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"Guter Start ins Kinderleben" - Rheinland-pfälzische Familienministerin Malu Dreyer zieht positive Zwischenbilanz

Eine positive Zwischenbilanz des Projektes "Guter Start ins Kinderleben" hat Familienministerin Malu Dreyer am 07. Mai 2008 in Mainz gezogen. Das Bund-Länder-Modellprojekt wird in Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen und Trier erprobt. In der Eine positive Zwischenbilanz des Projektes "Guter Start ins Kinderleben" hat Familienministerin Malu Dreyer am 07. Mai 2008 in Mainz gezogen. Das Bund-Länder-Modellprojekt wird in Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen und Trier erprobt. In der einjährigen Laufzeit sei es gelungen, Netzwerke aufzubauen und Eltern in schwierigen Situationen frühzeitig zu unterstützen, so die Ministerin.

Anlass für die Zwischenbilanz war eine Fachtagung, zu der das Ministerium über 40 Fachkräfte der Jugend- und Gesundheitshilfe aus den am Projekt beteiligten vier Bundesländern, dem Universitätsklinikum und der Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie in Ulm, dem Bundesfamilienministerium und dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen in Köln zum Erfahrungsaustausch eingeladen hatte.

"Gute Prävention ist der beste Schutz vor Vernachlässigung"

"Das Projekt hat zum Ziel, Eltern so früh wie möglich zu erreichen und bei ihren Erziehungs- und Familienaufgaben zu unterstützen, denn eine gute Prävention ist der beste Schutz vor Vernachlässigung und Misshandlung", sagte die Ministerin. Die beiden Modellstandorte Trier und Ludwigshafen stehen Pate für die Netzwerke, die im Rahmen des neuen Kinderschutzgesetzes Rheinland-Pfalz überall im Land eingerichtet werden sollen.

Neue Stellen zum Schutz des Kindeswohls in den Jugendämtern in Trier und Ludwigshafen sind für die Kliniken, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und die Hebammen die zentralen Ansprechpartner für alle Fälle von Kindeswohlgefährdung. Sie übernehmen die Fallkoordinierung und Weitervermittlung innerhalb des Jugendamtes und zu anderen Ämtern. Ihre Aufgabe ist es außerdem, in Kooperation mit den Jugendamtsleitungen die lokalen Netzwerke aufzubauen.

Runde Tische zur Förderung der Zusammenarbeit

Im Rahmen des Projektes wurden nach Angaben der Ministerin lokale Runde Tische mit Fachleuten aus der Gesundheits- und Jugendhilfe aufgebaut. Bislang haben die Runden Tische in Trier und Ludwigshafen jeweils dreimal getagt. "Die Runden Tische sind mit dem neuen Landesgesetz nunmehr für alle Jugendämter in Rheinland-Pfalz verbindlich geregelt. Mit ihnen können verbindliche und verlässliche Strukturen der Zusammenarbeit zwischen Jugend- und Gesundheitshilfe aufgebaut werden", sagte die Ministerin. Voraussetzung sei eine wechselseitige Verständigung über Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten. "Wir brauchen zum Wohle der Familien eine Kultur der verlässlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit", so Malu Dreyer. Dazu gehöre es auch, Schwierigkeiten und Defizite offen zu besprechen, denn nur so könne eine Weiterentwicklung gelingen. Das Land stellt den Kommunen insbesondere für den Aufbau und die Begleitung der lokalen Netzwerke jährlich insgesamt 1,4 Millionen Euro zur Verfügung.

"Wenn man Eltern von Anfang an erreichen will, dann sind die Geburtskliniken wichtige Partner im lokalen Netzwerk", sagte die Ministerin. In Rheinland-Pfalz liege daher ein Schwerpunkt auf der Kooperation mit den Geburtskliniken. Im Rahmen des Projektes wurde ein spezieller Screeningbogen zur Feststellung eines erhöhten Unterstützungsbedarfs erarbeitet. Der Screeningbogen ist einfach und schnell zu handhaben und wird in Ludwigshafen im St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus und in Trier im Evangelischen Elisabeth Krankenhaus, im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen und im Marienkrankenhaus eingesetzt. Der Bogen dient in erster Linie zur Sensibilisierung von Ärztinnen und Ärzten, Hebammen und pflegerischem Personal. Der Blick für schwierige Situationen wird geschult, und mit den Eltern kann noch in der Klinik über Hilfen gesprochen werden.

Kleine Hilfe kann große Wirkung nach sich ziehen

Die ersten Erfahrungen aus dem Projekt zeigten schon jetzt deutlich, dass es gelinge, Belastungen in der Familie auch in der kurzen Zeit des Klinikaufenthaltes zu erkennen, und dass Eltern offen für die angebotene Unterstützung sind. Nach einer ersten Auswertung benötigten rund sieben Prozent der Familien Hilfestellung. Meist genüge eine intensive Beratung und Begleitung durch eine qualifizierte Hebamme; weiterhelfen könne aber auch die Unterstützung bei der Suche nach einer größeren Wohnung oder bei der Entschuldung. "Hier geht es oft um kleine Hilfe mit großer und vor allem nachhaltiger Wirkung für Eltern und Kinder", so die Ministerin. Nur in wenigen Einzelfällen sei der Hilfebedarf so groß gewesen, dass beispielsweise eine längerfristige Familienhilfe eingerichtet wurde.

"Die Umsetzung des Projektes 'Guter Start ins Kinderleben' verläuft erfolgreich. Dies ist aber auch mit Anstrengungen verbunden, die bei allen Beteiligten viel Zeit und Engagement fordern. Denn einfache und schnelle Lösungen gibt es nicht. Neue Formen der Zusammenarbeit aufzubauen, heißt auch alte Routinen zu verlassen und neue und kreative Lösungen im Interesse der Kinder zu entwickeln", sagte Malu Dreyer.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in Rheinland-Pfalz vom 07.05.2008