18.04.2008 | Frühe Hilfen für Eltern und Kinder. Tagung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen mit der Evangelischen Akademie Tutzing
Vom 18. bis 20. April 2008 veranstaltet das Nationale Zentrum Frühe Hilfen in Kooperation mit der Evangelischen Akademie in Tutzing die Tagung "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder. Mit den Eltern zusammen arbeiten - aber wie?". Die Tagung richtet sich an Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich und der Kinder- und Jugendhilfe.
Im Mittelpunkt der heute beginnenden Tagung in Tutzing steht die Frage, wie es besser als bisher gelingen kann Eltern, die mit der Versorgung und Erziehung ihrer Säuglinge und Kleinkinder überfordert sind, rechtzeitig zu erreichen und Hilfen zu bieten, die auch akzeptiert werden. Denn die Angst vor Diskriminierung und Stigmatisierung sowie vor Kontrolle kann gerade die Familien, die Hilfe besonders nötig haben, von der Inanspruchnahme geeigneter Angebote abhalten.
Das Gesundheitssystem und die Kinder- und Jugendhilfe halten eine Vielzahl von Angeboten für (werdende) Eltern und Familien in belasteten Lebenssituationen bereit. Einige dieser Angebote und die praktischen Erfahrungen damit werden auf der Tagung vorgestellt. Hierzu gehören beispielsweise die frühkindliche Förderung in sog. bildungsfernen Familien, die Arbeit der Familienhebammen und Kinderkrankenschwestern, die Schwangerenberatung für Frauen in sozialen Notlagen, die Elternarbeit mit Familien mit Migrationshintergrund oder der Einsatz von geschulten Laien in einem Familienpatenschafts-Modell. Expertinnen und Experten zeigen Wege auf, wie es gelingt, Zugang zu Müttern und Vätern zu finden, bei denen ein Unterstützungsbedarf vermutet wird, die aber von sich aus keine Hilfe suchen bzw. Hilfeangebote explizit ablehnen. Dabei geht es zentral um die Frage, wie diese Eltern zur Annahme von Hilfen motiviert werden können und wie die Angebote gestaltet sein müssen, damit sie von den Familien auch akzeptiert werden.
Neben diesen fachlichen Fragen informiert die Tagung auch über die strukturellen Rahmenbedingungen für Frühe Hilfen. Im Vordergrund stehen die praktischen Erfahrungen, wie Angebote aus dem Gesundheitssystem und aus der Kinder- und Jugendhilfe effektiver aufeinander abgestimmt werden können, so dass sie besseren Schutz für Kleinkinder und Säuglinge vor Vernachlässigung und Misshandlung gewährleisten. Thematisiert wird zudem, wie die Zusammenarbeit von Vertreterinnen und Vertretern aus unterschiedlichen Berufsgruppen im Gesundheitswesen, in der Frühförderung, in der Familienbildung und in der Kinder- und Jugendhilfe gefördert und wie in Fällen des Kinderschutzes die Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz verbessert werden kann. Doch auch Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit mit der jeweils anderen Disziplin werden ausgelotet.
Neben dem Einblick in unterschiedliche Arbeitsansätze bildet die kritische Auseinandersetzung mit dem umfassenden Präventionsanspruch Früher Hilfen den Abschluss der Tagung.
Quelle
Pressemitteilung des NZFH vom 18.04.2008



