2013

NEST-MaterialNEST-Material für Frühe Hilfen

In diesem Jahr veröffentlicht das NZFH zahlreiche Publikationen zur Unterstützung der Akteure der Frühen Hilfen: Das NEST-Material für Frühe Hilfen erscheint in der ersten Auflage und wird auf einem Fachtag in Bremen vorgestellt. Die ebenfalls in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten erstellte qualitätsgesicherte Dokumentationsvorlage für Familienhebammen und vergleichbare Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich stößt auf große Resonanz. 

Erstmals erscheinen der Informationsdienst Bundesinitiative Frühe Hilfen aktuell und der Datenreport Frühe Hilfen, die von nun an regelmäßig über neue Entwicklungen und Forschungsergebnisse informieren. Darüber hinaus veröffentlicht das NZFH weitere Fachpublikationen zur Unterstützung der Akteure der Frühen Hilfen.

Mit Förderung durch das NZFH startet die kommunale Austauschplattform inforo.online. Sie bietet Fachkräften die Möglichkeit zum Erfahrungs- und Wissensaustausch im passwortgeschützten Raum. 

Die Reihe der ÜberRegionalen NetzwerkeKonferenzen setzt das NZFH in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt fort.


Cover: Bundesinitiative Frühe Hilfen aktuell  01 2013

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) startet in 2013 mit einem neuen Periodikum: der Informationsdienst Bundesinitiative Frühe Hilfen aktuell erscheint künftig mehrmals jährlich und informiert über Entwicklungen im Bereich der Frühen Hilfen.

Jede Ausgabe enthält ein Interview mit Expertinnen oder Experten der Frühen Hilfen aus Praxis, Wissenschaft oder Politik und Berichte aus den Ländern. Die Rubriken "Impulse" und "Info kompakt" bieten konkrete Unterstützung für Akteure der Frühen Hilfen u.a. mit Hinweisen auf Austauschmöglichkeiten, gelungene Praxisbeispiele, Neuerscheinungen und Termine.


Nach einer Testphase wird im Mai 2013 die kommunale Austauschplattform inforo.online für Fachkräfte freigeschaltet. Das NZFH bietet in einem passwortgeschützten Raum die Möglichkeit zur Online-Diskussion über Fachthemen und lädt Fachkräfte der Frühen Hilfen zum aktiven Erfahrungs- und Wissensaustausch ein. Darüber hinaus steht dort eine vom NZFH entwickelte "Werkzeugkiste" mit Arbeitsmaterialien wie Vorlagen, Checklisten oder Leitfäden zur Verfügung. Außerdem können sich Kommunen per "Visitenkarte“ präsentieren - beispielsweise allgemeine Daten zur kommunalen Struktur hinterlegen und ihre Aktivitäten im Bereich der Frühen Hilfen beschreiben.


Foto: Fachtag NEST

Rund 100 Fachkräfte der Frühen Hilfen kommen am 30. September 2013 zum Fachtag NEST nach Bremen. Im Rahmen des Fachtags mit dem Schwerpunktthema Partizipation in den Frühen Hilfen stellt das NZFH die NEST-Materialien für Fachkräfte in den Frühen Hilfen vor. Gefördert vom BMFSFJ im Rahmen der Bundesinitiative Frühe Hilfen hat die Stiftung Pro Kind das NEST-Material gemeinsam mit dem NZFH entwickelt. 

Das NEST-Material richtet sich an Fachkräfte der Frühen Hilfen und soll diese bei ihrer Arbeit mit Familien unterstützen. Es besteht zum einen aus Arbeitsblättern, die die Fachkräfte mit den Familien gemeinsam bearbeiten können. Zum anderen enthält das NEST-Material Hintergrundinformationen, die den Fachkräften den Einsatz des Materials erleichtern. Der Begriff NEST steht für eine Umgebung, in der Kinder gesund, geborgen und sicher aufwachsen können. Das NEST-Material dient dem präventiven Ansatz der Frühen Hilfen und deckt ein breites Spektrum an Themen der Frühen Hilfen ab, die für Familien von der Schwangerschaft bis zum Ende des zweiten Lebensjahres wichtig sind. Die Inhalte sind speziell auf bildungsferne Familien zugeschnitten. Texte, Grafiken und Papier entsprechen den Regeln der Leichten Sprache.


Ende 2013 veröffentlicht das NZFH als weiteres Serviceangebot für Fachkräfte der Frühen Hilfen und deren Arbeit in Familien die qualitätsgesicherte Dokumentationsvorlage für Familienhebammen und vergleichbare Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich. Entwickelt hat das NZFH die Arbeitshilfe in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis und in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie ist ein Serviceangebot für die Zielgruppe und steht als Download sowie inzwischen auch als Printversion kostenlos zur Verfügung. Mit der Vorlage können Familienhebammen und Angehörige vergleichbarer Berufsgruppen ihrer Dokumentationspflicht vollständig nachkommen, was ihnen auch Rechtssicherheit gibt.


