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Kinder psychisch kranker Eltern

Wenn Eltern an einer psychischen Erkrankung wie Depression oder Sucht leiden, belastet die Erkrankung nicht nur die Eltern. Auch ihre Kinder sind vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Gelingen das Erkennen der elterlichen Erkrankung und eine bedarfsgerechte Unterstützung der Eltern und Kinder, wird die Chancen der Kinder auf ein gesundes Aufwachsen erhöht. Fachkräfte der Frühen Hilfen können mit ihrem vertrauensvollen Zugang zu Kindern und Familien frühzeitig zu weiterführenden Hilfen vermitteln.

Die Belastungen in Familien aufgrund einer elterlichen psychischen Erkrankung können vielfältig sein: Neben unmittelbaren, krankheitsbedingten Belastungen, wie Beeinträchtigungen in der Kinderbetreuung und im Erziehungsverhalten, kommen häufig weitere Belastungsfaktoren hinzu, wie Konflikte der Eltern oder geringe Unterstützung im soziale Umfeld.

Insbesondere in den ersten drei Lebensjahren können sich psychische Erkrankungen der Eltern negativ auf die Entwicklung der Kinder auswirken. Wenn beispielsweise die Bindung der Eltern zu ihren Kindern beeinträchtigt oder gestört ist, sind sie häufig nur eingeschränkt in der Lage, auf die Bedürfnisse der Kinder zu reagieren. Auch in ihren elterlichen Erziehungskompetenzen fühlen sich betroffene Eltern häufig eingeschränkt und unsicher. So haben Forschungen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) ergeben, dass mehr als die Hälfte der Eltern mit psychischen Belastungen an ihren eigenen elterlichen Kompetenzen zweifeln und sich sozial isoliert fühlen.

Eltern mit psychischen Erkrankungen und deren Kinder haben daher einen besonderen Unterstützungsbedarf: Bedarfsgerechte Hilfen müssen sich dem oft schwankenden Krankheitsverlauf anpassen und unterschiedliche Beeinträchtigungen berücksichtigen. Dies schließt Übergänge zwischen niederschwelligen und intensiveren Hilfen für die betroffenen Elternteile und deren Kinder ein. Für eine passgenaue Versorgung der Kinder sind daher breitgefächerte, individuell abgestimmte Angebote notwendig, die systematisch geplant sind und auch kurzfristig in Anspruch genommen werden können. Dazu zählen insbesondere: psychiatrische und psychotherapeutische Hilfen für erkrankte Eltern, Angehörige und Kinder, sozialpädagogische Hilfen für betroffene Familien, wie professionelle oder ehrenamtliche Begleitungen der Familien, und spezielle Angebote für Kinder.

Um betroffene Familien frühzeitig und bestmöglich unterstützen zu können, ist die Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte und Einrichtungen, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfe und des Gesundheitswesens, daher von zentraler Bedeutung.

Fachkräfte der Frühen Hilfen, wie Familienhebammen, FGKiKP, gynäkologische und pädiatrische Fachkräfte können erster Ansprechpartner für betroffene Familien sein und als Brücke zu weiterführenden Angeboten fungieren. Dafür benötigen sie die Fähigkeit, eventuellen Hilfebedarf in Familien frühzeitig zu erkennen, und das Wissen über geeignete Hilfsangebote zur interdisziplinären Versorgung der Kinder und Familien.

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