2008

Cover: Aus Fehlern lernen - Vorstellung des Projektbereichs

2008 erhält das NZFH auf der Grundlage eines Ministerpräsidentenbeschlusses einen zusätzlichen Aufgabenschwerpunkt: Um Defizite im Kinderschutz zu identifizieren und um aus problematischen Kinderschutzverläufen zu lernen, soll es eine Plattform für einen regelhaften Erfahrungsaustausch einrichten. Das NZFH intergriert von nun an das Thema "Lernen aus problematischen Kinderschutzverläufen"

Darüber hinaus stößt das NZFH die erste bundesweite Bestandsaufnahme zu Angeboten und Strukturen der Frühen Hilfen in den Kommunen an. Zum Austausch der Akteure sowie zur inhaltlichen Weiterentwicklung veranstaltet und unterstützt es außerdem verschiedene Fachtagungen und Konferenzen.


Im Jahr 2008 ergeben sich mit dem Projektbereich "Lernen aus problematischen Kinderschutzverläufen" neue Aufgaben für das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) mit dem Ziel, die Weiterentwicklung im Kinderschutz in Deutschland zu unterstützen und aus Fehlern und Fallanalysen problematischer Kinderschutzverläufe zu lernen. Grundlage des neuen Projektbereichs, der inzwischen unter dem Titel "Qualitätsentwicklung im Kinderschutz" weitergeführt wird, ist der gemeinsame Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz der Länder und der Bundeskanzlerin vom 12. Juni 2008, Schwachstellen im Kinderschutz zu identifizieren und aus problematischen Kinderschutzverläufen systematisch zu lernen. Aufgabe des NZFH ist es, eine Plattform für einen regelhaften Austausch einzurichten. 

Cover: Lernen aus problematischen Kinderschutzverläufen

Einen ersten Beitrag liefert die unter der Leitung von Professor Jörg Fegert erstellte Expertise "Lernen aus problematischen Kinderschutzverläufen – Machbarkeitsexpertise zur Verbesserung des Kinderschutzes durch systematische Fehleranalyse". Die Expertise, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereits im Dezember 2007 in Auftrag gegeben hatte, stellt dar, wie in anderen Anwendungsbereichen Fehler analysiert werden und welche Bedingungen dafür notwendig sind. Auf der Basis von Medienanalysen und Interviews mit Kinderschutzexperten beschreibt sie typische Lücken im System des Kinderschutzes und formuliert Empfehlungen für eine Verbesserung.


Das NZFH bringt 2008 außerdem das Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekt "Aus Fehlern lernen – Qualitätsmanagement im Kinderschutz" auf den Weg. Mit der Durchführung des Projekts wird die Alice-Salomon-Hochschule Berlin in Kooperation mit dem Kronberger Kreis für Qualitätsentwicklung e.V. unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhart Wolff und Prof. Dr. Uwe Flick beauftragt. Insgesamt nehmen über 40 Kommunen aus zwölf Bundesländern teil. Das Projekt wird bis 2011 dauern. Die Ergebnisse münden anschließend in die Publikation: Praxisleitfaden – Dialogische Qualitätsentwicklung im kommunalen Kinderschutz


In einer ersten Bestandsaufnahme befasst sich das NZFH seit 2008 damit, die bundesweite Etablierung und Weiterentwicklung Früher Hilfen in Kommunen und bei Trägern zu erfassen. Die erste von drei Teiluntersuchungen führt Ende 2008 das Deutsche Institut für Urbanistik (DIfU) im Auftrag des NZFH durch. Ziel der Untersuchung ist es, die kommunalen Aktivitäten im Bereich Früher Hilfen und in der Vernetzung und Kooperation von zwei bis dahin weitgehend getrennter sozialer Unterstützungs- und Versorgungssysteme – der Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen – zu erfassen.


Zum Thema "Schwangerschaftsberatungsstellen als Brückenbögen zu Jugendhilfe und Gesundheitswesen" veranstalten das NZFH und die Abteilung Sexualaufklärung, Familienplanung und Verhütung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im September 2008 in Kooperation mit den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege eine Fachtagung in Bad Lauterberg. Die Veranstaltung stellt eine Initiative für Kooperation und Vernetzung der Akteure aus der Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen dar und bietet fachliche Anregungen zur Weiterentwicklung regionaler Netzwerke Frühe Hilfen.


Die Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik und das NZFH veranstalten im November 2008 gemeinsam die Fachtagung "Frühe Hilfen interdisziplinär. Zum Stand des Aufbaus Früher Hilfen in Deutschland" in Berlin. Die Tagung ist eine Folgetagung der im Jahr 2006 durchgeführten Fachtagung "Frühe Intervention und Hilfe. Vom Neben- zum Miteinander von Pädiatrie und Jugendhilfe", die eine Annäherung von Pädiatrie und Kinder- und Jugendhilfe erreichen will. 2008 sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Bund, Ländern und Kommunen vertreten. Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist u.a. die  Frage der Vernetzung auf kommunaler Ebene.

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