10 Jahre Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)

Ausschnitte aus 10 Jahren NZFH mit inhaltlichen Meilensteinen, ausgewählten Veranstaltungen und Publikationen zeigen das Aufgabenspektrum und die Aktivitäten des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) seit seiner Gründung.

Ziel des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) ist es, Kinder durch eine möglichst wirksame Vernetzung von Hilfen des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe früher und besser vor Gefährdungen zu schützen und ihnen damit bessere Chancen für ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. 

Aber wie hat alles angefangen und wie hat sich das NZFH entwickelt? Was war besonders? Welche Forschungsprojekte wurden seither initiiert, wie der Austausch und die Vernetzung der Akteure vorangetrieben? Wie hat der Ausbau der Netzwerke funktioniert und was wird benötigt, um erfolgreiche Maßnahmen dauerhaft zu etablieren?

Der Blick zurück in die Jahre seit der Gründung beantwortet diese und weitere Fragen.

2007

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gründet im Rahmen des Aktionsprogramms "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) mit dem Ziel, den präventiven Kinderschutz und die Fachpraxis beim Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen zu stärken.


Träger des NZFH ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI). Der Sitz ist in der BZgA in Köln.


Bereits im ersten Jahr koordiniert das NZFH die wissenschaftliche Begleitung von zehn länderübergreifenden Modellprojekten.


Von Anfang an stehen dem NZFH zahlreiche Expertinnen und Experten zur Seite: ein wissenschaftlicher Beirat, bestehend aus Forscherinnen und Forschern, und ein Fachbeirat aus Vertreterinnen und Vertretern relevanter Institutionen und Verbände.

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2008

2008 erhält das NZFH auf der Grundlage eines Ministerpräsidentenbeschlusses einen zusätzlichen Aufgabenschwerpunkt: Um Defizite im Kinderschutz zu identifizieren und um aus problematischen Kinderschutzverläufen zu lernen, soll es eine Plattform für einen regelhaften Erfahrungsaustausch einrichten. Das NZFH intergriert von nun an das Thema "Lernen aus problematischen Kinderschutzverläufen".


Darüber hinaus stößt das NZFH die erste bundesweite Bestandsaufnahme zu Angeboten und Strukturen der Frühen Hilfen in den Kommunen an. Zum Austausch der Akteure sowie zur inhaltlichen Weiterentwicklung veranstaltet und unterstützt es außerdem verschiedene Fachtagungen und Konferenzen.

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2009

Im dritten Jahr seines Bestehens sorgt das NZFH für eine bessere Einordnung der Frühen Hilfen: Gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Beirat hat es eine Begriffsbestimmung Frühe Hilfen formuliert und veröffentlicht.


Der Koalitionsvertrag der neuen Regierung sieht vor, dass: "mit dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen der Aus- und Aufbau Früher Hilfen für einen aktiven Kinderschutz in Deutschland intensiviert werden".


Die Auftaktveranstaltung zum Projekt "Aus Fehlern lernen – Qualitätsmanagement im Kinderschutz" bietet Gelegenheit zum Fachaustausch zwischen Kommunen, Projektträgern und Fachkräften.


Die Tagung "Frühe Hilfen bei häuslicher Gewalt" bringt die bis dahin eher getrennt laufenden Arbeitsfelder "Schutz bei häuslicher Gewalt" und "Kinderschutz" zusammen.

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2010

Zum Ende der ersten Förderphase lädt das NZFH im Oktober zu einem Bundeskongress ein. Über 350 Akteure der Frühen Hilfen aus Wissenschaft und Fachpraxis sowie aus Bund, Ländern und Kommunen ziehen dort gemeinsam mit dem NZFH eine positive Bilanz. Lob kommt auch von Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder, die die zweitägige Veranstaltung eröffnet.


Im Dezember findet in Offenbach die erste ÜberRegionaleNetzwerkeKonferenz zum Thema "Voneinander Lernen" statt. Sie bildet den Auftakt für eine Reihe gleichnamiger Veranstaltungen in den Folgejahren.


Das NZFH erprobt in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg neue Wege: durch vertragsärztliche Qualitätszirkel soll künftig die Vernetzung der Fachkräfte besser gelingen.


Darüber hinaus veröffentlicht das NZFH mehrere Publikationen, darunter die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung der Modellprojekte und die Bestandsaufnahme zum Auf- und Ausbau Früher Hilfen.

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2011

Das NZFH startet in eine zweite Förderphase und erhält weitere Aufgaben zur Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen.


Ein gemeinsamer Beirat aus Wissenschaft und Fachpraxis wird berufen und über die nächsten vier Jahre das NZFH begleiten. Die Mitglieder widmen sich in Arbeitsgruppen unterschiedlichen Aufgabenbereichen des NZFH.


Eine vom NZFH herausgegebene Expertise zu Kosten und Nutzen der Frühen Hilfen zeigt erstmals, dass Frühe Hilfen im Erfolgsfalle ein Vielfaches an Folgekosten einsparen können.


Außerdem veröffentlicht das NZFH die Ergebnisse der zweiten Teiluntersuchung der Bestandsaufnahme Frühe Hilfen, einer deutschlandweiten Befragung von Jugend- und Gesundheitsämtern.

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2012

Das NZFH wird Kompetenzzentrum und Koordinierungsstelle des Bundes für die Bundesinitiative Frühe Hilfen. Diese ist im Bundeskinderschutzgesetz verankert, das am 1. Januar 2012 in Kraft tritt. Zum Auftakt mit der Bundesfamilienministerin kommen 250 Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Ländern und Kommunen nach Berlin. Das NZFH gestaltet die Veranstaltung inhaltlich und gibt zeitgleich mehrere Fachpublikationen zur Unterstützung der Fachkräfte heraus.

