Jeanette Schmieder

Landeskoordinierungsstelle „Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen“ Land Brandenburg/ Start gGmbH

Fontanestr. 71
16761 Hennigsdorf

Tel.: 03302 8609-577
Fax: 03302 8609-580
E-Mail: Jeanette.Schmieder(at)start-ggmbh.de

www.start-ggmbh.de


Bärbel Derksen

Landeskoordinierungsstelle Kompetenzzentrum Frühe Hilfen
Fachhochschule Potsdam
Familienzentrum/ Beratungsstelle "Vom Säugling zum Kleinkind"

Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam

Tel.: 0331 2700 574
Fax: 0331 5802 459
E-Mail: kontakt(at)familienzentrum-potsdam.de

www.familienzentrum-potsdam.de


Landeskonzept

Das Land Brandenburg hat folgende vier landesspezifische Förderschwerpunkte für die Umsetzung der Bundesinitiative „Frühe Hilfen“ auf der kommunalen Ebene im Landeskonzept (www.mbjs.brandenburg.de/.../Gesamtkonzept_foerdergrundsaetze) festgeschrieben: 

1. den flächendeckenden Aus- und Aufbau sowie die Weiterentwicklung interdisziplinärer und verbindlicher Netzwerkstrukturen im Kinderschutz mit Zuständigkeit für „Frühe Hilfen“.
2. die Ausbildung und den Einsatz von Familienhebammen bzw. ihnen vergleichbaren Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich innerhalb von Netzwerkstrukturen im Kontext „Frühe Hilfen“
3. die Einbeziehung von Ehrenamtsstrukturen, im Besonderen des „Netzwerk gesunde Kinder“ in die Netzwerkstrukturen „Frühe Hilfen“
4. Weiterqualifizierung im Bereich der „Frühe Hilfen“ und Ausweitung der Unterstützungsmöglichkeiten sowie Angebote „Frühe Hilfen“ für Eltern mit sehr kleinen Kindern in unterschiedlichen Lebenskontexten

Das Landeskonzept kann im Prozess der Umsetzung unter Berücksichtigung der aus der Arbeit der LkFH und des KompetenzzentrumFH mit den örtlichen Trägern gewonnenen Erkenntnisse weiterentwickelt werden.


Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote

Über die LkFH werden verschiedene Formen der Qualifizierung und Unterstützung angeboten, die gemeinsam mit den örtlichen Trägern entwickelt worden.
Im Juni 2013 begann die auf 1,5 Jahre angelegte Qualifizierungsmaßnahme  für die Brandenburger Netzwerkkoordinatoren/-innen „Frühe Hilfen“. Die neun Module  sind den spezifischen Anforderungen, insbesondere der interdisziplinären Netzwerkarbeit angepasst. Mit diesem Konzept soll ein einheitliches Qualifizierungsniveau in den Landkreisen und kreisfreien Städten erreicht und zudem ein überregionaler Austausch im Land Brandenburg gefördert werden. Auf Grund der dezentralen Strukturen in vielen Landkreisen und dem großen Interesse an einer solchen berufsbegleitenden Qualifizierung, ist ein zweiter Kurs noch für dieses Jahr geplant.
Des Weiteren kann jedes Jugendamt im Rahmen eines Praxisbegleitsystems in den Frühen Hilfen im Jahr bis zu 2 Tage Unterstützung vor Ort beantragen. Dabei stehen die Prozessbegleitung bei den Konzeptentwicklungen, Bestandsanalyse, Weiterentwicklung oder Initiierung regionaler Netzwerke in den Frühen Hilfen im Mittelpunkt.
Regelmäßige landesweite Treffen der Netzwerkkoordinatoren zu einem Fachaustausch finden neben der Qualifizierung mindestens halbjährlich statt.
Das Kompetenzzentrum FH hat Anfang 2013 mit dem ersten Qualifizierungskurs für Familienhebammen begonnen. Mit der Aufgabe, den interdisziplinären Fachaustausch zu fördern, bietet das Kompetenzzentrum den Fachkräften weitere Fortbildungen zu speziellen Themen im Bereich „Frühe Hilfen“, Fachberatungen, Gruppensupervisionen und Projektentwicklung an. Die Ausweitung und Erweiterung unterschiedlicher Unterstützungsangebote für Familien in unterschiedlichen Lebenskontexten im Sinn von „passgenauen Hilfen“ vor Ort steht im Mittelpunkt.
Die Angebote der LkFH und des Kompetenzzentrum FH sind konzeptionell aufeinander abgestimmt.


