2014

Das "Leitbild Frühe Hilfen" erscheint. Es präzisiert Begriffe, Grundlagen und Arbeitsbereiche der Frühen Hilfen und greift dabei die Entwicklungen im Feld Frühe Hilfen auf. 

Auf der Halbzeitkonferenz der Bundesinitiative Frühe Hilfen zieht Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit dem NZFH und 300 Akteuren der Frühen Hilfen eine positive Bilanz. Grundlage sind unter anderem erste Ergebnisse der Begleitforschung sowie Erfahrungen aus den Ländern und Kommunen, die das NZFH im Zwischenbericht an den Bundestag über den Stand des Ausbaus der Frühen Hilfen durch die Bundesinitiative Frühe Hilfen vorlegt.

Mit der DVD "Guter Start in die Familie – Frühe Hilfen verstehen und verwirklichen" veröffentlicht das NZFH einen Film, der in der Aus- und Fortbildung von Fachkräften im Bereich Frühe Hilfen eingesetzt werden kann.

Im November veranstaltet das NZFH gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden Württemberg (KVBW) eine Tagung zum Thema "Gemeinsam Verantwortung tragen – Interprofessionelle Qualitätszirkel als Instrument in den Frühen Hilfen". 

Das NZFH fördert ein Modellprojekt in Osnabrück, bei dem sich das regionale Netzwerk Frühe Hilfen mit dem Elterntelefon "Nummer gegen Kummer" vernetzt.


Cover: Leitbild Frühe Hilfen

Auf der Grundlage von 14 Leitsätzen hat die Arbeitsgruppe "Leitbild" des Beirats des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) das Leitbild Frühe Hilfen formuliert, das im Frühjahr 2014 von NZFH und Beirat verabschiedet wird. Ein Leitsatz zum rechtlichen Fundament der Frühen Hilfen sowie dreizehn Leitsätze zum Arbeitsfeld Frühe Hilfen werden darin ausführlich erläutert und präzisieren Begriffe, Grundlagen und Arbeitsbereiche der Frühen Hilfen. Das Leitbild soll Fachkräften in den Frühen Hilfen Orientierung geben und die Partner in den Netzwerken dabei unterstützen, ein gemeinsames Verständnis von Frühen Hilfen zu entwickeln. Es greift dabei auch die Entwicklungen im Feld Frühe Hilfen auf und ergänzt die im Jahr 2009 vom NZFH mit dem wissenschaftlichen Beirat herausgegebene Begriffsbestimmung Frühe Hilfen. Das Leitbild hebt vor allem die Orientierung an Bedarfen der Familien hervor, die wertschätzende und auf Vertrauen basierende Grundhaltung sowie den ressourcenstärkenden Charakter der Frühen Hilfen.


Cover: Halbzeitkonferenz

Auf der Halbzeitkonferenz der Bundesinitiative Frühe Hilfen am 13. November in Berlin zieht Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit dem NZFH und 300 Akteuren der Frühen Hilfen aus Bund, Ländern und Kommunen eine positive Bilanz. Was haben wir erreicht? Was ist gut verlaufen, was hat weniger gut funktioniert? Und vor welchen Herausforderungen stehen wir, um passgenaue Angebote bundesweit nach Ablauf der Bundesinitiative dauerhaft sicherstellen zu können? Dies sind die zentralen Fragen, die in Fachforen und an Thementischen diskutiert werden. NZFH und die Landeskoordinierungsstellen sowie weitere Partnerinnen und Partnern gestalten diese Diskussionsrunden. 

Als Datengrundlage legt das NZFH den Zwischenbericht zur Bundesinitiative Frühe Hilfen vor, der auf den ersten Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitforschung sowie auf den Erfahrungen der Kommunen, Länder und des Bundes basiert. Der Zwischenbericht sowie weitere auch in den Folgejahren gewonnene Erkenntnisse bilden die empirische Grundlage für die Empfehlungen zur fachlichen Weiterentwicklung der Frühen Hilfen auch über die Laufzeit der Bundesinitiative Frühe Hilfen hinaus.


Cover: DVD Guter Start in die Familie

Im Oktober hat der Lehrfilm "Guter Start in die Familie – Frühe Hilfen verstehen und verwirklichen" in Berlin Premiere. Der vom NZFH geförderte 90-minütige Film dient primär der Aus- und Fortbildung der Fachkräfte im Bereich Frühe Hilfen. Zentrales Anliegen ist es, insbesondere den in der Geburtshilfe tätigen Fachkräften, aber auch allen Fachkräften, die sich in den Frühen Hilfen engagieren, die große Bedeutung ihrer Mitwirkung bei den Frühen Hilfen bewusst zu machen. Der Film ist systematisch in Kapitel gegliedert. Kurze Trickfilmszenen vermitteln die jeweiligen Kernbotschaften, während die komplexeren dokumentarischen Sequenzen den Arbeitsalltag der Fachkräfte zeigen: bei Familien in der Klinik, zu Hause oder bei Teambesprechungen und Netzwerktreffen. Expertinnen und Experten kommentieren und ergänzen die dargestellten Situationen. Insgesamt 46 Minuten Bonusmaterial greifen vertiefend verschiedene Aspekte auf. Ergänzend zum Film erscheint eine umfangreiche Begleitbroschüre.


