2015

Konferenzreihe Netzwerkarbeit und Netzwerkkoordination
Konferenzreihe Netzwerkarbeit und Netzwerkkoordination

Das NZFH entwickelt und veröffentlicht sukzessive Qualifizierungsmodule für Familienhebammen und Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger in den Frühen Hilfen.

Das vom NZFH geförderte Modellprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg zur Vernetzung durch interdisziplinäre Qualitätszirkel wird mit dem Präventionspreis der Stiftung für gesundheitliche Prävention Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Im Rahmen einer Erprobungsphase unterstützt das NZFH elf Kommunen, die das Modellprojekt zur Einbindung des Elterntelefons "Nummer gegen Kummer" in ihr Netzwerk Frühe Hilfen übernehmen.

Unter dem Titel "Netze weben – Brücken bauen" startet das NZFH eine neue Konferenzreihe zur Netzwerkarbeit und Netzwerkkoordination.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätsklinikums Heidelberg lädt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen zu einer zweitägigen Fachveranstaltung zum Thema "Stellt die frühe Kindheit Weichen?“ ein.


Bild: Qualifizierungsmodule

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) veröffentlicht die ersten drei Qualifizierungsmodule für Familienhebammen und Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger (FGKiKP). Die Qualifizierungsmodule sind ein Angebot an alle, die Fort- und Weiterbildung für diese Fachkräftegruppe der Frühen Hilfen planen oder durchführen, und können sowohl vollständig als auch in Auszügen in die Praxis übernommen werden. Entwickelt werden die Qualifizierungsmodule vom Felsenweg-Institut, einer Bildungseinrichtung der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie in Kooperation mit dem NZFH. Sämtliche Inhalte und Methoden werden unter Beteiligung zahlreicher Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Fachpraxis erstellt und beraten. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) finanziert die Entwicklung der Qualifizierungsmodule im Rahmen der Bundesinitiative Frühe Hilfen.


Foto: Präventionspreis 2015

Das vom NZFH initiierte und geförderte Modellprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) "Vernetzung vertragsärztlicher Qualitätszirkel mit Frühen Hilfen" wird beim Großen Präventionspreis 2015 der Stiftung für gesundheitliche Prävention Baden-Württemberg in der Kategorie "Werdende Mütter und Eltern" ausgezeichnet. Sozialministerin Karin Altpeter überreicht am 22. Juli in Stuttgart die Urkunden an Projekte, die den Kindern des Landes ein gesundheitsförderliches Aufwachsen von Geburt an ermöglichen. 


Nach der erfolgreichen Modellphase in Osnabrück übernehmen 2015 elf Kommunen das Projekt im Rahmen einer Erprobungsphase zur Einbindung des Elterntelefons der "Nummer gegen Kummer" in ihr Netzwerk Frühe Hilfen. Das NZFH unterstützt die teilnehmenden Kommunen und Landkreise bei der Etablierung des Angebots mit einem Materialpaket. Dieses enthält Informationsmedien zur Bewerbung des Beratungsangebots sowie einen Leitfaden zur Umsetzung des kommunalen Kommunikationskonzepts mit Empfehlungen, die auf der Evaluation des Modellprojekts in Osnabrück basieren. Nummer gegen Kummer e.V.  übernimmt in der Erprobungsphase die interne Schulung der Beratenden zum Thema Frühe Hilfen und unterstützt die Durchführung der Öffentlichkeitsarbeit vor Ort. Inzwischen wird das erfolgreiche Kooperationsprojekt allen Kommunen in Form eines ÖA-Pakets – Materialien zur Elternansprache angeboten.


Foto: Konferenzreihe Netzwerkarbeit und Netzwerkkoordination

Unter dem Titel "Netze weben – Brücken bauen: Multiprofessionelle Kooperations- und Versorgungsstrukturen in den Frühen Hilfen" startet das  NZFH eine neue Konferenzreihe zur Netzwerkarbeit und Netzwerkkoordination.
Mit dieser Konferenzreihe schafft das NZFH eine Plattform, auf der die zentralen Akteure der Netzwerkarbeit aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Themen im Kontext Früher Hilfen diskutieren und sich mit Kolleginnen und Kollegen sowie mit Leitungskräften über kommunale Strategien und Perspektiven in den Frühen Hilfen austauschen können.
Mehrere Hundert Verantwortliche der Frühen Hilfen aus verschiedenen Kommunen Deutschlands, Netzwerkkoordinierende sowie Leitungskräfte aus Jugendämtern und Gesundheitsämtern, nehmen an den beiden Konferenzen im April in Potsdam und im Mai in Frankfurt am Main teil.


