Frühe Hilfen bei häuslicher Gewalt

Wie berücksichtigen Täterprogramme die väterliche Verantwortung für Säuglinge und Kleinkinder (Forum 7)

Christoph Liel vom Münchner Informationszentrum für Männer (MIM) schilderte den Ablauf, aber auch die Grenzen von Täterprogrammen für Väter. Solche Programme sind bislang nicht in Netzwerke Früher Hilfen eingebunden. Dabei gehört die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Frauenunterstützung und der Strafverfolgung zu den Qualitätsstandards von Täterprogrammen. Zu den Standards, die mit Vertreterinnen aus Frauenunterstützungseinrichtungen, der Bundeskonferenz der Interventionsprojekte und aus der Wissenschaft diskutiert und abgestimmt wurden, zähle auch die Auseinandersetzung mit väterlicher Verantwortung. Dieses Thema sei eines von mehreren Programminhalten und werde insbesondere im Zusammenhang mit der verübten Gewalt behandelt. Im Erstgespräch könne das Vatersein für Männer als Einstiegsmotivation dienen, da sie häufig große Angst vor einer Trennung und dem Verlust der Familie hätten. In der Selbstsicht gewalttätiger Männer schade die Gewalt zwar der Partnerin, nicht aber den Kindern. Gewalttätige Männer zeigten häufiger Einschränkungen in ihrer Erziehungsfähigkeit. Sie seien schwer erreichbar und zeigten ein erhöhtes Maß an Verantwortungsabwehr. Entsprechend sieht Liel nur eine begrenzte Reichweite von Täterprogrammen in Bezug auf die Reflexion und Veränderung schädigenden Erziehungsverhaltens. Als eine Perspektive für die Arbeit mit Vätern nannte er die Verknüpfung von begleitetem Umgang mit einem gewaltzentrierten Väterprogramm zur Umgangsvor- und Nachbereitung, die durch Beratungsauflagen in Familiengerichtsverfahren erwirkt werden kann.

Präsentation