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Programmpunkte des Werkstatt-Tags für Qualifizierende in den Frühen Hilfen

Übersicht über den Tagungsablauf und Beschreibung der Themen-Tische

09:30 Uhr

Anmeldung

10:00 Uhr

Begrüßung

10:15 Uhr

Impuls zu: Intuitive Kompetenz
Dr. Nicole Strüber

11:15 Uhr

Gemeinsames Kennenlernen

11:35 Uhr

Kaffeepause

11:50 Uhr

World Café Qualifizierung I

13:00 Uhr

Mittagspause

13:45 Uhr

World Café Qualifizierung II

14:55 Uhr

Kaffeepause

15:10 Uhr

Ergebnispräsentation und Ausblick

16:25 Uhr

Impuls zu: Konzept des Mentalisierens für die Frühen Hilfen
Dipl.-Psych. Anna Georg (Institut für psychosoziale Prävention- Universitätsklinikum Heidelberg)

16:45 Uhr

Verabschiedung und Ende

Themen-Tische in den World Cafés

1. Interdisziplinarität

Interdisziplinarität stellt ein zentrales Arbeitsprinzip der Frühen Hilfen dar. Dies beinhaltet, dass Akteure aus den Netzwerken Frühe Hilfen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen untereinander, aber auch mit den Eltern und Kindern, deren Angehörigen in den Frühen Hilfen zusammenarbeiten. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit gewinnt besonders dann an Bedeutung, wenn anspruchsvolle Versorgungssituationen für Familien vorliegen, in denen eine einzelne Berufsgruppe nicht (mehr) über die ganze Expertise verfügt, um auf komplexe Bedürfnisse allein zu reagieren. Sie ist mehr als nur ein Nebeneinander verschiedener Berufsgruppen, die mit derselben Familie arbeiten. In einem multiprofessionellen Team, das den Austausch pflegt und gemeinsame Zielsetzungen anstrebt, treffen auch unterschiedliche professionelle Kulturen aufeinander. Voraussetzung in der Praxis ist Zeit, ein fachliches Konzept aber natürlich auch finanzielle Rahmenbedingungen. An diesem Tisch sollen unter anderem die folgenden Fragen im Mittelpunkt stehen: Welchen Beitrag kann Qualifizierung leisten? Wie werden Qualifizierungsteilnehmende dazu angeregt ihr eigenes berufliches Selbstverständnis zu reflektieren oder die Fähigkeiten der anderen involvierten Berufsgruppen kennenzulernen, zu respektieren und im Sinne der Familie einzusetzen?

2. Haltung

In den Frühen Hilfen wird von den Fachkräften erwartet, dass diese grundsätzlich eine professionelle Haltung einnehmen. So sollen beispielsweise die Akteure aus den Systemen des Gesundheitswesens und der Kinder-Jugendhilfe eine gemeinsame Haltung im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft für Familien und ihre Kinder entwickeln. Freiwillige und Fachkräfte in den Frühen Hilfen sollen Familien wertschätzend und empathisch begegnen. Wie entwickelt sich Haltung, welche Dimensionen gibt es und wie können Fachkräfte und Freiwillige (neue) Selbstkompetenzen entwickeln? Wie kann im Rahmen der Qualifizierungen mit den Fachkräften am Thema "Haltung" gearbeitet werden?

3. Nachhaltigkeit

Ein nachhaltige Wirksamkeit beruflicher Bildungsmaßnahmen, das heißt vor allem unter dem Aspekt eines erfolgreichen Transfers von Innovationen sowie einer dauerhaften Wirksamkeit von beruflichen Lehr- und Lernprozessen, sind auch Ziele in der Weiterqualifizierung in den Frühen Hilfen. Die nachhaltige Wirkung von Lernprozessen ist vom Standpunkt der Lernenden aus gesehen eng an die Möglichkeit gebunden, die Lerngegenstände und die Lerninteressen in ein sinnvolles Passungsverhältnis zu bringen. Die vielfältige Qualifizierungslandschaft der Frühen Hilfen bietet diesbezüglich gute Chancen. Die Qualifizierung soll dabei einen möglichst breiten Kompetenzerwerb und eine Handlungsorientierung ermöglichen. Inwieweit schließen diese an biographische und lebensweltliche Erfahrungen der Fachkräfte und Freiwilligen an? Wie stehen Standardisierungen im Verhältnis zu den vielfältigen Lerninteressen und Lernzugängen der Teilnehmenden? Wie können nachhaltige (lebenslange) Lernprozesse angeregt werden?

