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Psychosoziale Belastungen und Hilfen

Um Kinder und Familien, die nach Deutschland geflüchtet sind, gut zu unterstützen, ist es wichtig, über psychosoziale Auswirkungen von Kriegs- und Fluchterfahrungen sowie Hilfs- und Versorgungsangebote Bescheid zu wissen. Auch mögliche Belastungen von Fachkräften und ehrenamtlich Engagierten sollten berücksichtigt werden. Hilfreiche Informationen sind hier in Form von Antworten auf häufige Fragen zusammengestellt. 

Fragen und Antworten wurden anfangs vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) im Auftrag des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) zusammengestellt und werden nach und nach erweitert.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema bieten auch aufgezeichnete Fachvorträge von Expertinnen und Experten sowie Interviews: Psychosoziale Belastungen und Hilfen: Vorträge

(zuletzt aktualisiert 20.03.2023)

Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf Belastungen. Dies gilt auch für potentiell traumatische Erlebnisse, zum Beispiel durch Krieg, Vertreibung oder Flucht, oder Belastungen im Ankunftsland, zum Beispiel durch unsichere Aufenthaltsbedingungen oder die Trennung von Angehörigen und Bezugspersonen. 

Nicht jedes potentiell traumatisierende Ereignis führt zu einer psychischen Störung. 

Ausführliche Informationen enthalten verschiedene Broschüren und Handreichungen, die hier auf der Plattform Frühe Hilfen zusammengestellt sind: Materialien für die Arbeit mit geflüchteten Familien

Zudem sind Expertinnen und Experten in ihren Vorträgen auf möglichen Auswirkungen von Kriegs- und Fluchterlebnissen eingegangen. Die Vorträge liegen als Aufzeichnungen vor: Psychosoziale Belastungen und Hilfen: Vorträge

(zuletzt aktualisiert 08.11.2022)

Das Universitätsklinikum Ulm, die Deutsche Traumastiftung und weitere Kooperationspartner haben ein internetbasiertes Tool zur Belastungseinschätzung und Interventionsplanung bei minderjährigen Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung entwickelt: PORTA Refugees richtet sich über zwei unterschiedliche Zugänge an medizinische und sozialpädagogische Fachkräfte.

Nach einmaliger Registrierung steht das Tool auf mehreren Sprachen zur Verfügung und wird durch unterschiedliche störungsspezifische Fragebögen, zum Beispiel zu Depression oder Verhaltensauffälligkeiten, ergänzt.
Porta Refugees

Dr. Thorsten Sukale hat das Tool in der digitalen Sprechstunde am 29.09.2022 vorgestellt, die als Aufzeichnung vorliegt: Gestufte Versorgungsmodelle in der psychosozialen Versorgung von Minderjährigen mit Fluchterfahrung und deren Familien

(zuletzt aktualisiert 20.03.2023)

Antworten geben Prof. Dr. Anke Kerschgens, Fliedner Hochschule Düsseldorf, und Prof. Dr. Marga Günther, Evangelische Hochschule Darmstadt, in einem Gespräch, das sie für die Ausgabe FRÜHE HILFEN aktuell 3/2018 zum Thema Migration und Flucht geführt haben. 
Im Gespräch: Bindungs- und Beziehungsfähigkeit im Blick

(zuletzt aktualisiert 08.12.2023)

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat auf einer Website hilfreiche Informationen und praktische Handlungsorientierungen zusammengestellt, wie Eltern ihren traumatisierten Kindern bestmöglich zur Seite stehen und sie unterstützen können. Der Online-Ratgeber steht auf Deutsch, Arabisch, Englisch, Farsi, Kurdisch, Russisch und Ukrainisch zur Verfügung, jeweils für vier Altersgruppen: Kleinkinder, Vorschulkinder, Schulkinder, Jugendliche:
BPtK: Elternratgeber Flüchtlinge

Die Stiftung Achtung!Kinderseele informiert in zwei animierten Erklärvideos über die Bedeutung von seelischer Gesundheit, Anzeichen von psychischen Auffälligkeiten und die richtigen Anlaufstellen in Deutschland. 
Die beiden Videos liegen auf der Website und dem YouTube-Kanal der Stiftung in fünf verschiedenen Sprachversionen vor: Deutsch, Englisch, Arabisch, Persisch und Ukrainisch.
Infos und Tipps für Eltern mit Flucht- und Migrationshintergrund

Über weitere Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien, die aus der Ukraine geflüchtet sind, informiert auch das NZFH auf seiner Website für Eltern:
Beratung und Informationen für Familien aus der Ukraine

(zuletzt aktualisiert 06.02.2023)

Eine übersichtliche Handreichung, wie Fachkräfte, Ehrenamtliche oder Eltern mit Kindern über Krieg sprechen können, sowie weitere Materialien und Arbeitshilfen sind auf einer gesonderten Plattform-Seite zusammengestellt: Materialien für die Arbeit mit geflüchteten Familien

(zuletzt aktualisiert 08.11.2022)

Schulungen bietet zum Beispiel die Kindernothilfe an, der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge oder Refugio München, ein Beratungs- und Behandlungszentrum für traumatisierte Menschen mit Fluchterfahrung.

