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Öffentlichkeitsarbeit in Kommunen und Netzwerken

Die NZFH-Kommunalbefragungen liefern Erkenntnisse zur Öffentlichkeitsarbeit in den Frühen Hilfen. Sie zeigen, welchen Stellenwert Öffentlichkeitsarbeit für die Kommunen und Netzwerkkoordinierenden hat, welche Kanäle und Formate diese nutzen und wo ihre größten Probleme bei der Öffentlichkeitsarbeit liegen.

Das sind die zentralen Ergebnisse der Kommunalbefragung 2025:

  • Öffentlichkeitsarbeit gehört zu den fünf wichtigsten Aufgaben von Netzwerkkoordinierenden. 
  • Die Kommunen sehen für die Öffentlichkeitsarbeit Qualifizierungsbedarf bei den Netzwerkkoordinierenden.
  • Fast alle Kommunen nutzen klassische Formate wie Printmedien und Websites. 
  • Als größte Hürden für ihre Öffentlichkeitsarbeit nennen die Kommunen den Aufwand für Social Media sowie fehlende zeitliche und personelle Ressourcen. 
  • Die NZFH-Website elternsein.info ist den meisten Kommunen bekannt und wird von rund der Hälfte für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt. 

Seit dem Jahr 2013 erhebt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in den Kommunalbefragungen statistische Daten zum strukturellen Ausbau der Frühen Hilfen in Deutschland. In sechs von insgesamt sieben Erhebungen haben die Kommunen auch Fragen rund um das Thema Öffentlichkeitsarbeit beantwortet. Die Daten der Kommunalbefragung 2025 beziehen sich auf den Stichtag 31.12.2024. 564 Kommunen nahmen an der Befragung teil. Die Fragebögen wurden größtenteils von den Netzwerkkoordinierenden im Bereich Frühe Hilfen ausgefüllt (93,6 Prozent).

Aufgaben und Qualifizierungsbedarf von Netzwerkkoordinierenden

Welche Aufgaben übernehmen Netzwerkkoordinierende Frühe Hilfen in Kommunen und wie relevant sind diese?

  • Die Betreuung von Netzwerkgremien, die Organisation von Netzwerktreffen, der Austausch mit anderen Netzwerken und die konzeptionelle Weiterentwicklung des Netzwerks waren laut Kommunalbefragung 2025 in fast jeder Netzwerkkoordinierungsstelle relevant oder sehr relevant. Bei einer Auswahl von 19 relevanten oder sehr relevanten Aufgaben nahmen diese Aufgaben die ersten vier Plätze ein.
  • Öffentlichkeitsarbeit folgte an fünfter Stelle der relevanten oder sehr relevanten Aufgaben: 86,6 Prozent der Kommunen nannten Öffentlichkeitsarbeit als relevante oder sehr relevante Aufgabe, vor der Aufbereitung von Informationen für Familien und Fachkräfte (83,7 Prozent).
  • Die Relevanz der Öffentlichkeitsarbeit ist seit der ersten NZFH-Kommunalbefragung im Jahr 2013 um 7,2 Prozentpunkte gestiegen, die Relevanz von Informationsaufbereitung um 6,5 Prozentpunkte.

In welchen Bereichen sehen die Kommunen Qualifizierungsbedarf für die Netzwerkkoordinierenden Frühe Hilfen?

  • 65,1 Prozent der Kommunen gaben für Ende des Jahres 2024 Qualifizierungsbedarf an für den Einsatz digitaler Medien bei der Kommunikation im Netzwerk und in der Öffentlichkeitsarbeit. Zusätzlich äußerten 53,9 Prozent Bedarf an Qualifizierung zur allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit.

Nutzung von Kanälen und Formaten für die Öffentlichkeitsarbeit

Welche Kanäle oder Formate verwenden Kommunen für die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Frühen Hilfen?

  • Fast alle Kommunen nutzten Printmaterialien wie Flyer und Broschüren (97,5 Prozent), gefolgt von einer eigenen Website (93,1 Prozent).
  • Sehr verbreitet waren außerdem Informationsstände bei Veranstaltungen (83,5 Prozent) und die (aufwendigere) Durchführung eigener Veranstaltungen zu Frühen Hilfen (71,3 Prozent).
  • Fast zwei Drittel der Kommunen nutzten die Werbung über regionale Presseformate (65,1 Prozent).
  • Über die Webseite hinaus war die Nutzung digitaler Formate (Instagram, Facebook, Newsletter per E-Mail) deutlich weniger verbreitet.
  • Beiträge in den redaktionell betreuten klassischen Medien Radio und TV (13,8 Prozent) wurden am wenigsten genutzt.

Gibt es regionale Unterschiede?