Tagung Fachtagung "Weil der Anfang zählt – Frühe Hilfen und Geburtskliniken

Mit der Fachtagung "Weil der Anfang zählt – Frühe Hilfen und Geburtskliniken" am 30. Januar 2014 in Köln wendet sich das NZFH erstmals sowohl an Netzwerkpartner der Frühen Hilfen als auch an Mitarbeitende in Geburtskliniken. Diese verfügen über einen frühzeitigen guten Zugang zu fast allen Eltern und sind wichtige Partner in Netzwerken Frühe Hilfen. Veranstaltet vom NZFH, dem Deutschen Caritasverband e.V. und der WHO/UNICEF-Initiative "Babyfreundlich" ist das Ziel der Veranstaltung, Geburtskliniken bundesweit stärker in die Netzwerke der Frühen Hilfen einzubeziehen und damit die Brücke zwischen Gesundheitswesen und Frühen Hilfen weiter auszubauen. Damit setzen die Veranstalter einen Impuls, der in beiden Systemen auf große Resonanz stößt. 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Geburtskliniken, Koordinatorinnen und Koordinatoren der kommunalen Netzwerke Frühe Hilfen sowie Partnerinnen und Partner in den kommunalen Netzwerken Frühe Hilfen nutzen das Angebot, sich zu informieren, auszutauschen und zu vernetzen.


Tagung "Kinderschutz - Handln mit Risiko"

"Kinderschutz – Handeln mit Risiko" ist das Thema einer Fachtagung, zu der das NZFH im März nach Berlin einlädt. Im Mittelpunkt stehen Erkenntnisse und Themen des Projektbereichs "Lernen aus problematischen Kinderschutzverläufen", z.B. die Erkenntnis, dass das Handeln im Kinderschutz in vielfältiger Weise mit Risiken behaftet ist. Die Weiterentwicklung der Qualitätssicherungsstrategien soll dazu beitragen, problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und "Fehler" zu reduzieren.


Tagung "Gemeinsam Verantwortung tragen – Interprofessionelle Qualitätszirkel als Instrument in den Frühen Hilfen"

Am 26. November findet in Berlin eine Tagung des NZFH gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden Württemberg (KVBW) zum Thema "Gemeinsam Verantwortung tragen – Interprofessionelle Qualitätszirkel als Instrument in den Frühen Hilfen" statt. Das NZFH hat in Baden-Württemberg ein mehrstufiges Modellprojekt gefördert, das eine tragfähige Struktur zur flächendeckenden Vernetzung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit der Kinder- und Jugendhilfe entwickelt und erprobt. Das zentrale Instrument in diesem Vernetzungsprozess sind interprofessionelle Qualitätszirkel zur systematischen Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten sowie Fachkräften der Frühen Hilfen aus der Kinder- und Jugendhilfe. Auf der Tagung werden sowohl Ergebnisse des Modellprojekts vorgestellt, als auch die Frage nach der weiteren Verbreitung des Konzepts diskutiert.


"Zusammen schaffen wir das schon" lautet das Motto des Modellprojekts, das im Januar in Osnabrück startet und im September mit einem Abschlussworkshop aller Beteiligten endet. In dem Modellprojekt kooperiert das Elterntelefon der "Nummer gegen Kummer e.V." mit dem regionalen Netzwerk Frühe Hilfen. Über das Elterntelefon wird ein anonymer und kostenfreier Zugang zu den Angeboten des Netzwerks Frühe Hilfen in Osnabrück geschaffen. Bei Bedarf und auf Wunsch der Eltern informieren die Berater und Beraterinnen am Elterntelefon passgenau über Angebote für Eltern mit Kindern ab der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr in schwierigen Lebenslagen. 
Das NZFH fördert in dem Modellprojekt sowohl die Vernetzung des Elterntelefons mit den Akteuren in den Frühen Hilfen in Osnabrück als auch die Bewerbung des Elterntelefons als Zugang zu den Angeboten vor Ort. Inzwischen wurde das Kooperationsprojekt weiterentwickelt und wird allen Kommunen in Form eines ÖA-Pakets – Materialien zur Elternansprache angeboten.

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