Dr. Jörg Fichtner vom DJI München betrachtete hochstrittige Elternschaft unter drei Aspekten: Was ist hochstrittige Elternschaft? Was sind mögliche Folgen für die Kinder? Was ist in diesem Zusammenhang früh und "was hilft"? Mit dem Begriff "hochstrittige Elternschaft" ist die gesamte Situation extrem zerstrittener Eltern gemeint. Da die Klärung von Alltagsfragen und die Reduktion der Konflikte aus eigenen Kräften oder durch Beratung in der Regel nicht gelinge, sei bei hoch konflikthaften Trennungen häufig ein familiengerichtliches Verfahren anhängig, erklärte Fichtner. Sowohl das gesetzlich vorgeschriebene Beschleunigungsgebot als auch das vorgesehene "Hinwirken auf Einvernehmen" während des gesamten gerichtlichen Verfahrens stelle in Fällen häuslicher Gewalt eine besondere Herausforderung dar. In solchen Fällen müsse erst die Gewalt beendet sein, bevor weitere Hilfen in Betracht gezogen werden können. Darüber hinaus, so Fichtner, ist das Verfahren so zu gestalten, dass der Schutz der Frau und der Kinder gewährleistet ist, z.B. durch getrennte Anhörungen und getrennte Beratungen in speziell dafür qualifizierten Einrichtungen. Die Auseinandersetzung des (i.d.R.) Vaters mit seinem Verhalten im Rahmen eines Täterprogramms sollte als Bedingung für Umgangskontakte gesehen konnte. Für die Frühen Hilfen bedeutet Hochstrittigkeit – insbesondere in Kombination mit häuslicher Gewalt –, dass Frauenhilfeeinrichtungen in den Kreis der Kooperationspartner aufzunehmen seien. Gelingt es z.B., die Mutter in eine Beratungsstelle für Frauen in Not zu vermitteln, so sei dies gleichzeitig Hilfe für das Kind.
Präsentation
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Dr. Jörg Fichtner: "Frühe Hilfen bei hochstrittiger Elternschaft?" (pdf / 378 KB)
Präsentation im Rahmen der Tagung "Frühe Hilfen bei häuslicher Gewalt" des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Tutzing, 11.10.2009





