Fachtagung "Was früh hilft - aktuelle rechtliche und fachliche Entwicklungen bei Frühen Hilfen"

Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein lud in Kooperation mit dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und weiteren Akteuren zu dieser Fachtagung am 14. März nach Bad Segeberg ein.

Projekte und Maßnahmen der Frühen Hilfen sollen Familien in die Lage versetzen, Kindern Fürsorge und Schutz zu gewährleisten und ihre gesunde Entwicklung zu fördern. Dies gelingt nur, wenn auf lokaler Ebene multiprofessionell, interdisziplinär und systemübergreifend zum Wohle der Familien mit Kindern zusammengearbeitet wird. Die kontinuierliche Vernetzung und Kooperation von Schwangerschaftsberatung, Gesundheitswesen, interdisziplinärer Frühförderung, Kinder- und Jugendhilfe sowie weiterer sozialer Dienste ist hierbei unerlässlich.

Die Fachtagung informierte über neue fachliche Herausforderungen und Entwicklungen, stellte Beispiele guter Praxis vor und bot die Möglichkeit zum Austausch.

Auf dem Programm standen Fachvorträge und Workshops zu folgenden Themen:

  • Bindung und Resilienz:  Bedeutung für ein gesundes Aufwachsen von Kindern (Prof. Dr. Gerhard J. Suess, Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fakultät Wirtschaft und Soziales, Hamburg; Beirat des NZFH)
  • Der professionelle Blick: Frühe Hilfen aus Sicht verschiedener Professionen (Statements und Diskussion)

  • Datenschutz und Fachberatung für Heilberufe und Schule: Kompetenzerweiterung im Miteinander (Dr. Thomas Meysen, Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V.; Beirat des NZFH)
  • Frühe Bildung für Familien – nicht nur in krisenhaften Lebenssituationen: Eltern-AG, Pekip, Delphi (Margarete von Essen, Haus der Familie, Kiel, Klaudia Bruns, kath. Familienbildungsstätte Lübeck)
  • Kommunikation der Systeme: Neue Konzepte für eine Medizin der Zukunft am Beispiel Frühe Hilfen und Kinderschutz (Dr. Judith Borgwart, Marktforschung für Visionsarbeit)
  • Lernen aus Fehlern und Erfolgen im Kinderschutz Ergebnisse und Ideen aus dem Projekt "Lernen aus problematischen Kinderschutzverläufen" des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (Birgit Maschke, Kreis Herzogtum Lauenburg; Jörg Backes, Nationales Zentrum Frühe Hilfen)
  • Einbeziehung von Vätern in die Frühen Hilfen: Chancen und Schwierigkeiten am Beispiel des Projektes "Keiner fällt durchs Netz" (Dr. Andreas Eickhorst, Uniklinikum Heidelberg, Institut für Familientherapie)
  • Gesundheitsförderung von Anfang an: Ernährung, Bewegung und Sprache als Basis für eine gesunde Entwicklung (Sabine Hoffmann-Steuernagel, Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in S-H e.V.; Torsten Heuer, Diplom-Sportlehrer)
  • Vom Netzwerktreffen zum gemeinsamen Handeln: Hilfreiche Methoden und Instrumente für Akteure in Netzwerken (Johanna Nolte, Kinderschutz-Zentrum Kiel)
  • Frühe Hilfen sind mehr als ein Pflaster – Anforderungen an die Medizin (Kathrin Schumacher, Familienhebamme, Lübeck; Maria Lüdeke, DRK-Heinrich-Schwesternschaft, Kiel; Sylke Neumann, Kinderärztin, Kaltenkirchen)