Newsletter August/September 2008

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

das körperlich und seelisch gesunde Aufwachsen von Kindern hat für die Bundesregierung höchste Priorität. Und für mich ist es ein ganz persönliches und wichtiges Anliegen, Eltern, die aus eigenen Kräften nicht in der Lage sind, ihre Kinder ausreichend zu versorgen und zu fördern, so früh wie möglich zu unterstützen. Wenn uns dies gelingt, können wir auch den Schutz von Säuglingen und Kleinkindern vor Vernachlässigung und Misshandlungen effektiv verbessern. Dies ist das zentrale Ziel des Aktionsprogramms "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Entwicklung früher Hilfen und sozialer Frühwarnsysteme ist eine Aufgabe, die Bund, Länder und Kommunen in gemeinsamer Verantwortung übernehmen. Der Bund fördert in allen Ländern ausgewählte Modellprojekte und deren wissenschaftliche Begleitung. Und er hat einen Ort geschaffen, um diese wertvollen Erfahrungen zu bündeln und für einen bundesweiten Austausch zur Verfügung zu stellen: das Nationale Zentrum Frühe Hilfen. Gemeinsam getragen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) steht schon seine Struktur für die so wichtige Brücke zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe. Damit signalisieren wir die notwendige Kooperation über Systemgrenzen hinweg.

Vor etwa einem Jahr habe ich das Nationale Zentrum Frühe Hilfen zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt, und heute möchte ich Sie herzlich willkommen heißen zum ersten Newsletter. Er zeigt, welche großen Schritte wir im vergangenen Jahr bereits geschafft haben – und zugleich, welche Herausforderungen noch zu bewältigen sind. So arbeiten wir zurzeit intensiv daran, beim Nationalen Zentrum Frühe Hilfen auch eine Plattform aufzubauen, um systematisch aufzuklären, warum Kinder trotz aller Bemühungen immer wieder durch alle Netze fallen.

Das Online-Angebot des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen hält eine Vielzahl hilfreicher Informationen und Materialien für Sie bereit. Durch den neuen Newsletter-Service werden wir Sie regelmäßig über die Entwicklungen im Bereich Früher Hilfen und über Neuigkeiten aus dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ursula von der Leyen
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)

Ausgangssituation

Die Diskussion um Kindesvernachlässigung und Missbrauch hat die Verantwortung der Gemeinschaft, Kinder besser als bisher zu schützen, in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Im Koalitionsvertrag haben die die Bundesregierung tragenden Koalitionsfraktionen 2005 vereinbart, mit einem Projekt zur frühen Förderung gefährdeter Kinder soziale Frühwarnsysteme zu entwickeln. Dafür sollen Leistungen des Gesundheitswesens, der Kinder- und Jugendhilfe sowie zivilgesellschaftliches Engagement besser miteinander verzahnt werden.

Broschüre des NZFH

Nationales Zentrum Frühe Hilfen - Aufgaben und Ziele / 
Nationales Zentrum Frühe Hilfen (Hrsg.) 2008

Wissenschaftlicher Beirat

Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats und Gäste am Rande der Sitzung vom 26. Juni 2009 in Berlin

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NFZH) wird wissenschaftlich unterstützt. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beruft renommierte Expertinnen und Experten als Mitglieder in den Wissenschaftlichen Beirat. Der Beirat besteht derzeit aus 21 Mitgliedern.

Fachbeirat

Mitglieder des Fachbeirats am Rande der Sitzung vom 24. Juni 2009 in Berlin

Im Juli 2008 hat sich der Fachbeirat des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) konstituiert. Seine Mitglieder begleiten das NZFH bei der Umsetzung des Aktionsprogramms der Bundesregierung "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme".


Fakten

Daten und Fakten: Kindesvernachlässigung und -misshandlung

Die häufigsten Gründe, warum Kinder durch Erwachsene zu Schaden kommen, sind Vernachlässigung und Misshandlung, wobei quantitativ – insbesondere bei kleinen Kindern – die Vernachlässigung weit überwiegt. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet, weil sie auf die zuverlässige Versorgung durch Erwachsene und auf deren kontinuierliche Fürsorge angewiesen sind.

Materialien / Literaturempfehlungen

Im Online-Angebot des NZFH wird regelmäßig auf aktuelle Publikationen zu Frühen Hilfen hingewiesen. Die in der unten stehenden Liste aufgeführten Materialien können kostenlos als PDF heruntergeladen werden. Bei postalischer Bestellung fällt für den Eltern-Ordner der BZgA eine Schutzgebühr an.

Publikationen zum Thema

Early Prevention - Frühe Prävention. Erfahrungen und Strategien aus 12 Ländern / Deutsches Jugendinstitut München (DJI), Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention und Informationszentrum Kindesmisshandlung/Kindesvernachlässigung (Hrsg.)
München, 2007

Expertise zum Stand der Prävention/ Frühintervention in der frühen Kindheit in Deutschland / Manfred Cierpka, Michael Stasch, Sarah Groß,
Köln, 2007, ISBN: 3-937707-46-8

"Gesund groß werden" - der Eltern-Ordner der BZgA / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.)

Kurzevaluation von Programmen zu Frühen Hilfen für Eltern und Kinder und sozialen Frühwarnsystemen in den Bundesländern – Abschlussbericht / Elisabeth Helming, Gunda Sandmeir, Alexandra Sann, Michael Walter, München, 2006

Termine

Veranstaltungen des NZFH

Regionalkonferenz "Professions- und institutionenübergreifende Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitssystem im Bereich Früher Hilfen."
Veranstaltende: Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH), das Jugendamt der Stadt Leipzig und dasLeipziger Netzwerk für Kinderschutz

Termin: 05.09.2008

Ort: Leipzig

Fachtagung "Unterstützung von Anfang an! Schwangerschaftsberatungsstellen als Brückenbögen zu Jugendhilfe und Gesundheitswesen" Veranstaltende: Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 
Termin: 23./24.09.2008

Ort: Bad Lauterberg

Fachtagung "Frühe Hilfen interdisziplinär gestalten. Zum Stand des Aufbaus früher Hilfen in Deutschland" Veranstaltende: Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik und das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)
Termin: 19.-21.11.2008

Ort: Berlin

Tagung "Kooperation bei Frühen Hilfen" Veranstaltende: Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) e.V.
Termin: 16./17.03.2009

Ort: Bonn-Bad Godesberg

Impressum

© Nationales Zentrum Frühe Hilfen
c/o Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Ostmerheimer Straße 220
51109 Köln
Tel.: 0221 / 8992-368
Fax: 0221 / 8992-302
E-Mail: poststelle@bzga.de

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) wird gemeinschaftlich von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) getragen.

Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Prof. Dr. Elisabeth Pott

Direktor des Deutschen Jugendinstituts e.V. (DJI)
Prof. Dr. Thomas Rauschenbach

Leitung Nationales Zentrum Frühe Hilfen und Verantwortliche (gemäß § 10 Abs. 3 MDStV)
Mechthild Paul
redaktion@fruehehilfen.de