieke Oelkers-Ax, Familientherapeutisches Zentrum Neckargemünd (FaTZ), und Birgit Averbeck, Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF), brachten Impulse ein.
Gesprächsrunde: Politik im Dialog
Zum Abschluss der Tagung fand unter dem Motto "Austausch über Herausforderungen, Ziele und gemeinsame Handlungsstrategien" eine parteiübergreifende Gesprächsrunde mit vier Mitgliedern des Bundestages statt:
- Wolfgang Dahler, MdB, CDU/CSU-Bundestagsfraktion
- Mandy Eißing, MdB, Die Linke
- Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdB, Bündnis 90/Die Grünen
- Truels Reichardt, MdB, SPD
Die vier Gesprächsbeteiligten haben aus unterschiedlichen Kontexten Erfahrungen mit Kindern aus psychisch und suchtbelasteten Familien: Wolfgang Dahler als Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Familienrecht, Truels Reichardt als Sozialpädagoge in der Jugendhilfe, Dr. Kirsten Kappert-Gonther als Fachärztin für Psychiatrie und Mandy Eißing als langjährige Kommunalpolitikerin im Jugendhilfeausschuss.
Über die Fraktionen hinweg bestand Einigkeit, dass es angesichts der vielen betroffenen Kinder und Jugendlichen Handlungsbedarf gibt und dass die Kooperation zwischen den Hilfesystemen gestärkt werden müssten. Schwierig werde dies durch die geteilten Zuständigkeiten im politischen Mehrebenen-System.
Truels Reichardt erklärte sich bereit, eine gemeinsame Sitzung der Ausschüsse Familie, Gesundheit und Arbeit & Soziales zum Thema zu organisieren. Wolfgang Dahler, Kirsten Kappert-Gonther und Mandy Eißing möchten das Kooperationsvorhaben auf und Bundestagsebene unterstützen.
Appell des Bündnisses KipsFam
Das Bündnis KipsFam hat in Zusammenarbeit mit den Tagungsveranstaltenden einen Appell an Bundesregierung und Bundestag formuliert. Das NZFH unterstützt den Appell und setzt sich weiter für die verbesserte Versorgung von Kindern psychisch erkrankter Elternteile ein.
Stand: 03. März 2026
Publikationen
Weitere Informationen auf fruehehilfen.de
Informationen anderer Websites
Arbeitsgruppe Kinder psychisch und suchtkranker Eltern
AFET – Bundesverband für Erziehungshilfe e.V.
Bundesarbeitsgemeinschaft BAG "Kinder psychisch erkrankter Eltern"
Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V.
Der Paritätische Gesamtverband
NACOA Deutschland Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V.
Seelenerbe – Verein erwachsener Kinder psychisch erkrankter Eltern