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Barnahus Qualitätsstandards | Leitfaden für den interdisziplinären und ressortübergreifenden Umgang mit minderjährigen Opfern und Zeugen von Gewalt – Zusammenfassung

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Das Dokument fasst zehn Praxisstandards – die "Europäischen Barnahus-Standards" – für multidisziplinäre und ressortübergreifende Leistungen für minderjährige Opfer und Zeugen von Gewalt in Europa zusammen. Sie stützen sich auf internationales und europäisches Recht und das "Barnahus-Modell".
Die Standards können als Anregung, Orientierung und Unterstützung zur Weiterentwicklung der bereichsübergreifenden Maßnahmen zum Kinderschutz und dem Umgang mit betroffenen Kindern und ihren Familien in Deutschland dienen.

Barnahus (isländisch für "Kinderhaus") bezeichnet ein kinderfreundliches, multidisziplinäres und ressortübergreifendes Modell für minderjährige Opfer und Zeugen von Gewalt. Seit Gründung des ersten Barnahus 1998 in Island wurden vor allem in den nordeuropäischen Ländern viele Barnahus' eingerichtet.

Ziel eines Barnahus ist es, in koordinierter und effektiver Weise auf das Erlebte eines Kindes zu reagieren und eine Retraumatisierung während der Befragung und der gerichtlichen Verfahren zu verhindern. Dazu vereint es relevante Akteure der unterschiedlichen Systeme und Bereiche – auch räumlich – unter einem Dach. Durch die enge Zusammenarbeit der Fachkräfte, zum Beispiel der Staatsanwaltschaft, Polizei, Medizin und Kinderpsychiatrie, sollen den Betroffenen Aussagen vor Gericht erspart werden können.

Die Europäischen Barnahus-Standards bieten einen praktischen Rahmen für Akteure, die Leistungen anbieten möchten sowie Anregungen und Unterstützung für die Weiterentwicklung bereichsübergreifender Maßnahmen:
Standard 1: Wichtige Grundsätze und bereichsübergreifende Aktivitäten
Standard 2: Multidisziplinäre und ressortübergreifende Zusammenarbeit im Barnahus
Standard 3: Inklusive Zielgruppe
Standard 4: Kinderfreundliche Umgebung
Standard 5: Ressortübergreifendes Case Management
Standard 6: Forensische Interviews
Standard 7: Medizinische Untersuchung
Standard 8: Therapeutische Leistungen
Standard 9: Aufbau von Kapazitäten
Standard 10: Prävention: Weitergabe von Informationen, Schärfen des Bewusstseins und Aufbau externer Kompetenzen

Weitere Informationen zum Leitfaden und zum Projekt "Children at risk", das die Europäische Union fördert, enthält die englisch-sprachige Seite
http://www.childrenatrisk.eu/promise

Herausgegeben von

Sekretariat des Ostseerates und Child Circle

Autorin/Autor

Olivia Lind Haldorsson, Child Circle

Jahr der Veröffentlichung

2017
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