Foto: Workshop "Qualitätsentwicklung für die Koordination und den Einsatz Ehrenamtlicher im Kontext Früher Hilfen"

Im Rahmen des NZFH-Workshops im Oktober in Köln zur Qualitätsentwicklung für die Koordination und den Einsatz Ehrenamtlicher im Kontext Früher Hilfen entwickeln Fachkräfte aus Praxis und Wissenschaft gemeinsam Empfehlungen im Hinblick auf Qualitätskriterien für ehrenamtliche Arbeit in den Frühen Hilfen. Hintergrund ist, dass in vielen Programmen und Projekten der Frühen Hilfen Ehrenamtliche tätig sind, der Einsatz Ehrenamtlicher zur Begleitung und Unterstützung von Familien in belastenden Lebenslagen allerdings kontrovers diskutiert wird. Als Orientierungsrahmen für den Austausch und die Diskussion zwischen den 35 Workshop-Teilnehmenden dient das von Prof. Dr. Heiner Keupp und Prof. Dr. Luise Behringer im Auftrag des NZFH erstellte Impulspapier "Frühe Hilfen aus zivilgesellschaftlicher Perspektive".


Foto: Tagung "Stellt die frühe Kindheit Weichen?"

Das Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätsklinikums Heidelberg und das NZFH laden im September 2015 zu einer zweitägigen Tagung zum Thema "Stellt die frühe Kindheit Weichen?" ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aus dem In- und Ausland stellen neueste Erkenntnisse vor, die die besondere Bedeutung der frühen Kindheit für das spätere Leben belegen. Zugleich werden notwendige primär- und sekundärpräventive Strategien thematisiert, um die Kinder und ihre belasteten Eltern zu stärken. Dem Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen in Deutschland kommt dabei besondere Bedeutung zu. Im Rahmen der Tagung hält Prof. Dr. Manfred Cierpka, Ärztlicher Direktor des Instituts für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätsklinikums Heidelberg, seine Abschiedsvorlesung zum Thema: "Psychosoziale Prävention".


Mit der neuen Publikationsreihe "Impulse zur Netzwerkarbeit Frühe Hilfen" unterstützt das NZFH durch einzelne Fachbeiträge vor allem kommunale Akteure der Frühen Hilfen. Die Online-Publikationsreihe greift relevante aktuelle Themen aus Forschung und Praxis auf und gibt Anstöße für die kommunale Diskussion. Dafür konnten Autorinnen und Autoren gewonnen werden, die jeweils eine Herausforderung aus ihrer fachlichen Perspektive erörtern und den Bezug zu den Frühen Hilfen herstellen. Im ersten Beitrag schreibt Prof. Dr. Reinhold Schone "Zur Einbindung von Netzwerken Frühe Hilfen in die Planung der kommunalen Infrastrukturentwicklung".


Das NZFH veröffentlicht 2015 den Pädiatrischen Anhaltsbogen zur Einschätzung von psychosozialem Unterstützungsbedarf (U3-U6). Er wurde im Auftrag des NZFH von einer Expertengruppe entwickelt und in einem umfangreichen Praxistest erprobt. Die Ergebnisse der Evaluation des Pädiatrischen Anhaltsbogens zeigen, dass Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte bei ihren Patientenfamilien mithilfe eines Beobachtungsrasters unterschiedliche psychosoziale Belastungen systematischer erkennen können. Der Pädiatrische Anhaltsbogen soll Ärztinnen und Ärzten damit bei der Beurteilung psychosozialer Belastungen und der Hilfebedarfe der Eltern als Arbeitshilfe dienen.


Der Datenreport Frühe Hilfen 2015 präsentiert Daten, Analysen und Ausblicke aus überregionalen Studien zur aktuellen Entwicklung und Ausgestaltung von Frühen Hilfen in Deutschland. Der vom NZFH in Kooperation mit der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik an der Technischen Universität Dortmund herausgegebene Report stellt unter anderem Ergebnisse aus der Kommunalbefragung des NZFH vor. Demnach ist der Aufbau von Netzwerken Frühe Hilfen nahezu abgeschlossen. In fast 100 Prozent der befragten Kommunen existieren inzwischen ein oder mehrere Netzwerke Frühe Hilfen, womit gute strukturelle Voraussetzungen für den Erfolg Früher Hilfen geschaffen sind. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit der Kooperation zwischen Kinder-und Jugendhilfe und Gesundheitswesen im Bereich Frühe Hilfen sowie mit der Schnittstelle zu den Hilfen zur Erziehung und zum intervenierenden Kinderschutz.

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