Brigitte Hullmann

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration
Amt für Familie, Referat Familienpolitik – FS 3123
Landeskoordination Frühe Hilfen

Hamburger Straße 37
22083 Hamburg

Tel.: 040 42863-2882
E-Mail: Brigitte.Hullmann(at)basfi.hamburg.de

www.hamburg.de/fruehe-hilfen


Holger Hanck

Freie und Hansestadt Hamburg
Fachabteilung Gesundheitsdaten und Gesundheitsförderung

G1312
Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
Abteilung Gesundheit

Billstraße 80
20539 Hamburg

Tel.: 040 42837-2212
Fax: 040 4273-10076
E-Mail: Holger.Hanck(at)bgv.hamburg.de

www.hamburg.de/fruehe-hilfen


Zwischenbilanztagung zum Landeskonzept "Guter Start für Hamburgs Kinder"

Am Montag, 12. Oktober 2015 veranstaltete die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) in Kooperation mit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) und der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) eine Fachtagung zur Zwischenbilanz des Hamburger Landeskonzeptes Familie > Frühe Hilfen">„Guter Start für Hamburgs Kinder“. Rund 220 Fachkräfte aus den Frühen Hilfen nahmen an der Veranstaltung im Bürgerhaus Wilhelmsburg teil und diskutierten die weiteren Umsetzungsschritte des Landeskonzeptes entlang der Leitfragen: Was hat sich bewährt? Was hat sich verändert? Was ist noch zu tun?
Seit 2012 sind in allen Hamburger Bezirken regionale Netzwerke aus- und aufgebaut worden. Die Tagung sollte Raum geben gute Praxis („Goldstücke“) und Baustellen („harte Nüsse“) aufzuzeigen.


Bundesinitiative Frühe Hilfenhttp://www.fruehehilfen.de/typo3/backend.php spezifische Angaben

Landeskonzept

Das Hamburger Landesprogramm „Guter Start für Hamburgs Kinder“ verfolgt die übergeordneten Ziele Fördern – Helfen – Schützen. Diese sollen mit folgenden Kernelementen erreicht werden:

1. Ausbau regionaler Netzwerke
Bestehende Netzwerkstrukturen werden zu regionalen Netzwerken Frühe Hilfen weiterentwickelt. Angehörige von Gesundheitsberufen, Schwangerenberatung und Frühförderstellen werden besser beteiligt, verbindliche Kooperationen werden angestrebt. 

2. Abklärung eines möglichen Hilfebedarfs in allen Geburtskliniken
Die „Babylotsen Hamburg“ klären in allen 12 Geburtskliniken und den Geburtshäusern den Bedarf an psychosozialer Unterstützung (nach einem einheitlichen Verfahren), motivieren die Familie zur Annahme von Hilfe und leiten sie an das wohnortnahe Familienteam über.

3. Wohnortnahe Familienteams
Die vorhandenen Familienhebammenstandorte werden zu Familienteams weiterentwickelt. Sie agieren als regionale Anlaufstellen, die bei Unterstützungsbedarf und mit Einwilligung die Begleitung der Familie durch eine Familienhebamme/Familienkinderkrankenschwester bzw. den Zugang zu den wohnortnahen Hilfeangeboten vermitteln. 

4. Bestehende Angebote integrieren und weiterentwickeln
Hamburg verfügt über eine vielfältige Angebotslandschaft der Frühen Hilfen. Die bestehenden Strukturen sollen in das Landesprogramm „Guter Start für Hamburgs Kinder“ integriert werden, um das dortige Wissen zu nutzen und Doppelstrukturen zu vermeiden.


Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote      

Hamburg und Schleswig-Holstein haben mit den Landes-Hebammenverbänden, dem Berufsverband Kinderkrankenpflege (BeKD e.V.),dem Hamburger Netzwerk Familienhebammen und den Trägern der bisherigen Qualifizierungsmaßnahmen zur Familien-Gesundheitskinderkrankenpflegerin und zur Familienhebamme ein gemeinsames Rahmencurriculum entwickelt, das dem Kompetenzprofil des NZFH für die Qualifizierung von Familienhebammen entspricht. Es umfasst 270 Stunden und enthält sowohl gemeinsame als auch für beide Berufsgruppen spezifische Fortbildungselemente; ergänzend dazu werden praxisbegleitende Seminare angeboten.

Der erste Kurs in Hamburg hat im Mai 2013 begonnen, in Schleswig-Holstein startet der Kurs im August 2013. Für die Netzwerkbeteiligten werden interdisziplinär praxisbegleitende Seminare zur Erweiterung und Vertiefung aktueller Themen angeboten. Der Zugang zum Hilfesystem und die Transparenz der Angebote für Fachkräfte werden erleichtert durch den Ausbau einer bestehenden Internetplattform mit Suchfunktion.


Was sonst noch wichtig ist?

In Hamburg besteht eine von der Landeskoordination organisierte Begleitgruppe „Guter Start für Hamburgs Kinder“ mit dem Ziel, die erforderlichen Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen herzustellen und bezirksübergreifende Fragen zu klären. Mitglieder sind die beiden für die Umsetzung des Landeskonzepts verantwortliche Fachbehörden, Vertreter/-innen der Bezirksämter und der beteiligten freien Träger.


Items zum Land

Einwohnerzahl: 1.734.272
Stand Einwohnerzahl: 31.12.2012 (Basis: Zensus 2011)
Fläche: 755,3 km²
Anzahl Landkreise und kreisfreie Städte: 0 (7 Bezirksämter)
Anzahl der Jugendämter: 7


Spezifika des Bundeslandes

Stadtstaat, großstädtisch geprägt mit hohem Anteil an ausländischer Bevölkerung (13,8% gegenüber 9,1 im Bundesdurchschnitt), einer überdurchschnittlichen SGB-II-Quote (12,5 gegenüber 9,4 Bund) und einer Quote von 21,2% nicht erwerbsfähiger SGB-II-Leistungsbezieher unter 15 Jahren (Bund: 14,9%).

Die Bevölkerung Hamburgs ist deutlich jünger als der Bundesdurchschnitt und wächst weit stärker als im Bundestrend.

Seit 2006 wurden in Hamburg zahlreiche neue familienunterstützende Angebote geschaffen, die dazu beitragen sollen, soziale Belastungen zu kompensieren und allen Kindern gleiche Startchancen zu ermöglichen. Regionale Netzwerke Kinderschutz und Frühe Hilfen, das Programm „Familienhebammen in Hamburg“, das sich durch Teams aus speziell qualifizierten Familienhebammen und kooperierenden Sozialpädagoginnen auszeichnet, Mütterberatung beim bezirklichen Öffentlichen Gesundheitsdienst, 41 Eltern-Kind-Zentren an Kitas in sozial belasteten Quartieren, Modellprojekte „Prävention von Vernachlässigung und Frühe Hilfen für Risikofamilien“ sind Angebote und Maßnahmen im Handlungsfeld der Frühen Hilfen. Viele von ihnen praktizieren bereits eine verbindliche und systematische Kooperation zwischen Kinder- und Jugendhilfe, Familienförderung und Gesundheitshilfe. Die modellhafte Erprobung des Projektes „SeeYou Babylotse“ an zunächst einer Hamburger Geburtsklinik von 2007 bis 2010 wurde positiv evaluiert und wird flächendeckend eingeführt (Näheres siehe unter Landeskonzept).