Frühe Hilfen und Wirkungsorientierung – Ergebnisse einer Fachtagung

Auf einer Fachtagung am 15.11.2011 in Offenburg gaben führende Expertinnen und Experten aus dem Bereich Früher Hilfen einen Überblick über empirische Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit Früher Hilfen und über künftig anstehende Aufgaben. Für das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) berichtete Ilona Renner über Frühe Hilfen in Deutschland.

Es gibt eine Reihe von Ansätzen, damit Frühe Hilfen wirken können. Dazu gehört: systematisch Zugang zu Familien zu finden, Belastungen und Risiken frühzeitig zu erkennen, Familien zur Annahme von Hilfen zu motivieren, Hilfen an die Bedarfe von Familien anzupassen, Entwicklung von Familien und Kindern nachhaltig zu begleiten (Monitoring), professionsübergreifend zusammenzuarbeiten und Frühe Hilfen als Regelangebot zu verstetigen.

Ilona Renner, wissenschaftliche Referentin im Nationalen Zentrum Frühe Hilfen, nannte diese Faktoren auf der Fachtagung zum Thema "Frühe Hilfen und Wirkungsorientierung", zu der die Gesellschaft für Unterstützung, Training und Evaluation Früher Erziehung und Entwicklung (GUTE FEE) e.V. am 15. November nach Offenburg eingeladen hatte. Doch die Referentin verdeutlichte auch: Die genanten Faktoren sind zwar eine notwendige Voraussetzung für ein Gelingen der Frühen Hilfen, eine Garantie bieten sie aber nicht. Denn darüber hinaus muss der spezifische Ansatz schließlich auch Wirkung entfalten. — Wie dies am besten gelingen kann, soll durch eine gesonderte Wirkungsforschung ermittelt werden.

Die Fachtagung mit führenden Expertinnen und Experten aus dem Bereich Früher Hilfen gab einen Überblick über empirische Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit Früher Hilfen und über künftig anstehende Aufgaben. So hängt Wirkung nicht nur davon ab, wann die Hilfe erfolgt, sondern auch davon, was in einer Hilfe geleistet wird. Der Übergang zur Elternschaft stellt für hoch belastete Eltern einen günstigen Interventionszeitpunkt dar. Neueste Erkenntnisse unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen wurden in verschiedenen Programmen Früher Hilfen in Praxishandeln übersetzt. Ihre Wirkung wird nun zunehmend empirisch überprüft.

Prof. em. Dr. Martha F. Erickson aus den USA berichtete über die dortigen Erfahrungen mit dem bindungsbasierten STEEP-Programm. Sie gilt als Pionierin im Bereich der Frühen Hilfen und hat das Programm zusammen mit Prof. Dr. Byron Egeland entwickelt. STEEP wurde auch in Deutschland im Rahmen zweier vom NZFH geförderter Modellprojekte erprobt. Hierzu stellte Prof. Dr. Gerhard Suess (HAW Hamburg) die Ergebnisse der Begleitforschung vor.

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