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Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums (BJK) zum Thema Kinderarmut

Die Analyse des am Deutschen Jugendinstitut (DJI) angesiedelten BJK kommt zu dem Ergebnis, dass Kinderarmut in Deutschland trotz politischer Absichtserklärungen nach wie vor nicht nachhaltig reduziert werde. Im letzten Jahrzehnt ist sie sogar leicht angestiegen. Die Stellungnahme enthält zudem Empfehlungen für steuer- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, um Kinderarmut zu verringern.
 

Die BJK-Vorsitzende Dr. Claudia Lücking-Michel fasst zusammen, dass die bisherigen Maßnahmen zur Armutsbekämpfung noch nicht weitgreifend genug sind. "Armut in einem reichen Land wie der Bundesrepublik Deutschland verletzt nicht nur die Rechte der betroffenen Kinder auf einen ihrer Entwicklung angemessenen Lebensstandard. Auch ihre Chancen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihre Möglichkeiten sich zu entfalten, sind nachhaltig eingeschränkt. Daher muss die Armutsbekämpfung oberste politische Priorität erhalten", so Lücking-Michel. 

Ein wichtiger Schritt zur Vermeidung von Kinderarmut ist laut BJK die Integration von Müttern und Vätern in den Arbeitsmarkt. Teilzeit- und Niedriglohnbeschäftigungsverhältnisse, von denen insbesondere

Mütter betroffen sind, sind gemäß der BJK-Analyse jedoch oft nicht ausreichend, um die wirtschaftliche Situation der Familie zu verbessern. Hier bedarf es weiterer Maßnahmen.

Das BJK fordert des Weiteren eine Individualbesteuerung, die gleiche steuerliche Arbeitsanreize für beide Ehegatten setzt. Außerdem rät

das BJK dringend, das System der materiellen Transfers wie zum Beispiel des Kinderzuschlags für Familien und Kinder weiterzuentwickeln zu einer eigenständigen, vom Erwerbsstatus der Eltern stärker entkoppelten und zugleich am Bedarf der Kinder orientierten Kindergrundsicherung.

Daneben, so die BJK-Forderung weiter, müssen die in einigen Kommunen und Bundesländern entwickelten Infrastruktur- und Bildungsangebote zur Förderung benachteiligter Kinder und Familien noch besser koordiniert und flächendeckend ausgebaut werden.

Quelle: Pressemitteilung des BJK vom 20. August 2009

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