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Mit Wertschätzung und offenem Ohr

Ivonne Hilke, Koordinatorin der KinderWillkommen-Besuche (KIWI) in Köln, und Luisa Lühring vom Elternangebot "Herzlich willkommen im Leben" im Landkreis Verden berichten, wie sie vor Ort Willkommensbesuche umsetzen.

Eine Kurzfassung des Gesprächs ist im Frühe Hilfen aktuell 1/2026 erschienen.

Was ist das Ziel der Willkommensbesuche?

Hilke: Familienfreundlichkeit ist eine zentrale Säule im Leitbild der Stadt Köln. Mit unseren Willkommensbesuchen wollen wir unsere Wertschätzung für die Eltern zeigen und das Kind im Namen des Oberbürgermeisters willkommen heißen. Es geht uns darum, alle Eltern frühzeitig zu erreichen und über Angebote für ihr Baby in ihrem Stadtteil zu informieren. Uns ist wichtig, dass es ein freiwilliges und niedrigschwelliges Angebot für alle Familien ist.

Lühring: Bei unserem Besuch überbringen wir die Glückwünsche des Landrats und der Kommune für die Eltern. Wir besuchen wirklich jedes Kind. Es ist uns wichtig, mit dem Angebot unsere Wertschätzung auszudrücken. Bei dem Besuch erhalten die Eltern Informationen zu sozialräumlichen Angeboten. Wir beantworten Fragen, vernetzen und bieten bei Bedarf weitere Unterstützung. Wichtig ist auch, die Frühen Hilfen als Hilfsangebot zu etablieren, das nichts mit dem Jugendamt zu tun hat.

Wie lange gibt es die Willkommensbesuche bei Ihnen schon?

Hilke: 2007 hat der Rat der Stadt Köln aufgrund des Leitbildes beschlossen, Kinder in Köln mit dem KIWI-Angebot willkommen zu heißen. Im Jahr 2008 haben wir dann mit den Besuchen gestartet.

Lühring: Eine Kommune in unserem Landkreis hat bereits vor 17 Jahren mit den Willkommensbesuchen begonnen. Der restliche Landkreis hat dieses Jahr am 1. Juli das 15-jährige Jubiläum gefeiert.

Wie setzen Sie die Besuche um?

Hilke: Wenn die Eltern ihr Kind nach der Geburt beim Standesamt anmelden, erhalten sie einen Flyer zu den Willkommensbesuchen. Es gibt auch einen kurzen Infofilm. Etwa einen Monat nach der Geburt erreicht sie ein Schreiben der Stadt Köln mit weiteren Informationen und dem Angebot eines KIWI-Besuchs. Natürlich können Eltern das Angebot auch ablehnen. Die meisten Eltern wünschen sich aber einen Besuch und erhalten dann 4 Wochen nach unserem Schreiben mit dem Besuchsangebot einen Terminvorschlag. Die Termine werden von den verantwortlichen Jugendhilfeträgern in den Stadtteilen organisiert. Ehrenamtliche besuchen dann die Familien zu Hause. Dies dauert zwischen einer halben und einer dreiviertel Stunde. Das ist flexibel, je nachdem, wie der Bedarf der Familien ist.

Lühring: Es ist ein niedrigschwelliger Zugang zu den Familien. Wenn ein Kind geboren wurde, erhalten wir die entsprechenden Daten in verschlüsselter Form vom Einwohnermeldeamt. Dann schicken wir den Familien unseren Flyer und einen Terminvorschlag für den Besuch. Das ist nur ein Angebot. Die Eltern können den Termin völlig ohne Begründung absagen. Wir stellen den Familien ein Begrüßungstäschchen mit Informationen und Geschenken, zum Beispiel ein Pixibuch, auch ohne einen Besuch zur Verfügung. Die Dauer der Besuche richtet sich nach den Familien. Manche haben viele Fragen, dann dauert es etwas länger. Die Eltern haben auch immer die Möglichkeit, in unser Café Kinderwagen zu kommen und Fragen zu stellen.

Und wer führt die Besuche durch?

Hilke: Die Steuerung der KinderWillkommen-Besuche liegt beim Jugendamt. Für die neun Stadtbezirke sind sieben Jugendhilfeträger mit jeweils einer hauptamtlichen Fachkraft und insgesamt 120 bis 150 Ehrenamtlichen für die Willkommensbesuche zuständig. Die Ehrenamtlichen erhalten eine umfangreiche Schulung von 25 Stunden. Diese ist modular aufgebaut zu Grundlagen, Elternschaft und Eltern-Kind-Bindung, zu Diversity und Interkulturalität, zu Kinderbetreuung sowie zu Haltung und Kommunikation. Zusätzlich gibt es trägerinterne Lernmodule. Hospitationen sind ebenfalls Teil der Schulung. Die hauptamtlichen Fachkräfte begleiten die Ehrenamtlichen bei Fragen und Problemen. Es finden auch Treffen und weiterführende Schulungen für die Ehrenamtlichen statt.

