Arbeitsgruppe 1: „Handlungsanforderungen, Kompetenzen und Qualifizierungsbedarfe von Hauptamtlichen für die Ehrenamtskoordination und das Freiwilligenmanagement“

Mit einem Erfahrungsbericht aus der Projektpraxis in ihrer Arbeit als Freiwilligenkoordinatorin in der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn führte Anja Henkel in das Thema ein. Anschließend vermittelte Melanie Mengel vom NZFH Daten zur Koordination von Ehrenamtlichen im Rahmen der Bundesinitiative Frühe Hilfen. Melanie Mengel und Anja Henkel übernahmen auch die Moderation der Arbeitsgruppe.

Im Mittelpunkt der fachlichen Erörterung standen folgende Aspekte:

  • Handlungsanforderungen und Kompetenzen von Koordinierenden für den Einsatz Freiwilliger beziehen sich vor allem auf die Konzeptentwicklung zur Einbindung Freiwilliger, auf Akquise, Personalauswahl und Qualifizierung sowie auf „Personalmanagement“ im Sinne einer Bindung von Ehrenamtlichen. Zudem gibt es Anforderungen bezogen auf Dokumentation. 

  • Wie viel Flexibilität können Koordinierende in der Begleitung von Ehrenamtlichen gewährleisten, z.B. hinsichtlich der Teilnahme von Freiwilligen an Gruppentreffen?
  • Ehrenamtskoordinierende sollte ihre Aufgabe GERNE übernehmen.
  • Welche Rolle spielen Ehrenamtskoordinierende im Spannungsfeld zwischen Team und Vermittlungsagentur?
  • Wie verhalten sich die Perspektive und das Selbstverständnis der Ehrenamtskoordination zur Perspektive der Frühen Hilfen?

  • Was ist das primäre „Handwerkszeug“ für Ehrenamtskoordination? 

  • Welche Relevanz hat dabei „Spezialwissen Frühe Hilfen“?
  • Kontrovers diskutierte die Arbeitsgruppe, ob Ehrenamtskoordination zwingend hauptamtlich ausgeübt werden muss.


Aus der Diskussion entwickelte die Arbeitsgruppe erste fachliche Empfehlungen für den Einsatz Ehrenamtlicher in den Frühen Hilfen:

  • Es gibt Ehrenamtskoordinierende. Sie sind fachlich qualifiziert und verfügen über gute Rahmenbedingungen (z.B. Austausch im Team und genügend zeitliche Ressourcen).

  • Ehrenamtskoordinierende sind an das regionale Netzwerk angebunden.

  • Ehrenamtskoordinierende in den Frühen Hilfen verfügen über eine Basisqualifizierung in Freiwilligenmanagement.

  • Ehrenamtskoordinierende reflektieren ihre eigenen Haltung und Perspektive

  • Eine Vielfalt in den Strukturen ehrenamtlicher Arbeit ist sinnvoll.

  • Das Thema bedarf einer politischen Verortung.


Als wichtige nächste Schritte im Sinne der Frühen Hilfen benannte die Arbeitsgruppe:

  • Qualifizierung von Ehrenamtskoordinierenden

  • Qualitätsentwicklung für Ehrenamtskoordination mit spezifischem Bezug zu den Frühen Hilfen, Qualitätszirkel

  • Einführung schriftlicher Handlungsvereinbarungen

  • Öffentlichkeitsarbeit

  • Evaluation, Forschung, Wissenstransfer, Dokumentation