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Pilotstudien – Hintergrund

Ausführliche Informationen zum Hintergrund der Pilotstudien als Teilstudie des Studienprogramms "Kinder in Deutschland – KiD 0-3" im Forschungsbereich Prävalenz- und Versorgungsforschung des Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)

Die "Pilotstudien" sind Teilstudien des Studienprogramms der Prävalenz- und Versorgungsforschung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) zum Vorkommen von psychosozialen Belastungen in Familien mit 0- bis 3-jährigen Kindern in Deutschland und ihrer Kenntnis bzw. Inanspruchnahme von regulären Unterstützungsangeboten sowie von spezifischen Angeboten der Frühen Hilfen. 

Ziel des Forschungsbereichs sind Erkenntnisse zu folgenden Fragestellungen:

  • Welche unterschiedlichen Konstellationen von Belastungen gibt es in Familien in Deutschland?
  • Wie häufig kommen diese Belastungskonstellationen vor? 
  • Mit welchen weiteren Merkmalen der sozialen Lage bzw. der Region gehen die Belastungen einher? 
  • Welche Auswirkungen haben diese Belastungen auf die kindliche Entwicklung? 
  • Inwieweit kennen und nutzen Familien aus unterschiedlichen sozialen Gruppen derzeit angebotene professionelle Hilfen? 

Um ein realistisches Bild der Lebenswirklichkeiten von Familien mit Kindern bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres in Deutschland zu erhalten, war es notwendig, dass Eltern aus unterschiedlichen sozialen Gruppen an den Studien teilnehmen. Erfahrungsgemäß sind diese Gruppen jedoch in sehr unterschiedlichem Maße bereit, an Umfragen teilzunehmen. In der Regel sinkt die Bereitschaft, wenn einer oder mehrere der folgenden Faktoren vorliegen: niedriger Bildungsstand, Migrationshintergrund, prekäre Einkommenssituation. Diese Merkmale stellen gleichzeitig einen Teil der Belastungen und Risikofaktoren dar, die in den Prävalenzstudien erhoben werden sollen.  

Vor diesem Hintergrund stellte die Gewinnung einer repräsentativen Stichprobe – als Voraussetzung für eine valide Einschätzung von psychosozialen Belastungen in der Untersuchungspopulation der geplanten Hauptstudie – eine große methodische Herausforderung dar. Es wurden daher zunächst mehrere Methodenstudien mit dem Ziel durchgeführt, sowohl aussagekräftige Erhebungsinstrumente zu entwickeln als auch Wege der Ansprache und Motivierung der Familien für die Studienteilnahme zu erproben. Um Vergleiche zu ermöglichen, sollten die eingesetzten Instrumente anschlussfähig sein an nationale und internationale wissenschaftliche Untersuchungen im Themenfeld.

Feldzugang/Design: Die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten, Zugang zum Untersuchungsfeld zu erhalten, wurden durch Erhebungen in zwei soziostrukturell vergleichbaren Städten (A und B) untersucht: 

  • In der ersten Pilotstudie erfolgte die Erhebung in einem klassischen sozialwissenschaftlichen Design, indem Adressen aller Kinder unter drei Jahren ermittelt wurden, die beim Einwohnermeldeamt in Stadt A registriert waren. Die Eltern wurden im Anschluss telefonisch oder (überwiegend) schriftlich kontaktiert. Dieses Vorgehen ist jedoch in der Regel mit den oben benannten Einschränkungen ("Mittelschichtsbias") behaftet. 
  • Daher wurde parallel in der zweiten Pilotstudie ein neuer Zugang über eine persönliche Ansprache der Eltern erprobt. Sie erfolgte im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen in kinderärztlichen Praxen in Stadt B. In dieser Studie wurden auch die beteiligten Ärztinnen und Ärzte um eine Einschätzung der Lebenssituation des Kindes gebeten. 

Neben der Ermittlung des erfolgversprechendsten Zugangs zu den Familien erfüllten die Pilotstudien noch einen weiteren Zweck: Aus der Gruppe der befragten Personen wurde eine weitere Stichprobe gezogen, um die Auswirkungen psychosozialer Belastungen von Familien auf die Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern vertiefend und längsschnittlich untersuchen zu können (Vertiefungsstudie). Dabei sollten überproportional viele Familien in belastenden Lebenslagen untersucht werden, zum Vergleich wurden aber auch gering belastete Familien mit einbezogen. 

Die aus den Pilotstudien vorliegenden Daten zu den Familien dienten damit als Basis für eine gezielte Auswahl, die unter strenger Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen getroffen wurde. Diese zusätzliche Funktion der Pilotstudien begründet auch die Auswahl der Städte A und B, da hier aufgrund sozialstruktureller Merkmale der Bevölkerung von einem überproportional hohen Anteil von Familien in belastenden Lebenslagen ausgegangen werden konnte. 

Die Pilotstudie in Stadt A wurde von infas - Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH durchgeführt, die Pilotstudie in Stadt B von GGMA - Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse mbh.

Publikationen

Weitere Informationen auf fruehehilfen.de

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