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2013

In diesem Jahr veröffentlicht das NZFH zahlreiche Publikationen zur Unterstützung der Akteure der Frühen Hilfen: Das NEST-Material für Frühe Hilfen erscheint in der ersten Auflage und wird auf einem Fachtag in Bremen vorgestellt. Die ebenfalls in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten erstellte qualitätsgesicherte Dokumentationsvorlage für Familienhebammen und vergleichbare Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich stößt auf große Resonanz.


Erstmals erscheinen der Informationsdienst Bundesinitiative Frühe Hilfen aktuell und der Datenreport Frühe Hilfen, die von nun an regelmäßig über neue Entwicklungen und Forschungsergebnisse informieren. Darüber hinaus veröffentlicht das NZFH weitere Fachpublikationen zur Unterstützung der Akteure der Frühen Hilfen.


Mit Förderung durch das NZFH startet die kommunale Austauschplattform inforo.online. Sie bietet Fachkräften die Möglichkeit zum Erfahrungs- und Wissensaustausch im passwortgeschützten Raum.


Die Reihe der ÜberRegionalen NetzwerkeKonferenzen setzt das NZFH in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt fort.

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2014

Das "Leitbild Frühe Hilfen" erscheint. Es präzisiert Begriffe, Grundlagen und Arbeitsbereiche der Frühen Hilfen und greift dabei die Entwicklungen im Feld Frühe Hilfen auf.


Auf der Halbzeitkonferenz der Bundesinitiative Frühe Hilfen zieht Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit dem NZFH und 300 Akteuren der Frühen Hilfen eine positive Bilanz. Grundlage sind unter anderem erste Ergebnisse der Begleitforschung sowie Erfahrungen aus den Ländern und Kommunen, die das NZFH im Zwischenbericht an den Bundestag über den Stand des Ausbaus der Frühen Hilfen durch die Bundesinitiative Frühe Hilfen vorlegt.


Mit der DVD "Guter Start in die Familie – Frühe Hilfen verstehen und verwirklichen" veröffentlicht das NZFH einen Film, der in der Aus- und Fortbildung von Fachkräften im Bereich Frühe Hilfen eingesetzt werden kann.


Im November veranstaltet das NZFH gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden Württemberg (KVBW) eine Tagung zum Thema "Gemeinsam Verantwortung tragen – Interprofessionelle Qualitätszirkel als Instrument in den Frühen Hilfen".


Das NZFH fördert ein Modellprojekt in Osnabrück, bei dem sich das regionale Netzwerk Frühe Hilfen mit dem Elterntelefon "Nummer gegen Kummer" vernetzt.

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2015

Das NZFH entwickelt und veröffentlicht sukzessive Qualifizierungsmodule für Familienhebammen und Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger in den Frühen Hilfen.


Das vom NZFH geförderte Modellprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg zur Vernetzung durch interdisziplinäre Qualitätszirkel wird mit dem Präventionspreis der Stiftung für gesundheitliche Prävention Baden-Württemberg ausgezeichnet.


Im Rahmen einer Erprobungsphase unterstützt das NZFH elf Kommunen, die das Modellprojekt zur Einbindung des Elterntelefons "Nummer gegen Kummer" in ihr Netzwerk Frühe Hilfen übernehmen.


Unter dem Titel "Netze weben – Brücken bauen" startet das NZFH eine neue Konferenzreihe zur Netzwerkarbeit und Netzwerkkoordination.


In Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätsklinikums Heidelberg lädt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen zu einer zweitägigen Fachveranstaltung zum Thema "Stellt die frühe Kindheit Weichen?“ ein.

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2016

Das NZFH legt den Bericht 2016 zur Bundesinitiative Frühe Hilfen vor.


43 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis bilden den NZFH-Beirat der dritten Förderphase und begleiten das NZFH bei seinen vielfältigen Aufgaben.


"Gemeinsam stark für Familien – Frühe Hilfen, Gesundheit und präventiver Kinderschutz" ist das Thema einer Kooperationstagung, die das NZFH mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Gesundheit & Frühe Hilfen (BAG) und weiteren Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen und der Jugendhilfe durchführt. BMFSFJ und BMG fördern die Veranstaltung.


Das Eckpunktepapier "Kinder von Eltern mit psychischen Erkrankungen in den Frühen Hilfen" formuliert Empfehlungen zu einer besseren Vernetzung der psychiatrischen Versorgungssysteme mit den präventiven, niedrigschwelligen Angeboten der Frühen Hilfen.

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2017

Die bessere Vernetzung von Fachkräften unterschiedlicher Disziplinen und Hilfesysteme ist ein zentrales Anliegen der Tagung "Interdisziplinäre Versorgung von Kindern psychisch kranker Eltern aus Sicht der Frühen Hilfen", mit der das NZFH in das Jahr startet.


Mit dem Impulspapier "Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen" gibt es in den ersten Monaten des Jahres Beiträge und Empfehlungen des Wissenschaftlers Prof. Raimund Geene heraus. Die Veröffentlichung bietet eine Grundlage für den weiteren Fachaustausch und soll zur Stärkung beider Systeme beitragen.


Außerdem bietet das NZFH Ländern und Kommunen ein praxiserprobtes Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit (ÖA-Paket) an, mit dem sie Eltern in belasteten Lebenslagen erreichen und einen zusätzlichen Zugang zu den Angeboten Früher Hilfen vor Ort schaffen können. Über 70 Kommunen haben bis Mitte des Jahres ihr Interesse bekundet, die Materialien einzusetzen.

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