Lühring: Eine Besonderheit bei uns im Landkreis ist, dass alle Angebote der Frühen Hilfen in Personalunion durchgeführt werden. Das heißt, Lotsendienste, Familienhebammen, Willkommensbesuche und unser Café Kinderwagen sind alles dieselben Personen. Die Familienbesucherinnen sind alle ausgebildete Fachkräfte, also Hebammen oder Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen. Sie bringen aber nicht nur Berufserfahrung, sondern auch Lebenserfahrung mit. Unsere Fachkräfte sind schon etwas älter. Dieser "Oma-Bonus" ist bei den Besuchen hilfreich.

Welche Themen kommen bei den Besuchen häufig vor?

Hilke: Das Thema Kinderbetreuung kommt so häufig vor, dass wir es in unsere Schulungen für die Ehrenamtlichen extra aufgenommen haben. Es gibt auch Fragen zu Angeboten in den jeweiligen Stadtteilen. Manche Familien wünschen sich weitere Beratung, beispielsweise zum Thema Gesundheit oder Schreien. Dann erhalten sie entsprechende Kontaktdaten durch die Ehrenamtlichen oder eine weiterführende Beratung durch unsere Fachkräfte der Träger.

Lühring: Häufig geht es um die Betreuung der Kinder, also Krippe und Kita. Oft kommen auch die üblichen Themen bei Neugeborenen vor wie Schlafen, Stillen und Flasche, kindliche Entwicklung. Gefragt wird nach Angeboten wie Babyschwimmkursen. Vernetzung zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten ist auch immer wieder ein Thema. Die schwierige Suche nach einer kinderärztlichen Praxis kommt ebenfalls immer wieder vor.

Wie werden die Willkommensbesuche angenommen?

Hilke: 90 bis 95 Prozent der Familien nehmen den Willkommensbesuch an. Die Zahl ist sehr konstant. Anfangs musste sich das Angebot erst rumsprechen. Bei einigen gab es auch Befürchtungen, dass es sich um einen Kontrollbesuch handelt. Aber wenn die Familien uns vor Ort kennenlernen, nehmen sie den Besuch als positiv und hilfreich wahr und melden uns dies auch zurück.

Lühring: Wir erreichen sehr viele Familien. Bei uns im Landkreis zählen wir knapp 1.200 Geburten im Jahr. Davon nehmen über 80 Prozent das Angebot der Willkommensbesuche an. Wir erleben aber auch Skepsis, warum jetzt das Jugendamt kommt. Das können wir aber schnell aufklären, da wir alle Familien ansprechen. Der ländliche Raum ist hierbei von Vorteil: Das Angebot spricht sich rum und auch unsere Fachkräfte sind bekannt.

Wie können Willkommensbesuche gelingen? Welche Tipps haben Sie?

Hilke: Für uns war es die richtige Entscheidung, die Willkommensbesuche mit Ehrenamtlichen durchzuführen, weil es Ängste nimmt. Die Ehrenamtlichen brauchen eine gute Vorbereitung und Begleitung, um die Eltern unterstützen zu können. Es ist wichtig, dass die Eltern wissen, was sie erwartet, und dass sie sich nicht selbst kümmern müssen. Attraktive Willkommensgeschenke helfen ebenfalls. Das Angebot spricht sich auch herum. Eltern nutzen auch gern den Informationsordner und blättern diesen durch. Wenn Eltern sich melden und mitteilen, dass sie noch nicht so gut Deutsch sprechen, versuchen wir, Ehrenamtliche mit entsprechenden Sprachkenntnissen zu finden. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, Eltern früh zu erreichen, wertzuschätzen und zu zeigen, dass sie nicht allein sind.

Lühring: Wichtig ist, Wertschätzung zu zeigen. Das bedeutet, auch das 10. Kind in einer Familie zu begrüßen. Es hilft ebenfalls, bei Terminen mit den Eltern flexibel zu sein. Zu betonen, dass die Willkommensbesuche freiwillig sind, ist Gold wert. Gleichzeitig sollte respektiert werden, wenn das Angebot nicht angenommen wird oder nur die Informationen. Wenn eine Familie Bedarf hat, ist es wichtig, diesen ernst zu nehmen und sich die Zeit einzurichten. Es wäre fatal, wenn der Besuch nur schnell abgehakt werden würde. Die Authentizität und der berufliche Hintergrund unserer Fachkräfte sind ebenfalls ein großer Gewinn. Kurze Wege durch eine gute Vernetzung der Fachkräfte und unbürokratische Hilfe für die Familien sind ebenso hilfreich. Familien präventiv und unkompliziert zu helfen, ist für alle gut. Dafür braucht es nicht immer große Taten, manchmal reicht schon ein offenes Ohr.