Prävention

Der Begriff Prävention (lat. praevenire – zuvorkommen, verhüten), synonym auch Vorbeugung, Verhütung oder Prophylaxe genannt, ist die Vermeidung von Krankheiten oder Schädigungen durch vorbeugende Maßnahmen und folgt damit einer Logik der Reduktion von Risiken und Belastungsfaktoren. Verschiedene Formen von Prävention beziehen sich auf unterschiedliche Zeit- oder Ansatzpunkte. Zudem findet Prävention in der Medizin oder Psychologie bezeichnet Handlungen, die vorausblickend körperliche bzw. psychische Störungen und deren Folgen verhindern und minimieren sollen. Primäre Prävention soll das Auftreten einer Krankheit oder einer psychischen Störung verhindern, während sekundäre Prävention auf deren möglichst frühzeitiges Erkennen und Bekämpfen abzielt. Tertiäre Prävention minimiert die Folgen einer bereits manifesten körperlichen oder psychischen Störung und die Gesundheitsförderung beabsichtigt die ganzheitliche Förderung von Gesundheit durch die Stärkung allgemeiner Ressourcen.
Auch in der Sozialen Arbeit versucht man präventiv unerwünschte Entwicklungen zu vermeiden, noch bevor sie entstehen. In der primären Prävention sollen einerseits Personen durch Aufklärung, Anleitung und Beratung dazu befähigt werden, ihr Verhalten selbst zu regulieren, andererseits Lebensbedingungen verbessert werden, um ungünstigen Entwicklungen vorzubeugen. Sekundäre Prävention umfasst Maßnahmen wie Beratung, Behandlung und Betreuung, um erste Anzeichen von abweichendem Verhalten möglichst früh erkennen und ihm entgegenwirken zu können. Das Ziel von tertiär präventiven Maßnahmen ist die Besserung und gegebenenfalls Resozialisierung von Personen, die bereits gegen verbindliche Verhaltensnormen verstoßen haben.

 

Im Hinblick auf Frühe Hilfen erscheint folgende Unterscheidung hilfreich: Universelle und primärpräventive Maßnahmen richten sich prinzipiell an alle Familien unabhängig von bereits bestehenden Belastungen und wollen Ursachen für das Auftreten von Problemen vermeiden. Spezifische und sekundärpräventive Angebote zielen auf das möglichst frühzeitige Erkennen von Risiken und wollen das Auftreten von Belastungen verhindern oder abmildern. Indizierte und tertiärpräventive Hilfen richten sich an Familien mit manifesten Problemlagen mit dem Ziel, einer Chronifizierung oder weiteren Folgeproblemen entgegenzuwirken. Ein die Prävention ergänzendes Konzept ist die Gesundheitsförderung in Form von Maßnahmen zur Verbesserung von Bewältigungsressourcen und protektiven Faktoren.

Siehe auch: Jugendhilfe, Soziales Frühwarnsystem