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Alles basiert auf Vertrauen

Kinderärztinnen und -ärzte in den Frühen Hilfen

Fast alle neugeborenen Kinder werden nach der Geburt regelmäßig in kinderärztlichen Praxen vorgestellt: Nahezu 100 % der Eltern nutzen die sogenannten U-Untersuchungen. Dabei erleben sie die Kinderärztinnen und -ärzte als hilfreiche Partnerinnen und Partner und schätzen die vertrauensvolle Atmosphäre in der Praxis. Dies zeigt das Monitoring "Zusammen für Familien" des NZFH.

Pädiaterinnen und Pädiater bekommen einen Eindruck von der familiären Situation und nehmen auch Belastungen und Probleme der Familien besonders früh wahr. Vor allem aus diesen Gründen gehört die Pädiatrie, neben den Geburtskliniken und der niedergelassenen Gynäkologie, zu den wichtigsten Kooperationspartnern in den Frühen Hilfen.

In der kinderärztlichen Praxis können Familien bei Bedarf über Angebote Früher Hilfen informiert und motiviert werden, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Wie wichtig das ist, belegt unsere aktuelle Untersuchung: 71 % der befragten Kinderärztinnen und -ärzte sagten 2017, dass der Anteil an psychosozial belasteten Patientinnen und Patienten in ihrer Praxis zugenommen hat. 92 % erleben den Umgang mit ihnen als Herausforderung.

Wie das Monitoring zeigt, wird diese Herausforderung weniger stark empfunden, wenn Ärztinnen und Ärzte in Netzwerken der Frühen Hilfen eingebunden sind – sie wissen dann eher, wie sie den Familien weiterhelfen können. Es braucht stabile und vertrauensvolle Beziehungen zwischen den Akteuren der Pädiatrie und der Kinder- und Jugendhilfe. Dazu gehören gute Kenntnis voneinander und gegenseitiges Verstehen. Vor allem belastete Familien profitieren davon.

Die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sind vielfältig. Lotsendienste in einigen kinderärztlichen Praxen, die derzeit mit gutem Erfolg durchgeführt werden, vermitteln Angebote des Netzwerks und entlasten die kinderärztliche Praxis. Auch Interdisziplinäre Qualitätszirkel (IQZ) bieten ein gutes Format für den Austausch und die Vernetzung von Fachkräften des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe. Durch die Zirkel wird eine gemeinsame Verständigung zwischen den Akteuren der unterschiedlichen Systeme hergestellt. Das gegenseitige Kennenlernen verkürzt häufig die Wege und erleichtert die eigene Arbeit.

Als Sozialpädagogin im Fachbereich Frühe Hilfen ist Martina Kost bei der AWO Freiburg tätig und für das Beratungsangebot in der Kinder- und Jugendarztpraxis von Dr. Roland Fressle in Freiburg/Landwasser zuständig. Sie berät dort Familien und vermittelt bei Bedarf Angebote der Frühen Hilfen.

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Weitere Informationen auf fruehehilfen.de