19.12.2007 | Ein großer Schritt für den Kinderschutz

"Die Bundesregierung und die Regierungschefs der Länder haben sich am 19.12. in Berlin auf ganz konkrete Punkte verständigt, die unsere Kinder in Zukunft vor Vernachlässigung und Misshandlung wirksamer schützen sollen und Eltern in schwierigen Lebenssituationen besser unterstützen", sagt Ursula von der Leyen.

"Die bestehenden Einrichtungen für den Kinderschutz dürfen nicht weiter parallel arbeiten, sondern müssen gut miteinander vernetzt sein", so von der Leyen weiter. Die Zusammenarbeit der Gesundheitseinrichtungen mit der Jugendhilfe, mit Kitas, Schulen und Polizei müssen unbedingt verbessert werden. "Die Risiken für Kinder müssen früh erkannt werden, um für gefährdete Kinder ein Netz der Hilfe zu knüpfen", so die Ministerin.

Von der Leyen ist wichtig, dass der Austausch der Daten zum Kinderschutz zwischen den Landkreisen und den Bundesländern verbessert wird, um Risiko-Familien mit gefährdeten Kindern bei Umzügen im Auge zu behalten. "Familien, in denen Kindern Verwahrlosung droht, ziehen häufig um, auch um den aufmerksamen Kinderarzt oder das Jugendamt zu umgehen. Wir dürfen diese Kinder nicht aus den Augen verlieren."

Verbindlichen Einladungen zu Vorsorgeuntersuchungen mit Rückmeldungen und Kontrollen sollen mehr Sicherheit bringen und das Netz der Hilfe engmaschiger machen. "Das Prinzip der verbindlichen Einladungen wird bereits von vier Bundesländern erfolgreich eingesetzt. Es ist einfach, unbürokratisch und kann sofort auch von allen anderen Ländern umgesetzt werden. Alle Eltern werden mit ihren Kindern zu Vorsorgeuntersuchungen eingeladen. Wer den Termin nicht wahrnimmt, bekommt Besuch vom Jugendamt", so von der Leyen.

Für kleine Kinder soll es eine weitere Untersuchung zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr geben. Hier gibt es bislang eine zu große Lücke. Bei diesem zusätzlichen Arzt-Besuch kann vor allem auch der Sprachstand des Kindes untersucht werden, mit dem man in diesem Alter eine schleichende Vernachlässigung am besten erkennen kann, erklärt von der Leyen.

Quelle

Pressemitteilung des BMFSFJ vom 19.12.2007; www.bmfsfj.de