KiD 0-3: Repräsentativbefragung 2022

Die bundesweit repräsentative Studie "Kinder in Deutschland 0-3" (KiD 0-3 2022) hat Daten zu psychosozialen Belastungen und Ressourcen von Familien mit Kindern bis drei Jahre erhoben, zur Gesundheit und Entwicklung der Kinder sowie zur Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten.
Die Studie untersuchte dabei auch, wie sich aktuelle Krisen, wie die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine, auf das elterliche Belastungsempfinden und die Gesundheit sowie Entwicklung der Kinder ausgewirkt haben.
Ergebnisse von KiD 0-3 beim Kongress Armut und Gesundheit 2026

Beim diesjährigen Kongress Armut und Gesundheit präsentiert das NZFH in der Auftaktveranstaltung zum Thema "Frühe Hilfen: Für einen gerechten Start ins Leben" in zwei Beiträgen auch Ergebnisse von KiD 0-3 2022:
- Soziale Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt: Perspektiven von Familien mit kleinen Kindern, Ilona Renner, NZFH, BIÖG
- Resilienzfaktoren in der frühen Kindheit: Die Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern im Kontext familialer Belastungen, Dr. Ulrike Lux, NZFH, DJI
Was sind zentrale Ergebnisse von KiD 0-3 2022?
Die Studienergebnisse zeigen, dass die große Mehrheit der Säuglinge und Kleinkinder in Deutschland einen "sehr guten" Gesundheitszustand aufweisen. Aber die Chancen auf ein gesundes und entwicklungsförderliches Aufwachsen sind ungleich verteilt. Erhebliche Belastungen zeigen sich bei Familien in Armutslagen.
Die Studienergebnisse unterstreichen auch, wie wichtig die Angebote der Frühen Hilfen sind: 92 Prozent der Eltern, die von einer Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegenden oder einer Familienhebamme zu Hause begleitet wurden, bewerten das Angebot als "hilfreich" oder "sehr hilfreich".
Wo sind Ergebnisse und Analysen veröffentlicht?
Zentrale Ergebnisse stellt das NZFH in Form von Faktenblätern zur Verfügung. Als eine von drei zentralen Studien liefert KiD 0-3 2022 auch Monitoring-Daten zur Bundesstiftung Frühe Hilfen. Die Analysen sind in den Wissenschaftlichen Bericht 2023 zur Bundesstiftung eingeflossen. Sie stehen zudem online zur Verfügung und werden fortlaufend aktualisiert: Daten zum Stand der Frühen Hilfen
Zwei Beiträge im Bundesgesundheitsblatt 12/2024 blicken auf Familien, die aus der Ukraine geflüchtet sind, sowie auf Kinder mit psychisch belasteten Eltern:
- "Man sitzt in einer Seifenblase, während die anderen Menschen leben." – Perspektiven geflüchteter ukrainischer Mütter mit Kindern von 0-3 Jahren
- Aufwachsen in einem psychisch belasteten Familienumfeld: Ergebnisse der bundesweit repräsentativen Studie "Kinder in Deutschland 0-3 2022"
Im Bundesgesundheitsblatt 7/2023 sind Ergebnisse zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Familien im Zusammenhang mit deren sozialen Lage veröffentlicht:
Weitere Veröffentlichungen – auch zu anderen Studien aus dem Studienprogramm Kinder in Deutschland 0-3 – sind in der Publikationen-Übersicht zu finden.
Datengrundlage für die Weiterentwicklung der Frühen Hilfen
Die Ergebnisse dienen dazu, besonders betroffene Kinder und Eltern zu identifizieren, ihren Hilfebedarf sichtbar zu machen und sowohl die Frühen Hilfen, als auch die pädiatrische Versorgung weiterzuentwickeln und dem Bedarf der Familien noch besser anzupassen.
Für die Vertiefungsstudie KiD@Home 2024 und die Längsschnittstudie Kinder in Deutschland 2025 hat das NZFH Teilnehmende der KiD-0-3-Studie rekrutiert. Mit KiD@Home 2024 untersucht das NZFH tiefergehend Lebenswelten und Bedarfe von Familien mit jungen Kindern in unterschiedlichen Belastungslagen. KiD 0-3 2025 analysiert aktuelle Daten und Verläufe seit der Erhebung im Jahr 2022.
Hintergrund und Finanzierung
In die im März 2022 gestartete Online-Erhebung konnten kurzfristig auch Fragen zum Erleben der Situation durch den Krieg in der Ukraine aufgenommen werden.
Analog zur Studie KiD 0-3 aus dem Jahre 2015 wurde die Studie in Kooperation mit kinder- und jugendärztlichen Praxen durchgeführt. Ergänzend zu den Angaben der Eltern wurde zudem eine pädiatrische Einschätzung zum kindlichen Gesundheitsstatus und Entwicklungsstand eingeholt.
Die Studie wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Bundesstiftung Frühen Hilfen aus dem Aktionsprogramm Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche der Bundesregierung gefördert.

