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Impulsvortrag Matthias Mohrmann

Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, zeigte Zusammenhänge von sozioökonomischem Status und Gesundheitschancen aus Sicht einer großen gesetzlichen Krankenkasse auf und stellte ein Projekt als Modell und Anregung für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems vor.

Neben einem Blick auf aktuelle Zahlen und die präventiven Angebote der Krankenkasse lag ein Schwerpunkt seines Vortrags in der Vorstellung des Innovationsprojektes "INVEST Billstedt-Horn" der AOK Rheinland/Hamburg als Modell und Anregung für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems.

Insgesamt zeige sich, dass Bildung und sozialer Status der Eltern einen erheblichen Einfluss auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen von Familien hätten, sowie auf den Gesundheitsstatus der Kinder selbst. Herr Mohrmann forderte ein Gesamtkonzept, um eine gesunde Lebensweise zu ermöglichen und zu fördern. Angebote müssten niederschwellig und aufsuchend sein und Familien besser erreicht werden. Die Schaffung gesundheitsförderlicher Lebensbedingungen sei ein politisches Querschnittsthema verschiedener Ebenen (Bund, Länder und Kommunen) und Ressorts.Daneben seien auch die Krankenkassen gefragt, hier neue Wege zu suchen. Im Hinblick auf Handlungsfelder einer Krankenkasse in diesem Kontext stellte Herr Mohrmann Informations- und Präventionsangebote der AOK Rheinland/Hamburg vor. Um Kinder in KiTa und Schule zu erreichen, Angebote häufig in Vernetzung mit Schulen oder kommunalen Initiativen Angebote umgesetzt - anknüpfend an die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen.

Wie groß die Unterschiede hinsichtlich des sozialen Status und damit einhergehend den Gesundheitschancen auch innerhalb einer Stadt sein könnten, berichtete Herr Mohrmann am Beispiel des Stadtteils Billstedt-Horn in Hamburg. Die Voraussetzungen im Vergleich zum Durchschnitt Hamburgs seien deutlich schlechter, wenn Indikatoren wie der Anteil Alleinerziehender, Arbeitslosigkeit oder Durchschnittseinkommen betrachtet würden, und spiegelten sich in den Gesundheitschancen. Unter anderem sei eine überdurchschnittliche Morbidität und höhere Prävalenz psychischer Erkrankungen bei Kindern feststellbar. Weitere Faktoren, wie die geringe Arztdichte und zunehmende Anzahl von Flüchtlingen und Zuwanderern, verschärften die Problemlagen.

Hier setze das Versorgungsmodell "INVEST Billstedt-Horn" der AOK Rheinland/Hamburg an. Das durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen geförderte Projekt habe zum Ziel, die gesundheitlichen Chancen und den Zugang zum Gesundheitssystem zu verbessern. Das Aushängeschild des Modells sei der sogenannte Gesundheitskiosk, der einen niederschwelligen Zugang zum Gesundheitswesen ermöglichen solle. In zentraler Lage fänden Patienten hier in einer regional vernetzten Anlaufstelle Beratung, Aufklärung und Vermittlung zu Hilfsangeboten. Das Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg ging davon aus, dass das Modell übertragbar sei und insbesondere in Großstädten die medizinische Versorgung und die Gesundheitschancen verbessern könne.

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