21.02.2008 | Die häufigsten Fragen und Antworten zum Expertenchat "Wann schläft mein Kind endlich durch?"

Am 20. Februar 2008 hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf www.kindergesundheit-info.de einen Expertenchat mit Prof. Dr. Hans-Michael Straßburg, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin und Sozialmedizin, zum Thema "Schlafen bei Säuglingen und Kleinkindern" durchgeführt. Aufgrund der großen Nachfrage veröffentlicht die BZgA die am häufigsten gestellten Fragen und Antworten.

Frage: Unser Baby schreit nachts und wir möchten nicht darauf eingehen, damit es sich nicht daran gewöhnt. Verhalten wir uns richtig?

Antwort: Früher hat man Babys nachts schreien lassen, damit sie lernen sollten, durchzuschlafen. Heute weiß man, dass Säuglinge in den ersten Lebenswochen nicht allein aus einem Erregungszustand herausfinden können. Oft reicht es deshalb schon, das Baby zu streicheln und beruhigend mit ihm zu sprechen. Dadurch werden Kinder keinesfalls "verwöhnt".

Frage: Unser Kind schläft nur an der Brust ein oder wenn es herumgetragen wird. Wie können wir das ändern?

Antwort: Einschlafhilfen machen Eltern häufig zu schaffen. Hier kann ein festes Einschlafritual, das Eltern auch auf Dauer durchhalten können, hilfreich sein. Eltern können beispielsweise ein Schlaflied vorsingen und sich mit einem Gute-Nacht-Kuss zurückziehen, sobald das Baby ruhig ist. Wenn ein Baby etwa zur gleichen Tageszeit und mit gleichem Tagesablauf in sein Bett gelegt wird, kann es sich immer besser auf das Schlafen einstellen.

Frage: Unser Kind ist schon längst aus dem Babyalter heraus und wacht immer noch nachts mehrmals auf. Ist das 'normal'?

Antwort: Dieses Verhalten ist auch für Kleinkinder noch völlig 'normal'. Entscheidend ist, dass Kinder mit der Zeit lernen, auch ohne elterliche Einschlafhilfe in den Schlaf zurückzufinden. Eltern sollten wissen, dass Kinder immer mal wieder aufwachen. Weinende Kinder sollten allerdings nicht sofort hochgenommen werden, sondern Eltern sollten beruhigend auf sie eingehen, z.B. sie streicheln oder ein Gute-Nacht-Lied singen.

Frage: Unser Baby schläft einfach, wann es will. Was können wir tun, damit die Schlafenszeiten regelmäßiger werden?

Antwort: Ein Baby muss sich zunächst auf den Tag-Nacht-Wechsel einstellen. Nach etwa vier bis sechs Wochen beginnt das Schlafverhalten bei den meisten Babys regelmäßiger zu werden. Damit das gelingt, ist ein geregelter Tagesablauf ganz wichtig. Hierzu gehört ausreichend Zeit für das Stillen oder Füttern, für die Pflege und für das Miteinander, aber auch genügend Zeit, in der sich das Baby alleine beschäftigt. Diese Phasen der Beschäftigung und Ruhe bieten dem Kind die notwendige Orientierung für seinen eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus.

Frage: Trotz aller Bemühung schaffe ich es nicht, mein Kind zum Schlafen zu bringen. Was kann ich nur tun?

Antwort: Je nach Temperament tun sich manche Kinder schwerer mit dem Schlafen als andere. Vielleicht hat sich auch eine Gewohnheit eingeschlichen oder das Miteinander von Eltern und Kind ist erschwert. Wenn ein Kind - gleich welchen Alters - über längere Zeit Probleme mit dem Schlafen hat, sollten Eltern nicht zögern, fachlichen Rat einzuholen. Eine Übersicht über Beratungs- und Hilfeangebote finden Eltern auf der Internetseite der BZgA unter www.kindergesundheit-info.de.

Unter www.kindergesundheit-info.de finden Eltern und Fachkräfte umfassende Informationen zum Thema Schlafen, zur gesunden Ernährung, zur Vorbeugung von Gesundheitsrisiken, zu Schutzimpfungen, zu den häufigsten Krankheitssymptomen bei Kindern und zu vielfältigen Hilfe- und Beratungsangeboten. Alle weiteren Fragen und Antworten zum Thema "Schlafen" können hier im Chatprotokoll nachgelesen werden.

Quelle

Pressemitteilung der BZgA vom 21.02.2008; www.bzga.de