  • Ostdeutsche Kommunen und kreisfreie Großstädte haben regionale Presse und Instagram seltener genutzt. Städtische Kreise nutzten die beiden Formate am meisten.
  • Die Präsenz auf und mit Veranstaltungen war dagegen in Großstädten weiter verbreitet als in anderen Siedlungstypen.
Kanal / Format

Bund

West

Ost

Kreisfreie GroßstädteStädtische KreiseLändliche Kreise

Dünn besiedelte ländliche Kreise

Printmaterialien (Flyer, Broschüren etc.)97,597,796,697,797,896,298,1
Website93,192,994,396,692,995,388,4
Informationsstand auf Veranstaltungen83,582,489,790,881,783,082,5
Informationsveranstaltungen zu Frühen Hilfen71,371,570,183,969,069,868,0
Werbung in der regionalen Presse65,168,148,351,770,567,060,2
Instagram37,840,721,829,941,836,835,0
Newsletter per E-Mail34,235,029,948,332,834,925,2
Facebook28,029,420,719,531,725,528,2
Beiträge in Radio/TV13,814,311,521,811,911,314,6

Stand: 31.12.2024. Prozentwerte. N = 564

Quelle: Kommunalbefragungen des NZFH im Rahmen des Monitorings Frühe Hilfen

Informationen zu den Angeboten im Netzwerk Frühe Hilfen

Wie viele Kommunen nutzen Printmedien oder Internetseiten, um Eltern und Kooperationspartnern die im Netzwerk abgestimmten Angebote und Maßnahmen gebündelt darzustellen?

  • Gedruckte Materialien oder Internetseiten, in denen die Angebote und Maßnahmen in der Kommune gesammelt und dargestellt werden, stellten in der Regel eine der ersten Schritte der Netzwerkbildung dar. Sie waren Ende 2024 in 70,1 Prozent der Kommunen vorhanden. In Ostdeutschland (82,1 Prozent) etwas mehr als in Westdeutschland (68 Prozent).

Wie viele Kommunen geben Begrüßungsschreiben und Informationsmaterialien an Eltern aus?

  • 90,3 Prozent der Kommunen gaben in der Kommunalbefragung 2023 an, dass sie spezielle Begrüßungsschreiben und weitere Informationsmaterialien zu den Angeboten der Frühen Hilfen vor Ort erstellt haben. Diese werden den Eltern beispielsweise bei Willkommensbesuchen oder in Geburtskliniken überreicht.

Wie weit verbreitet sind nicht-deutschsprachige Informationsmaterialien zu Frühen Hilfen? 

  • Von den Kommunen, die im Jahr 2023 Informationsmaterialien angeboten haben, bot jeweils rund die Hälfte diese Informationsmaterialien auch auf Englisch (55,6 Prozent), Arabisch (53,9 Prozent), Türkisch (47,3 Prozent) oder Russisch (44,7 Prozent) an.
  • Erstmals wurde im Jahr 2023 auch die Verbreitung von Informationsmaterialien in ukrainischer Sprache abgefragt. Demnach hatte bis zum Stichtag 30. April 2023 fast jede dritte Kommune, die über fremdsprachige Materialien verfügt, solche Materialien auch in ukrainischer Sprache erstellt (30,9 Prozent).
  • 28 Prozent der Kommunen, die Begrüßungsschreiben oder Informationsmaterialien anboten, hatten diese im Jahr 2023 nur in Deutsch vorliegen. 2015 lag dieser Wert noch bei 46,3 Prozent.
Nicht-deutschsprachige Informationsmaterialien zu Frühen Hilfen 201520202023
Englisch32,555,755,6
Arabischn. e.52,753,9
Türkisch37,046,647,3
Russisch33,739,544,7
Französischn. e.32,331,3
Ukrainischn. e.n. e.30,9
Polnisch11,515,816,5
Rumänisch3,512,013,6
Sonstige Fremdsprachen24,317,917,7
Kein fremdsprachiges Material vorhanden (Exklusivantwort)46,329,528,0
Keine Angabe (möglich)8,09,78,9

n. e. = nicht erhoben. Prozentwerte. Nur Kommunen mit Begrüßungsschreiben/Informationsmaterialien. Mehrfachantworten möglich. 2015: n = 486, 2020: n = 526, 2023: n = 514

Quelle: Kommunalbefragungen des NZFH im Rahmen des Monitorings Frühe Hilfen

Nutzung von elternsein.info durch Kommunen

Wie bekannt ist die NZFH-Website elternsein.info?

  • Fast alle befragten Kommunen (N = 564) kannten Ende des Jahres 2024 die Website elternsein.info (92,2 Prozent).

Wie viele Kommunen nutzen die Seite für ihre Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Frühe Hilfen?

