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Gelingende Kooperation zwischen Kitas und Frühen Hilfen

Das NZFH untersucht in einem Qualitätsentwicklungsprojekt gelingende Ansätze der Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen und Frühen Hilfen. Die Ergebnisse dienen dazu, ein Konzept für eine modellhafte Weiterentwicklung zu erarbeiten.

Eine gesunde Entwicklung und eine anregende Bildungsumgebung in den ersten Lebensjahren sind grundlegend für gesellschaftliche Teilhabe. Um Familien dabei zu unterstützen, gibt es viele Angebote. Die Frühen Hilfen und die institutionelle Kindertagesbetreuung sind zentrale Pfeiler des Unterstützungssystems.

Doch gerade psychosozial belastete Familien nehmen die Unterstützungsangebote seltener in Anspruch, obwohl sie am stärksten profitieren würden. Daraus ergeben sich grundlegende Fragen: Wie gelingt es, dieses Präventionsdilemma zu überwinden? Wie können belastete Familien besser erreicht und zielgerichtet unterstützt werden?

Diesen Fragen geht das NZFH in einem Qualitätsentwicklungsprojekt nach und untersucht die Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen und den Frühen Hilfen.

Stand der Forschung zur Zusammenarbeit von Kitas und Frühen Hilfen

Bisher fehlt es an systematischem Wissen, wie Akteure der Frühen Hilfen und Kindertageseinrichtungen zusammenarbeiten. Auch Erkenntnisse über gute Praxisbeispiele, erfolgreiche Ansätze und Bedingungen für den Erfolg von Kooperationsmodellen liegen kaum vor. Erste Informationen liegen aus dem NZFH vor:

  • Die vom NZFH veröffentlichte Expertise Kindertageseinrichtungen als Kooperationspartner der Frühen Hilfen gibt einen ersten ausführlichen Überblick. Sie schlussfolgert unter anderem, dass Kitas unverzichtbare Kooperationspartner der Frühen Hilfen sind und dass fallübergreifende und fallbezogene Kooperationen wichtig sind.
  • Aus den NZFH-Kommunalbefragungen ist zudem bekannt, dass im Jahr 2024 in über 86 Prozent der Kommunen Kindertagesstätten in die fallübergreifende Netzwerkarbeit der Frühen Hilfen eingebunden waren. Die Qualität dieser fallübergreifenden Zusammenarbeit wurde von den Kommunen durchschnittlich als "gut" eingeschätzt.
  • Auch das qualitative Forschungsprojekt Kita-Ausbau und Frühe Hilfen hat gezeigt, dass Kita-Fachkräfte die Frühen Hilfen als wichtiges Unterstützungsangebot für Familien schätzen. Zudem zeigte es auf, dass die Zusammenarbeit noch nicht überall ausreichend institutionalisiert, sondern weiter ausbaufähig ist.

Derzeit wird ein Eckpunktepapier mit Empfehlungen zur Kooperation von Kitas und den Frühen Hilfen erarbeitet. Das NZFH veröffentlicht es zeitnah hier auf fruehehilfen.de. 

Ziele und zentrale Fragen

Das NZFH-Projekt zielt darauf ab, die Schnittstelle von Kita und Frühen Hilfen systematisch zu untersuchen und Impulse für die Qualitätsentwicklung zu geben. Im Austausch mit der Fachpraxis geht es um folgende Fragen:

  • Welche konkreten Ansätze für eine gelingende Zusammenarbeit gibt es?
  • Welche kommunalen Konzepte, Angebote und Settings haben sich im Kooperationsfeld von Kindertagesbetreuung und Frühen Hilfen bewährt, um psychosozial belastete Familien zu erreichen, sie zu beraten und in passgenaue Unterstützungsangebote zu vermitteln? 
  • Wie kann ein Konzept für eine Modellentwicklung aussehen?

 Ablauf und Methodik

Das Qualitätsentwicklungsprojekt besteht aus drei Teilen:

  • Teil 1: Workshops mit relevanten Akteuren auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene
  • Teil 2: Bestandsaufnahme gelingender Ansätze und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung
  • Teil 3: Konzeption zur modellhaften Qualitätsentwicklung 

Das Projekt wird vom Fachbereich Qualitätsentwicklung im NZFH, BIÖG, und der Fachgruppe Frühe Hilfen im NZFH im Deutschen Jugendinstitut (DJI) durchgeführt und aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

Steckbrief

Projektteam

Till Hoffmann, NZFH, BIÖG
Jana Marscheider, NZFH, BIÖG
Stephanie Bremstahler, NZFH, BIÖG
Maarweg 149-161
50825 Köln

Ernst-Uwe Küster, NZFH, DJI
Nockherstr. 2
81541 München

Tabea Schlimbach, NZFH, DJI Außenstelle Halle 
Franckeplatz 1
Haus 12/13
06110 Halle (Saale)

Datenerhebung

Deutsches Jugendinstitut (DJI), Außenstelle Halle

Zeitraum

Projektlaufzeit: Februar bis Dezember 2026

Zielgruppen

  • Kommunen
  • Kitas
  • Netzwerke Frühe Hilfen

Ziele

  • Beispiele für gelingende Kooperationen
  • Kriterien für gelingende Kooperationen
  • Konzept zur modellhaften Qualitätsentwicklung

Stichproben

  • Kommunen, die in den Kommunalbefragungen 2025 Angaben zur Kooperation von Kitas und Netzwerken Frühen Hilfen gemacht haben
  • Akteure auf kommunaler sowie auf Landes- und Bundesebene, zum Beispiel:
    • Landeskoordinierungsstellen Frühe Hilfen 
    • Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ
    • Deutsche Liga für das Kind
    • Fachverbände, Trägerorganisationen, Wohlfahrtsverbände
    • Akteure aus der Qualifizierung, Fort- und Weiterbildung
    • Akteure aus dem Gesundheitsbereich
    • Einrichtungsleitungen

Recherchefragen

  • Wie arbeiten die Frühen Hilfen und Kindertageseinrichtungen zusammen? 
  • Welche systematischen Kooperationsmodelle gibt es? 
  • Welche Bedingungen führen zu einer gelingenden Kooperation? 
  • Welche Modelle sind erfolgsversprechend?
  • Mit welchen Modellen werden Eltern in psychosozialen Belastungslagen erreicht?

Methodik / Design

Teil 1: Austausch und Diskussion

  • Workshops mit Akteuren unterschiedlicher Handlungsebenen und Arbeitsbereiche, um Empfehlungen und Zwischenergebnisse zu diskutieren (vorbereitend für die Konzepterstellung)

Teil 2: Bestandsaufnahme

  • Online-Recherche und vertiefende leitfadengestützte Telefoninterviews zu ausgewählten Ansätzen, Protokollierung und inhaltsanalytische Auswertung

Teil 3: Konzepterstellung