Frühe Hilfen bei häuslicher Gewalt

Ansatzpunkte der Gesundheitsversorgung durch Frühe Hilfen bei Gewalt (Forum 3)

Angelika May vom Interventionsprojekt SIGNAL in Berlin stellte das Bundesmodellprojekt "Medizinische Intervention gegen Gewalt" (M.I.G.G.) vor. Zentrales Ziel ist die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Frauen mit Gewalterfahrungen. Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Personal in Kliniken sind oft die einzigen, die Gewaltfolgen bemerken. Sie werden durch die Fortbildungen des Projekts geschult, möglicherweise betroffene Frauen auf Gewalterfahrungen anzusprechen, die Verletzungen gerichtsverwertbar zu dokumentieren und die Frauen zu ermutigen, sich an geeignete Stellen zu wenden. Dies nicht nur unter dem Aspekt, dass Gewalterfahrungen zahlreiche negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben, sondern auch, weil Partnerschaftsgewalt die Erziehungsfähigkeit von Müttern beeinträchtigt und die Kinder traumatisiert. In diesem Forum ging es vor allem um die Frage der Einbeziehung und der Fortbildung von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, die sich schwieriger gestaltet als die von Klinikärztinnen und -ärzten. Besonders wichtig ist zudem, Pflegekräfte und medizinische Assistentinnen (Arzthelferinnen) einzubeziehen, weil sie als Ansprechpartnerinnen und Vermittlerinnen fungieren können. Zwei am Forum teilnehmende Ärztinnen berichteten von positiven Erfahrungen aus ihrer Praxis.

Präsentation