Grußwort Dr. Miriam Saati

Dr. Miriam SaatiDr. Miriam Saati aus dem Bundesfamilienministerium: "Wenn Eltern krank sind, betrifft das auch immer ihre Kinder. Gerade Kinder, deren Eltern an einer psychischen Erkrankung leiden, brauchen Unterstützung. Hier setzen die Frühen Hilfen an. Mit dieser Tagung bauen die Frühen Hilfen eine Brücke für eine bessere Zusammenarbeit der unterschiedlichen Professionen im Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe. Besonders die Zusammenarbeit mit den sozial-psychiatrischen Diensten ist unerlässlich".

Zusammenfassung der Kernaussagen des Grußwortes

Rahmenbedingungen verändern und die Situation für die Betroffenen flächendeckend verbessern

Dr. Miriam Saati in Vertretung von Caren Marks, MdB und Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Etwa 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche sind in Deutschland von der psychischen Erkrankung ihrer Eltern betroffen, darunter rund 570.000 Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen 0 und 3 Jahren. Je nachdem wie schwer die Erkrankung ausgeprägt ist, haben die betroffenen Familien einen unterschiedlich hohen Unterstützungsbedarf. 51 Millionen Euro stehen jährlich bereit, um den Einsatz von Familienhebammen sowie von weiteren Gesundheitsfachkräften in den Frühen Hilfen zu ermöglichen. 

Anhand eines Fallbeispiels erläuterte Dr. Miriam Saati, wie Ärztinnen und Ärzte in den Praxen, in Kliniken und im öffentlichen Gesundheitsdienst die Belastungen von Familien und die Risiken für das gute Aufwachsen eines Kindes erkennen. Oft folgt aus dieser Erkenntnis aber nicht der nächste Schritt hin zu einer notwendigen Versorgung. Etwa, weil es flächendeckend nicht die erforderliche wohnortnahe Versorgung gibt oder ein stationärer Klinikaufenthalt mit Kindern nicht ohne weiteres möglich ist. 

„Wir brauchen eine gute Vernetzung der Frühen Hilfen mit psychologischen und psychiatrischen Diensten und Angeboten“, forderte Dr. Miriam Saati. 28 Prozent aller Netzwerke haben im Jahr 2015 angegeben, dass psychiatrische Kliniken bzw. Abteilungen in den Netzwerken vorhanden sind. Im Jahr 2013 waren es 25,4 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass hier noch ein langer Weg zu gehen ist. Ziel muss es sein, dass sich Kliniken auf die Situation psychisch kranker Eltern und ihrer Kinder in Zukunft besser einstellen, d.h. zum Beispiel: Eine Mutter kommt zügig in psychiatrische Behandlung, weil die Familienpflegerin über ihre Netzwerke der Frühen Hilfen schnell den Kontakt herstellen kann. Im besten Fall würde die Klinik eine Unterstützung der Eltern-Kind-Interaktion bereit halten. 

Mit dieser Tagung möchte das BMFSFJ weiterdenken. Es geht darum, welche Rahmenbedingungen mittel- bis langfristig erforderlich sind, um die Situation für die Betroffenen flächendeckend zu verbessern.