Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)

Ausgangssituation

Die Diskussion um Kindesvernachlässigung und Missbrauch hat die Verantwortung der Gemeinschaft, Kinder besser als bisher zu schützen, in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Im Koalitionsvertrag haben die die Bundesregierung tragenden Koalitionsfraktionen 2005 vereinbart, mit einem Projekt zur frühen Förderung gefährdeter Kinder soziale Frühwarnsysteme zu entwickeln. Dafür sollen Leistungen des Gesundheitswesens, der Kinder- und Jugendhilfe sowie zivilgesellschaftliches Engagement besser miteinander verzahnt werden.
 
 
 

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern und dem frühzeitigen Erkennen familiärer Belastungen. Die Jugendministerkonferenz (JMK) hat das Programm des Bundes zum Ausbau Früher Hilfen begrüßt. Die Jugend- und die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) haben gleichlautend den Beschluss "Kinder und Gesundheit" gefasst, der Ansatzpunkte für eine engere Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe- und Gesundheitssystem formuliert.

 

Aktionsprogramm "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme"

Unter diesem Titel hat das Bundesminsterium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein umfassendes Konzept für ein Aktionsprogramm vorgelegt, das die im Koalitionsvertrag vereinbarte Stärkung des Schutzauftrages des Staates mit der Einrichtung eines sozialen Frühwarnsystems umsetzt.

  

Ziel des Aktionsprogramms ist es, Kinder besser vor Gefährdungen zu schützen. Das soll durch eine verbesserte Prävention für Eltern und Kinder vom vorgeburtlichen Alter bis zum Alter von circa drei Jahren erreicht werden, deren Lebenssituation durch hohe Belastungen gekennzeichnet ist. Das Aktionsprogramm will ein breit angelegtes Maßnahmenpaket befördern, dessen Spannbreite von primärpräventiven Maßnahmen der Information, Aufklärung und Förderung bis hin zu Interventionen zum Schutz gefährdeter Kinder reicht.

Die Maßnahmen insgesamt sollen möglichst alle Kleinkinder erreichen, Diskriminierungen sollen vermieden und dadurch der Zugang zu Familien in belasteten Lebenslagen erleichtert werden. Dieses Ziel soll durch die gezielte Stärkung der Elternkompetenz und durch die Entwicklung sozialer Frühwarnsysteme erreicht werden.

 

Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)

Grafische Darstellung der Organisationsstruktur des Nationalen Zentrums
Lupe

Organisations- und Aufgabenstruktur des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen

Im Rahmen des Aktionsprogramms des Bundesminsteriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird zum Schutz vonKleinkindern, zur Früherkennung von Risiken und Gefährdungen und zur Implementierung effektiver Hilfesysteme ein "Nationales Zentrum Frühe Hilfen" (NZFH) an der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in gemeinsamer Trägerschaft mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) angesiedelt. Die gemeinsame Trägerschaft soll dabei Ausdruck sein für die beispielgebende Entwicklung multiprofessioneller Kooperationen im Arbeitsfeld "Frühe Hilfen".

 

Publikationen zum Thema

Nationales Zentrum Frühe Hilfen Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) (Hrsg.), 2010
 

Dokument