Qualitätsentwicklung in der Praxis unterstützen – Qualitätsdialoge Frühe Hilfen

Das Projekt »Qualitätsdialoge Frühe Hilfen« bietet Akteuren in den Frühen Hilfen eine neue Möglichkeit, sich fachlich begleitet mit Qualitätsentwicklung auseinanderzusetzen. Dabei handelt es sich um einen zweieinhalbjährigen Qualitätsentwicklungsprozess, der durch eine langfristig angelegte Begleitforschung und eine partizipativ gestaltete Praxisentwicklung unterstützt wird.

Abb.: Die neun Qualitätsdimensionen des Qualitätsrahmens
Abb.: Die neun Qualitätsdimensionen des Qualitätsrahmens

Nach dem flächendeckenden Auf- und Ausbau der Netzwerke Frühe Hilfen gehört die qualitätsgesicherte Weiterentwicklung von Strukturen zu den wichtigsten Herausforderungen. Durch die Bundesstiftung Frühe Hilfen sind die auf- und ausgebauten Strukturen nun auch auf Dauer verstetigt. Das NZFH unterstützt diesen Prozess durch langfristig angelegte Begleitforschung und eine partizipativ gestaltete Praxisentwicklung.

Daher startet das NZFH das Projekt »Qualitätsentwicklung in der Praxis unterstützen – Qualitätsdialoge Frühe Hilfen« und leistet damit einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Frühen Hilfen vor Ort. Das Vorhaben basiert auf dem Qualitätsrahmen Frühe Hilfen, der vom NZFH und dessen Beirat erarbeitet wurde.

Der Qualitätsrahmen Frühe Hilfen ist ein Instrument zur Beschreibung von Qualität Früher Hilfen innerhalb der konkreten örtlichen Gegebenheiten. Hierzu benennt er neun relevante Qualitätsdimensionen, die dazu einladen, die örtlichen Strukturen und den aktuellen Stand Früher Hilfen zu bewerten, zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Projektziele

Das NZFH möchte kommunale Akteure in den Frühen Hilfen unterstützen, 

  • die Qualität der Frühen Hilfen vor Ort zu sichern und auszubauen,
  • ein gemeinsames Qualitätsverständnis zu entwickeln,
  • Kompetenzen zur Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation aufzubauen,
  • Instrumente und Methoden zur Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen zu erproben,
  • die kommunale Infrastruktur Früher Hilfen unter Berücksichtigung der Elternperspektive dialogisch weiterzuentwickeln,
  • und die Projektergebnisse in die örtlichen Netzwerke Frühe Hilfen einzuspeisen.

Der Prozess wird zunächst in Kooperation mit bis zu 24 Kommunen durchgeführt, die während des gesamten Prozesses vom NZFH begleitet und beraten werden. Die gewonnenen Erkenntnisse nutzt das NZFH auch, um den Qualitätsrahmen weiterzuentwickeln. Außerdem werden die Ergebnisse bundesweit zur Verfügung gestellt.

Zielgruppen

Das Vorhaben richtet sich an

  • Fach- und Leitungskräfte in den Frühen Hilfen
  • zivilgesellschaftlich Engagierte
  • Elternvertretungen

Durchführung vor Ort

Herzstück des Projektes sind Qualitätsentwicklungswerkstätten (QE-Werkstätten), in denen ein systematischer, kriteriengeleiteter Austausch über die örtliche Qualität Früher Hilfen stattfindet. Hierfür kommen Akteure der Frühen Hilfen aus bis zu vier Kommunen in einem Cluster zusammen, um jeweils die Dimension Netzwerk und eine frei wählbare Dimension des Qualitätsrahmens miteinander zu bearbeiten. Der Austausch über die Qualitätsdimension Netzwerk im ersten Schritt erleichtert den Beteiligten den Einstieg in das Thema Qualitätsentwicklung Früher Hilfen. Denn durch den flächendeckenden Auf- und Ausbau der Netzwerke Frühe Hilfen durch die Bundesinitiative können alle beteiligten Kommunen auf einer gemeinsamen Basis den Prozess beginnen. Außerdem bieten die Netzwerke Frühe Hilfen Raum für systematische, qualifizierte und interprofessionelle Kooperation, ermöglichen den Austausch über bedarfsorientierte kommunale Angebotsstrukturen und bieten eine Plattform, um Versorgungslücken zu identifizieren und diskutieren. Daher besitzt die Dimension Netzwerk eine hohe Relevanz für das Projekt.

Der gesamte Qualitätsentwicklungsprozess in den Kommunen wird durch das vom NZFH-beauftragte Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung begleitet, beraten und moderiert. Dabei sollen insbesondere die QE-Werkstätten eine breite Austauschmöglichkeit über Erfahrungen und Erfolgsfaktoren bieten.

Mit den Beteiligten wird weiterhin erarbeitet, wie die gewonnenen Erkenntnisse in die Arbeit vor Ort übertragen werden können. Außerdem entwickelt das NZFH auf Basis der Projektergebnisse Praxis-Materialien, die allen Kommunen bundesweit zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Weise leistet das NZFH einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Frühen Hilfen vor Ort.

Für die Prozessbegleitung mit den teilnehmenden Kommunen hat das NZFH das Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung beauftragt, für die wissenschaftliche Begleitforschung das Institut für Sozialforschung, Praxisberatung und Organisationsentwicklung GmbH.

Abb.: Projektarchitektur und Zeitplan
Abb.: Projektarchitektur und Zeitplan
Abb.: Projektarchitektur und Zeitplan

Projektlaufzeit und Förderung

Das Projekt wird von der Auridis gGmbH finanziell gefördert und durch das NZFH entwickelt, fachlich begleitet sowie aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) kofinanziert.

Das Projekt für die Kommunen läuft seit dem 01.09.2018 und endet am 31.03.2021.

Sie haben Fragen? Bitte schreiben Sie an: qualitaetsdialoge(at)nzfh.de

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