4. Berufsvielfalt

Die Frühen Hilfen sind ein vielfältiges und auch anspruchsvolles Tätigkeitsfeld. Eine "neue" berufliche Vielfalt wird sich zudem aufgrund der umfassenden Änderungen in der grundständigen Berufsqualifizierung sowohl für die Hebammen als auch Pflegefachkräfte entwickeln. Stichworte sind hier u. a. die Akademisierung und die Generalistik in der Pflegeausbildung. Welche Innovationen, aber auch welche Bedarfe, ergeben sich daraus für die Weiterbildungslandschaft Frühe Hilfen, die das Ziel verfolgt solide ausgebildete Fachkräfte, die sich auch gut auf ihre jeweilige Aufgabe vorbereitet fühlen für die Frühen Hilfen zu gewinnen.

5. Schnittstellen

Frühe Hilfen sind mehr als ein Schnittstellen- bzw. Schnittmengenthema verschiedener Sozialgesetzbücher. Sie entwickeln sich zu einem eigenständigen Versorgungselement, das bereits bestehende Leistungen für Familien ressourcenschonend bündelt und innovative Unterstützungsformen entwickelt, um auf diese Weise den unterschiedlichen Bedarfen der Familien Rechnung zu tragen. Vor allem füllen sie die Lücken, die sich an den Schnittstellen der Systeme ergeben. Zahlreiche Angebote von Frühen Hilfen wenden sich zudem an Familien in psychosozialen Belastungssituationen. In diesen Familien liegen gehäuft multiple Problemlagen vor, welche die Risiken für eine negative Entwicklung erhöhen können. In zumeist dynamischen Hilfeverläufen sind dann auch interdisziplinäre Einschätzungen des familiären Unterstützungsbedarfs sinnvoll und erforderlich. Was kann und leistet Qualifizierung, damit die Lotsenfunktion der Fachkräfte und Freiwilligen für Eltern, den Systemübergang von Unterstützungsangeboten unterschiedlicher Anbieter ebnet? Wie sollte Qualifizierung gestaltet sein, damit sich Fachkräfte auch gut auf die Aufgaben vorbereitet fühlen? Wie muss Qualifizierung mit Blick auf die Schnittstellen der Versorgungssysteme gestaltet sein?

6. Inhalte der Qualifizierung: Koordination und Paten und Patinnen für Kinder von psychisch erkrankten Eltern gut qualifizieren

Die Grundidee eines Patenschaftsangebots ist, Kindern mit einem psychisch erkrankten Elternteil eine emotional stabile Bezugsperson, einen sogenannten Paten, an die Seite zu stellen. Diese Paten engagieren sich zumeist ehrenamtlich und werden hauptamtlich durch Fachkräfte koordiniert. Es entsteht ein Dreieck aus Koordination, Paten und Familie. Grundsätzlich unterscheiden sich die Hilfen für psychisch beeinträchtigte Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern bezüglich der Zielsetzungen und der Inhalte nicht von den üblichen Angeboten der Frühen Hilfen. Dennoch ist die Arbeit mit psychisch beeinträchtigten Eltern und ihren Kindern fachlich und persönlich anspruchsvoll und bedarf eines guten Qualifizierungsangebots, dass beispielweise sensibilisiert für die besonderen Belastungen und Bedürfnisse der Eltern und Kinder. An diesem Tisch soll unter anderem folgende Frage im Mittelpunkt stehen: Welche Schwerpunkte, Inhalte und Methoden sind maßgeblich für Fachkräfte der Koordination und welche für die Paten und Patinnen?

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