Frühe Hilfen bei häuslicher Gewalt

Wie gute Kooperation gelingt

Barbara Kavemann, Professorin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin und ausgewiesene Expertin in der empirischen sozialwissenschaftlichen Forschung zu Häuslicher Gewalt, stellte Ergebnisse und Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung mehrerer Interventionsprojekte gegen Häusliche Gewalt in Deutschland vor. Sie erläuterte, welche Voraussetzungen für eine gelungene Kooperation gegeben sein müssen. Ein konstruktiver Austausch erfordert: Klarheit und Einigkeit über ein realistisches Ziel, Anerkennung und Wertschätzung des Expertinnen- und Expertenstatus der Kooperationspartner, Klarheit über Entscheidungsbefugnisse, Kenntnis über Auftrags- und Arbeitsweisen der Kooperationspartner, Überzeugung von Nutzen und Praxisrelevanz sowie eine Rückkopplung an die Beteiligten. Als gelungene Beispiele für Kooperation nannte Kavemann u. a. die Koordinierungsstelle CORA in Mecklenburg-Vorpommern (s. Forum 8) und das Projekt STOP in Stuttgart. Gemeinsame interdisziplinäre Fortbildungen, aber auch der politische Wille und die gesellschaftliche Solidarität und Anerkennung der Arbeit im Feld der Häuslichen Gewalt seien Grundlage für das Gelingen von Kooperation. Kavemann forderte dazu auf, Netzwerke Früher Hilfen mit den Kooperationsbündnissen gegen Häusliche Gewalt zu verknüpfen. Aber: "Vernetzung darf dabei nicht zum Selbstzweck werden", warnte sie.

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