  • Über die Hälfte der Kommunen (54,6 Prozent) nutzte die Website für die eigene Öffentlichkeitsarbeit.

Wie hilfreich finden Kommunen die Website elternsein.info, um Familien vor Ort zu erreichen?

  • Fast ein Drittel der Kommunen, die die Website nutzen, beurteilten sie als hilfreich oder sehr hilfreich (31,1 Prozent), knapp über ein Viertel als wenig oder gar nicht hilfreich (26,6 Prozent).
  • Fast die Hälfte der Kommunen (42,3 Prozent) wählte die mittlere Antwortkategorie.

Probleme bei der Öffentlichkeitsarbeit

Mit welchen Problemen haben Kommunen bei der Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Frühen Hilfen zu tun?

  • Über die Hälfte der Kommunen gab an, dass die Kommunikation mit Familien über Social-Media-Plattformen zu aufwendig ist (54,5 Prozent). Ähnlich viele gaben an, dass die zeitlichen oder personellen Ressourcen in der Netzwerkkoordinierungsstelle nicht ausreichend sind (52,1 Prozent).
  • Etwas weniger, aber auch knapp die Hälfte der Kommunen, nannten eine fehlende bundesweite Vereinheitlichung beim Erscheinungsbild (48,4 Prozent) als Hemmnis für Öffentlichkeitsarbeit, 40,8 Prozent eine fehlende bundesweite Definition von Frühen Hilfen.
  • Knapp ein Drittel der Kommunen gab technische (31,1 Prozent) und datenschutzrechtliche Hürden (28,0 Prozent) sowie fehlende Kompetenzen (29,7 Prozent) als Probleme an.
  • Die ungeklärte Zuständigkeit für Öffentlichkeitsarbeit sahen nur 17,7 Prozent der Kommunen als ein Hindernis.

Inwieweit zeigen sich bei den genannten Problemen regionale Unterschiede? 

  • Zwischen den städtischen und ländlichen Kommunen gab es nur geringe Unterschiede bei den genannten Problemen. Der größte Unterschied zeigte sich bei der Ansprache von Familien über Social-Media-Plattformen: Kommunen in dünnbesiedelten ländlichen Kreisen nannten den Aufwand deutlich häufiger als Hürde im Vergleich zu den anderen Kreistypen.
  • Deutlicher war der Unterschied im Ost-West-Vergleich: Ostdeutsche Kommunen nannten häufiger als westdeutsche Kommunen, dass nicht ausreichend Sachmittel zur Verfügung stehen. Dies traf bei 55,6 Prozent der Kommunen in Ostdeutschland und 33,6 Prozent in Westdeutschland zu. Auch den Aufwand für die Ansprache über Social-Media-Plattformen sowie technische Hürden für die Öffentlichkeitsarbeit im Internet nannten deutlich mehr ostdeutsche Kommunen als Probleme bei der Öffentlichkeitsarbeit.
Problem

Bund

West

Ost

Kreisfreie GroßstädteStädtische KreiseLändliche KreiseDünn besiedelte ländliche Kreise
Die Kommunikation mit Familien über Social-Media-Plattformen ist zu aufwendig54,553,162,051,051,555,466,0
Zeitliche/personelle Ressourcen in der Netzwerk-koordinierungsstelle sind für Öffentlichkeitsarbeit nicht ausreichend52,151,356,553,550,649,557,6
Frühen Hilfen fehlt ein bundesweit einheitliches Erscheinungsbild (Logo, Slogan etc.)48,449,244,447,049,652,942,1
Dass Frühe Hilfen bundesweit nicht einheitlich definiert sind, erschwert die Öffentlichkeitsarbeit40,841,537,240,737,348,041,9
Die Sachmittel für Öffentlichkeitsarbeit sind nicht ausreichend37,033,655,639,830,950,036,7
Die technischen Hürden sind für Öffentlichkeitsarbeit im Internet zu hoch31,129,938,233,828,131,236,8
Fachliche Kompetenzen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sind in der Netzwerkkoordinierungsstelle nicht ausreichend29,729,630,536,528,722,833,7
Die datenschutzrechtlichen Hürden sind für Öffentlichkeitsarbeit zu hoch28,028,027,829,524,335,128,6
Ungeklärte Zuständigkeit für Öffentlichkeitsarbeit17,717,419,322,118,510,818,8

Stand: 31.12.2024. Prozentwerte. Anteile mit Antworten 1 und 2 auf einer Skala von 1 = "trifft voll und ganz zu" bis 5 = "trifft gar nicht zu". N = 336-549

Quelle: Kommunalbefragungen des NZFH im Rahmen des Monitorings Frühe Hilfen

Publikationen zu den Kommunalbefragungen

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