Informationen zu Terminen, weiteren Themen und Fortbildungsanbietenden enthält die Übersichtsseite Fortbildungen für Fachkräfte und Gastfamilien

(zuletzt aktualisiert 08.11.2022)

Der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) bietet Einzelfallberatung an, um Menschen zu unterstützen, die geflüchteten jungen Menschen zur Seite stehen und entsprechenden Beratungsbedarf haben. Das Angebot richtet sich auch an geflüchtete junge Menschen selbst.
Zu festgelegten Zeiten können kostenlos Beratungsgespräche mit ukrainischer Übersetzung gebucht werden.
BumF: Beratung

(zuletzt aktualisiert 18.11.2022)

Die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAFF) hat in einer Publikation wichtige Einflussfaktoren für die psychische Gesundheit von Kindern in Sammelunterkünften zusammengestellt. Praxisbeispiele stellen unterschiedliche Ansätze vor, um traumatisierten Kindern zu helfen.
BAfF: Living in a box

Diese und weitere Broschüren und Materialien für Fachkräfte, die mit geflüchteten Familien zu tun haben, sind auf einer eigenen Plattform-Seite zusammengestellt: Materialien für die Arbeit mit geflüchteten Familien

(zuletzt aktualisiert 18.11.2022)

Einen Überblick für freiwillige Engagierte und Ehrenamtliche, die sich für Familien aus der Ukraine einsetzen, bietet die Homepage der Deutschen Stiftung Engagement und Ehrenamt:
Ukraine – Ehrenamt hilft gemeinsam
 
Einzelfallberatung können Ehrenamtliche vom Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge für geflüchtete Kinder, Jugendliche und Heranwachsende erhalten:
BumF: Beratung
 
Das VHS Ehrenamtsportal bietet eine Vielzahl an Materialien zur Fort- und Weiterbildung für ehrenamtlich Tätige an:
VHS-Ehrenamtsportal: Integration

Hilfsangebote in der Schwangerschaft

(zuletzt aktualisiert 18.11.2022)

Schwangere, geflüchtete Frauen befinden sich in mehrfacher Hinsicht in einer besonders vulnerablen Lebenslage. Die Sorge um das ungeborene Kind, die ungewisse Zukunft in einem fremden Land sowie neue, unbekannte Strukturen des Kinder- und Jugendhilfesystems und eine andere Sprache. Teilweise sind diese Frauen gleichzeitig noch für die Versorgung von Geschwisterkindern zuständig und haben die Flucht ohne partnerschaftliche Unterstützung bewältigen müssen. Entsprechend bedarf es einer besonders sensiblen Begleitung, bei der verschiedene Beratungsangebote und -themen zu Flucht und Schwangerschaftsberatung ineinandergreifen.

Wichtige Anlaufstellen und Informationen hat das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) auf seiner Website für Eltern, elternsein.info, zusammengestellt – auf Deutsch, Englisch, Ukrainisch und Russisch:  
Beratung und Informationen für Familien aus der Ukraine

Wichtig: Geflüchtete Familien und Schwangere aus der Ukraine können alle Angebote der Frühen Hilfen nutzen. Auch dazu informiert das NZFH in mehreren Sprachen:
Frühe Hilfen beraten Familien aus der Ukraine

(zuletzt aktualisiert 18.11.2022)

Der pro familia Landesverband Sachsen e.V. bietet in seinem Projekt "Fachdialognetz für schwangere und geflüchtete Frauen" und der dazugehörigen Website umfangreiche Informationen, weiterführende Handreichungen und Literaturempfehlungen, um Frauen in dieser besonderen Lebensphase angemessen zu unterstützen. Über eine Suchfunktion können zudem Expertinnen und Experten zu verschiedenen Themen- und Fachbereichen gefunden werden.  
Fachdialognetz für schwangere und geflüchtete Frauen

(zuletzt aktualisiert 18.11.2022)

Das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH (ism) hat Ergebnisse des Praxisprojektes "Sexualaufklärung und Familienplanung im interkulturellen Kontext" als Handreichung für die Praxis veröffentlicht.  Enthalten sind Erkenntnisse zur Gestaltung von Zugängen sowie Handlungsempfehlungen, wie Schwangerschafts(konflikt)beratung diversitätssensibel gestaltet werden kann.
Sexualaufklärung und Familienplanung im interkulturellen Kontext

Weitere Anregungen bieten zudem zwei Modellprojekte von Donum Vitae.

  • Das Projekt "Schwangerschaft und Flucht" hatte zum Ziel, geflüchtete Schwangere mittels aufsuchender Beratung zu begleiten. Daraus wurden Handlungsempfehlungen abgeleitet:
    Modellprojekt Schwangerschaft und Flucht
  • Im Rahmen eines weiteren Modellprojekts wurden unter dem Titel "HelB – Helfen. Lotsen. Beraten." Möglichkeiten erprobt, schwangere Geflüchtete auch online zu beraten. Auf der Projekthomepage stehen dazu Materialien zur Verfügung:
    Modellprojekt HeLB

Geflüchtete Kinder in der Kindertagesbetreuung

(zuletzt aktualisiert 21.12.2022)

Das Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (ifp) hat eine Handreichung erstellt mit wichtigen Informationen für Akteure aus dem Kita-Bereich sowie weiteren niedrigschwelligen Angeboten der Kinderbetreuung, wie sie geflüchtete Kinder aus der Ukraine gut begleiten können. Auch die Karl Kübel Stiftung hat hilfreiche Informationen zusammengestellt. 

Beide Broschüren sowie weitere Arbeitshilfen sind auf der Plattform-Seite zu finden: Materialien für die Arbeit mit geflüchteten Familien

(zuletzt aktualisiert 19.01.2023)

UNICEF, das ukrainische Bildungsministerium und Science and MEGOGO haben einen Onlinekindergarten ins Leben gerufen. Die Website bietet Lehrvideos für Kinder zwischen drei und sechs Jahren auf Ukrainisch.

Während das Projekt grundsätzlich Eltern dabei unterstützen will, ihre Kinder mit angemessenen Bildungsinputs zu versorgen, können diese Videos auch frühpädagogische Fachkräfte unterstützen, mit geflüchteten Kindern aus der Ukraine Brücken zu ihrer Heimat zu schlagen.
UNICEF: Online Kindergarten