2017

Foto: Tagung interdisziplinäre Versorgung von Kindern psychisch kranker Eltern aus Sicht der Frühen Hilfen
Tagung Interdisziplinäre Versorgung von Kindern psychisch kranker Eltern aus Sicht der Frühen Hilfen

Die bessere Vernetzung von Fachkräften unterschiedlicher Disziplinen und Hilfesysteme ist ein zentrales Anliegen der Tagung "Interdisziplinäre Versorgung von Kindern psychisch kranker Eltern aus Sicht der Frühen Hilfen", mit der das NZFH in das Jahr startet.

Mit dem Impulspapier "Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen" gibt es in den ersten Monaten des Jahres Beiträge und Empfehlungen des Wissenschaftlers Prof. Raimund Geene heraus. Die Veröffentlichung bietet eine Grundlage für den weiteren Fachaustausch und soll zur Stärkung beider Systeme beitragen. 

Außerdem bietet das NZFH Ländern und Kommunen ein praxiserprobtes Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit (ÖA-Paket) an, mit dem sie Eltern in belasteten Lebenslagen erreichen und einen zusätzlichen Zugang zu den Angeboten Früher Hilfen vor Ort schaffen können. Über 70 Kommunen haben bis Mitte des Jahres ihr Interesse bekundet, die Materialien einzusetzen.


Impulse zur Verbesserung der interdisziplinären Versorgung von Kindern psychisch kranker Eltern aus Sicht der Frühen Hilfen sind das Ziel der gleichnamigen Tagung, die das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Ulm am 27. Januar 2017 in Berlin veranstaltet. Ein zentrales Anliegen ist dabei die bessere Vernetzung von Fachkräften aus unterschiedlichen Disziplinen und Hilfesystemen. Die Grundlage zur Tagung bildet das 2016 vom NZFH veröffentlichte Eckpunktepapier "Kinder von Eltern mit psychischen Erkrankungen im Kontext der Frühen Hilfen".


Bild: ÖA-Paket

"Macht Mut, sich Hilfe zu holen. Zeigt, dass man nicht allein mit Problemen dasteht.", "Das ist genau das, was man denkt." Die O-Töne aus der Elternbefragung zu den Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit des ÖA-Pakets – Materialien zur Elternansprache verdeutlichen dessen Erfolg. Über 70 Kommunen möchten das ÖA-Paket in ihrer Kommune nutzen. Die NZFH bietet darin praxiserprobte Medien an, mit denen Kommunen das Elterntelefon der "Nummer gegen Kummer" und die Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) als Zugänge zu Frühen Hilfen bewerben können. Plakate, Postkarten, Abreißzettel, Infokarten sowie Anzeigen für Print- und Onlinemedien informieren über die „Nummer gegen Kummer" und die Online-Elternberatung der bke. Beide Angebote sind etabliert und bundesweit anonym und kostenlos erreichbar. Die Netzwerke erhalten so zwei kompetente Anbieter, die Eltern wertschätzend beraten, zu Frühen Hilfen informieren und auf Wunsch in die Angebote Früher Hilfen vor Ort überleiten. Das ÖA-Paket bietet den verantwortlichen Akteuren in den Kommunen außerdem Informationen und Materialien für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit, um ihre Angebote Frühe Hilfen vor Ort bekannt zu machen.


Mit dem Impulspapier "Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen" bietet das NZFH den Akteuren beider Systeme eine Grundlage, sich über unterschiedliche Standpunkte auszutauschen, voneinander zu lernen und zu diskutieren. Die von Autor Prof. Raimund Geene erarbeiteten Empfehlungen zielen damit auf eine gegenseitige Stärkung von Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen.


Qualifizierungsmodul Netzwerke Frühe Hilfen systemisch verstehen und koordinieren ist ein Angebot an Einrichtungen und Träger, die in der Weiterbildung von Netzwerkkoordinierenden Frühe Hilfen aktiv sind und dabei gezielt systemische Inhalte und Methoden für diese Tätigkeit vermitteln möchten. Entwickelt von der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF e.V.) in Kooperation mit dem NZFH wurde das Weiterbildungsangebot mit Koordinierungskräften aus drei Bundesländern praktisch erprobt und begleitend evaluiert. Der hieraus entstandene Evaluationsbericht beschreibt die Ergebnisse der Evaluation und leistet einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung in der Weiterbildung von Netzwerkkoordinierenden.

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