Workshop: Väter im Kontext Früher Hilfen

Dokumentation des Workshops vom 17. – 18.12.2015 am DJI in München

Mittlerweile sind Frühe Hilfen bundesweit erfolgreich etabliert und ergänzen die vielfältigen Unterstützungsangebote vor Ort. Allerdings gibt es noch weiße Flecken, d.h. Themen, die aktuell nicht genügend berücksichtigt werden, wie beispielsweise die Rolle der Väter. Daher lud das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis ins Deutsche Jugendinstitut nach München, um dieses Thema bei einem Expertenworkshop gemeinsam zu bearbeiten. Der Workshop wurde von Dr. Andreas Eickhorst und Christoph Liel (NZFH im Deutschen Jugendinstitut e.V.) mit dem Ziel initiiert, eine konzeptionelle Entwicklung zum Thema „Väter im Kontext Früher Hilfen“ anzuregen. Die fachlich hochkarätig besetzte Runde aus Expertinnen und Experten aus Deutschland und Österreich beleuchtete die Rolle der Väter in der frühen Kindheit im Allgemeinen wie auch speziell mit Blick auf Familien in Kontexten psychosozialer Belastung.

Impressionen der Tagung

  • Frau Alexandra Sann vom NZFH im Deutschen Jugendinstitut e.V. eröffnet die Veranstaltung.
  • DJI-Forschungsdirektorin Prof. Dr. Sabine Walper erläutert die Väterforschung am DJI.
  • Dr. Andreas Eickhorst (NZFH im Deutschen Jugendinstitut e.V.) fasst die Ergebnisse des ersten Workshop-Tages zusammen.
  • Christoph Liel (NZFH im Deutschen Jugendinstitut e.V.) präsentiert Daten aus der NZFH-Prävalenzstudie.
  • Prof. Dr. Katja Nowacki (FH Dortmund) zum Thema Vaterschaft im Kontext von Jugendhilfeerfahrung.
  • Die Referentinnen und Referenten des Workshops Väter im Kontext Früher Hilfen.

Die Veranstaltung umfasste acht Vorträge und drei kurze Inputs durch Diskutanten (Hans-Georg Nelles vom Väter-Experten-Netz Deutschland sowie Dr. Heinz Kindler und Dr. Andreas Eickhorst, beide DJI). Neben anregenden Diskussionen bot sie Gelegenheit zu Gesprächen und Austausch zwischendurch. Dabei spiegelten die Vorträge die Aspekte wider, unter denen Vaterschaft und väterliche Rollengestaltung derzeit (nicht nur) in den Frühen Hilfen diskutiert werden.

Grundlagen der Väterforschung und aktuelle Väterstudien am DJI wurden ebenso präsentiert wie Studienergebnisse zur Wirksamkeit spezifischer Interventionsprogramme oder auch ganz praktische Ansätze, wie jener des Berliner Väterzentrums. Hier war insbesondere die Kombination aus einem populären, niedrigschwelligen Zugang und dem Versuch, Angebote der Frühen Hilfen ergänzend dazu anzubieten, sehr interessant für die anwesenden Fachkräfte und Wissenschaftler/-innen.

Darüber hinaus wurden die Ergebnisse dreier Expertisen vorgestellt, die das NZFH zu Vätern und Frühen Hilfen in Auftrag gegeben hatte: Die Bedeutung von Vätern in der frühen Kindheit und das Angebot entsprechender Interventionsprogramme, Erkenntnisse zum direkten Einbezug von Vätern in die Praxis (nicht nur der Frühen Hilfen) sowie eine Untersuchung zur Wirksamkeit des Interventionsprogramms „Caring Dads“ für Väter im Kinderschutzkontext. 

So vielfältig wie die vorgestellten Themen waren auch die anwesenden Fachleute: Wissenschaftler/-innen (unter anderem eine große Gruppe aus dem Bereich Vaterforschung des DJI), Vertreter/-innen von Stiftungen und Kommunen sowie Autorinnen und Autoren und viele Praktiker/-innen. Zu Letzteren zählten sowohl Vertreter/-innen aus dem Feld der Väterarbeit, die Berührungspunkte mit den Frühen Hilfen haben, als auch solche aus dem Feld der Frühen Hilfen, die zukünftig verstärkt etwas für Väter anbieten möchten. 

Wie es das Thema erwarten lässt, gab es viele und ausgedehnte Diskussionen, bei denen im Wesentlichen die gemeinsame Grundüberzeugung deutlich wurde, die spezifische und hohe Bedeutung von Vätern anzuerkennen. Zudem stimmten die Teilnehmenden weitgehend darin überein, dass entsprechend auf die Zielgruppe zugeschnittene Angebote für Väter in den Frühen Hilfen notwendig seien. Nun gilt es zu schauen, welcher Weg der Ansprache und Verortung in der Hilfelandschaft der vielversprechendste sein könnte und welche Aspekte der Väterlichkeit diejenigen sind, auf die ein spezifischer Fokus der Angebote gelegt werden sollte. Einig waren sich alle darin, dass weitere Veranstaltungen dieser Art mittelfristig sinnvoll seien, in deren Rahmen die von diesem Workshop ausgehenden Impulse betrachtet und weiterentwickelt werden sollten.

Der erste Workshoptag widmete sich dem Schwerpunkt „Forschung zu Vätern“. Am zweiten Tag wurden praktische Ansätze für die Arbeit mit Vätern vorgestellt und diskutiert.

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