2010

Cover: Modellprojekte Ergebnisdarstellung

Zum Ende der ersten Förderphase lädt das NZFH im Oktober zu einem Bundeskongress ein. Über 350 Akteure der Frühen Hilfen aus Wissenschaft und Fachpraxis sowie aus Bund, Ländern und Kommunen ziehen dort gemeinsam mit dem NZFH eine positive Bilanz. Lob kommt auch von Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder, die die zweitägige Veranstaltung eröffnet.

Im Dezember findet in Offenbach die erste ÜberRegionaleNetzwerkeKonferenz zum Thema "Voneinander Lernen" statt. Sie bildet den Auftakt für eine  Reihe gleichnamiger Veranstaltungen in den Folgejahren.

Das NZFH erprobt in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg neue Wege: durch vertragsärztliche Qualitätszirkel soll künftig die Vernetzung der Fachkräfte besser gelingen.

Darüber hinaus veröffentlicht das NZFH mehrere Publikationen, darunter die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung der Modellprojekte und die Bestandsaufnahme zum Auf- und Ausbau Früher Hilfen.


Foto: NZFH Bundeskongress Podium

Der erste Bundeskongress des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) steht unter dem Titel "Von Anfang an. Gemeinsam." Mit rund 350 Teilnehmenden aus ganz Deutschland stößt der zweitägige Fachkongress im Oktober 2010 auf sehr großes Interesse. Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder eröffnet den Kongress und die Posterausstellung der Modellprojekte zu Frühen Hilfen.  

Akteure der "ersten Stunde" diskutieren am ersten Kongresstag die bisherige Entwicklung Früher Hilfen in Deutschland unter dem Titel "Ganz schön viel dazu gelernt…" – Vier Jahre Aktionsprogramm Frühe Hilfen. In zwei Fachvorträgen bewerten Prof. Dr. Ute Thyen, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des NZFH und Dr. Heidemarie Rose, Mitglied des Fachbeirats des NZFH die Entwicklung Früher Hilfen aus der Perspektive des Gesundheitssystems und des Jugendhilfesystems. Als internationaler Experte spricht der Niederländer Prof. Dr. Dr. h.c. Marinus H. van Ijzendoorn vom Institut für pädagogische Wissenschaften der Universität Leiden über "Frühe Intervention zur Förderung guter Elternschaft". Umfassend beteiligen sich die anwesenden Fachkräfte an acht parallelen Foren zu Einzelthemen Früher Hilfen, in denen Botschaften an die Fachwelt erarbeitet werden. Die abschließende Podiumsdiskussion greift am zweiten Kongresstag diese Botschaften auf. Sie steht unter dem Titel: "Strategisch in die Zukunft denken"- Frühe Hilfen auf dem Weg in die Regelversorgung.


"Interdisziplinäre Frühförderung im System der Frühen Hilfen" lautet der Titel einer Fachtagung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen in Kooperation mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe vom 22. bis 23. März 2010 in Kassel. Erstmals tauschen sich auf Bundesebene Fachkräfte der Behindertenhilfe mit denen der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens aus. Gemeinsames Ziel ist es, neue Wege der Zusammenarbeit zu finden. Dies gilt als Schlüssel für die bestmögliche Prävention von Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung und die Bereitstellung Früher Hilfen. 


Foto: ÜberRegionale NetzwerkeKonferenz "Voneinander Lernen" in Offenburg

Im Dezember 2010 laden das NZFH und das Landratsamt Ortenaukreis Akteure der Frühen Hilfen aus den umliegenden Stadt- und Landkreisen zur ersten ÜberRegionalen NetzwerkeKonferenz "Voneinander Lernen" nach Offenburg  ein. Ziel der eintägigen Pilot-Konferenz ist ein überregionaler Fachaustausch der badischen Kommunen mit ihrer breiten Vielfalt unterschiedlicher Ansätze im Bereich der Frühen Hilfen.
In den Folgejahren bilden weitere ÜberRegionaleNetzwerkeKonferenzen eine Plattform für einen qualifizierten Austausch zwischen Fachkräften in den Frühen Hilfen. Im Mittelpunkt stehen dabei Kooperations- und Vernetzungsmöglichkeiten sowie Praxiserfahrungen.


Um die Zusammenarbeit der Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe zu fördern, beauftragt das NZFH die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg eine Koordinationsstelle einzurichten. Ziel ist es, über das im ärztlichen Versorgungssystem etablierte Instrument der vertragsärztlichen Qualitätszirkel die lokalen Angebote Früher Hilfen besser zu vernetzen.


Cover Imagebroschüre

Das NZFH veröffentlicht die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation der Modellprojekte. Diese bilden eine Grundlage für die Ausarbeitung des Bundeskinderschutzgesetzes, das Anfang 2012 in Kraft treten wird und der darin verankerten Bundesinitiative Frühe Hilfen.

 


Darüber hinaus gibt das NZFH das "Werkbuch Vernetzung - Chancen und Stolpersteine interdisziplinärer Kooperation und Vernetzung im Bereich Früher Hilfen und im Kinderschutz" heraus. Es bietet Fachkräften praktische Tipps zur Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitsdiensten. Die Publikation wurde von einem Forschungsteam um Prof. Dr. Jörg Fegert und PD Dr. Dr. Ute Ziegenhain an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm erstellt. Grundlage sind Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation des Modellprojekts "Guter Start ins Kinderleben". Dieses Modellprojekt wurde in gemeinsamer Initiative der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen entwickelt.
In einer Broschüre stellt das NZFH  die grundlegenden Konzepte Früher Hilfen, die Aufgaben, Ziele und Projekte sowie die Organisationsstruktur des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen vor.


Bundesgesundheitsblatt

Ende 2010 erscheinen ferner zwei Ausgaben der Fachzeitschrift "Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz" zum Schwerpunktthema Frühe Hilfen. Die Ausgaben wurden unter redaktioneller Beteiligung des NZFH erstellt. In den Ausgaben 10/2010 und 11/2010 unter dem Titel "Frühe Hilfen zum gesunden Aufwachsen von Kindern. Interdisziplinäre und intersektorale Zusammenarbeit, Teil 1 und Teil 2“ befassen sich die Autorinnen und Autoren unter anderem mit der Gesundheitsförderung bei Kindern, mit Familienhebammen sowie der elterlichen Feinfühligkeit bei psychosozialen Belastungen.

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