Frühförderung

Frühförderung ist ein gesetzlich definierter Begriff und wird ausschließlich in Frühförderstellen und in Sozialpädiatrischen Zentren angeboten. Interdisziplinäre Teams bieten den Eltern Beratung, diagnostische Abklärung sowie therapeutische und pädagogische Förderangebote bei Entwicklungsproblemen, Entwicklungsbeeinträchtigungen oder Behinderungen ihres Kindes an. Der Zugang zu Frühförderstellen ist niedrigschwellig und erfordert keine ärztliche Zuweisung.
Früherkennung und Frühförderung ist gesetzlich definiert im Recht der Rehabilitation und Teilhabe (§ 26 Abs. 2 Nr. 2, § 30 SGB IX). Demnach umfasst Frühförderung medizinische, nichtärztliche sozialpädiatrische, psychologische, heilpädagogische und psychosoziale Leistungen und Hilfen für Kinder mit einer bereits eingetretenen oder drohenden Behinderung, die dem Kind und seinen Eltern in der Zeit von der Geburt bis zum Schuleintritt gewährt werden. Die Gesetzgebung (§§ 30 Abs. 1 Satz 2, 56 SGB IX, Frühförderungsverordnung) sieht vor, dass die Frühförderung, falls erforderlich, auch als sogenannte Komplexleistung gewährt wird, d. h. medizinisch-therapeutische Leistungen sollen in Verbindung mit heilpädagogisch-psychologischen Leistungen erbracht werden, um eine ganzheitliche Förderung sicherzustellen. Die Frühförderstellen sind überwiegend in freien Trägerschaften organisiert und werden sowohl dem Gesundheitssystem als auch der Sozialhilfe bzw. Kinder- und Jugendhilfe zugeordnet

Siehe auch: Sozialhilfe, Jugendhilfe