Im Kontext der Bundesinitiative Frühe Hilfen hat das NZFH für die kommunale Praxis einen Leitfaden zum Einsatz von Familienhebammen in Netzwerken Frühe Hilfen entwickelt. Der Leitfaden für Kommunen gibt die aktuellen Kenntnisse und Sachstände zum Einsatz von Familienhebammen in lokalen Netzwerken Früher Hilfen wieder, sofern sie für den Einsatz im Kontext der Bundesinitiative relevant sind. Im ersten Kapitel geht es um fachliche Grundlagen und Hintergrundinformationen, um die Möglichkeiten und Grenzen des Tätigkeitsspektrums von Familienhebammen in den Frühen Hilfen darzustellen. Das zweite Kapitel behandelt Fragen, die für die organisatorische und strukturelle Einbindung von Bedeutung sind. Hinweise auf weiterführende Informationen und Materialien beinhaltet das dritte Kapitel. Ein Glossar mit Definitionen und ausführlicheren Erläuterungen zu ausgewählten Fachbegriffen rundet den Leitfaden ab.


Die Datenlage sowohl zu den Belastungen von Familien als auch zu den Netzwerken und Angeboten Früher Hilfen ist 2013 noch unbefriedigend und die Erhebung der Daten wenig systematisch. Mit dem Datenreport Frühe Hilfen | Ausgabe 2013 veröffentlicht das NZFH Ende des Jahres gemeinsam mit der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik an der TU Dortmund einen ersten Beitrag für eine notwendige empirische Vermessung. Der Datenreport 2013 enthält Beiträge von Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Arbeitskontexten. Sie liefern jeweils spezifische Einblicke mit unterschiedlichen empirischen Zugängen. Die Beiträge bewegen sich zwischen einer Bestandsaufnahme, einer Bilanzierung vorliegender Erkenntnisse und Perspektiven für eine Verbesserung der Datenlage.


Foto: ÜberRegionale NetzwerkeKonferenz "Voneinander Lernen" in Raben Steinfeld

In Raben Steinfeld findet die ÜberRegionale NetzwerkeKonferenz "Voneinander Lernen" statt, eine gemeinsame Konferenz des NZFH und des Ministeriums für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern zur effektiven Versorgung mit Unterstützungsangeboten für Familien. Wie kann die Versorgung mit Frühen Hilfen am besten gelingen – vor allem in weniger dicht besiedelten Regionen? Das ist eine der zentralen Fragen mit denen sich rund 250 Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Schwangerschaftsberatung, der Frühförderung und dem Gesundheitswesen beschäftigen.

Bei der ÜberRegionalen NetzwerkeKonferenz im Oktober in Magdeburg steht die Frage im Vordergrund, wie Familien durch die Angebote der Frühen Hilfen am besten unterstützt werden können. Der gemeinsamen Einladung des NZFH und des Ministeriums für Arbeit und Soziales in Sachsen-Anhalt sowie weiterer Städte und Landkreise zur eintägigen Netzwerkekonferenz folgen 120 Fachkräfte der Frühen Hilfen aus Sachsen-Anhalt.


Im Rahmen des Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekt Aus Fehlern lernen – Qualitätsmanagement im Kinderschutz wird die Bedeutung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Kinderschutz deutlich. Unter dem Titel Kinder im Kinderschutz veröffentlicht das NZFH die Ergebnisse einer Studie auf der Basis einer ausschnitthaften empirischen Analyse von zehn Kinderschutzakten aus fünf Kommunen. Sie betrachtet die unterschiedlichen Perspektiven der Fachkräfte und der betroffenen Kinder und Jugendlichen, stellt die Befunde aus der Aktenanalyse vor und gibt erste Hinweise für eine bessere Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen. Darüber hinaus werden Ansätze für weitere Forschungen in diesem Bereich diskutiert. Die Publikation nimmt damit die Perspektive der betroffenen Kinder im Kinderschutz ein und geht der Frage nach, inwieweit deren Bedürfnisse und Wünsche bei der Gestaltung des Hilfeprozesses berücksichtigt werden und einfließen. Die Autorinnen und Autoren der Studie plädieren für eine stärkere Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Kinderschutz.

Die Publikation Aus Fehlern lernen – Qualitätsmanagement im Kinderschutz stellt die Ergebnisse des ersten umfassenden Fehlerforschungs- und Qualitätsentwicklungsprojekts im kommunalen Kinderschutz in Deutschland vor. Die Autorinnen und Autoren zeigen auf, welche Bedingungen zu Krisen im Kinderschutz führen können und wie man im Dialog mit allen Akteurinnen und Akteuren aus diesen Fehlern lernen kann.


Eine gute Kooperation zwischen Frühen Hilfen und Frühförderung bietet die Chance, frühzeitig auf die besonderen Bedürfnisse von kleinen Kindern mit Entwicklungsrisiken aufmerksam zu werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Impulspapier des NZFH Interdisziplinäre Frühförderung und Frühe Hilfen – Wege zu einer intensiveren Kooperation und Vernetzung, das von der Bundesvereinigung Lebenshilfe und der Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung e.V. (VIFF) unterstützt wird. Ausgangspunkt war eine vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. veranstaltete Fachtagung zu dieser Thematik. Das Impulspapier zeigt die aktuelle Lage sowie Stärken und Probleme der Frühen Hilfen und Interdisziplinären Frühförderung auf. Ziel des Impulspapiers ist es, eine breitere Diskussion in und zwischen den Systemen Frühe Hilfen und Interdisziplinäre Frühförderung anzuregen.

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