Was sonst noch wichtig ist?

Im Rahmen der Qualitätsentwicklung und -sicherung informieren die LkFH und das Kompetenzzentrum FH auf einer gemeinsamen Internetplattform über aktuelle Entwicklungen und fachliche Themen, sowie über Fachtagungen und Veranstaltungen in den „Frühe Hilfen“. Für den Praxistransfer werden regelmäßig Links, Artikel, Empfehlungen und Publikationen den Kommunen und Trägern zeitnah unter www.fruehe-hilfen-brandenburg.de zugänglich gemacht.
Des Weiteren wurde der aktuelle Stand der Angebotsstruktur zu Beginn der „Bundesinitiative Netzwerk Frühe Hilfen und Familienhebammen“ 2012 evaluiert und Anregungen zur Weiterentwicklung bzw. für die weitere Arbeit veröffentlicht.
Die Ausbildung zur Familienhebamme wird ab 2014 mit der Qualifizierung zur Familien-Gesundheits-Kinderkrankenpflegerinnen erweitert. Die Curriculums- und Konzeptweiterentwicklungen werden engmaschig mit den jeweiligen Berufsverbänden und dem NZFH abgestimmt. 


Items zum Land

Einwohnerzahl: 2.449.500
Stand Einwohnerzahl: 31.12.2012
Fläche: 29, 485 km²
Anzahl Landkreise und kreisfreie Städte: 18 (14/4)
Anzahl der Jugendämter: 18


Spezifika des Bundeslandes

Mit der Umsetzung der Bundesinitiative im Land Brandenburg hat die Landesregierung zwei landesweit überregional tätige Träger, den IFFE e.V. / Familienzentrum an der Fachhochschule Potsdam und die Start gGmbH / Fachstelle Kinderschutz im Land Brandenburg beauftragt. Während das Familienzentrum als „Kompetenzzentrum Frühe Hilfen“ (KzFH) insbesondere den interdisziplinären Fachaustausch fördert und Fachkräfte aus dem Bereich „Frühe Hilfen“ insbesondere die Familienhebammen qualifiziert, übernimmt die Fachstelle Kinderschutz als „Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen“ (LkFH) die Aufgaben der Landeskoordination, Qualifikation der Netzwerkkoordinatoren, die Konzept- und Praxisberatung der Jugendämter und die Evaluation des Projektes.
Die LkFH unterstützt die Landkreise und kreisfreien Städte beim strukturellen Aus- und Aufbau multiprofessioneller regionaler Netzwerke Frühe Hilfen und dabei insbesondere bei der konzeptionellen Einbeziehung von Familienhebammen sowie von ehrenamtlichen Strukturen. Die LkFH im Land Brandenburg begleitet bei der konzeptionellen Weiterentwicklung  die 14 Landkreise und 4 kreisfreien Städten im Land Brandenburg. Die für die örtliche Netzwerkkoordination zuständigen Jugendämter können sich im Rahmen eines budgetierten Praxisbegleitsystems ein regionalspezifisches Beratungspaket zusammenstellen, u.a. zu Themen wie Konzeptentwicklung, Praxisberatung, Prozessbegleitung, Qualitätsentwicklung und -sicherung, Moderation oder Evaluation. Zudem organisieren die LkFH und das Kompetenzzentrum FH gemeinsam den überregionalen Fachaustausch im Land Brandenburg. Auf Bundesebene hat die LkFH die Aufgabe übernommen,  das „Nationale Zentrum Frühe Hilfen“ bei der Dokumentation und Evaluation der Bundesinitiative im Land Brandenburg zu unterstützen.
Das Kompetenzzentrum FH hat die Aufgabe spezifische Qualifizierungen im Bereich der Frühen Hilfen zu organisieren, zu entwickeln und anzubieten. Dabei spielt der unterschiedliche Bedarf der einzelnen Landkreise, die Zusammenarbeit mit den „Netzwerken gesunde Kinder“ als auch die Ausbildung der Familienhebammen sowie der Familien- und Gesundheitskinderkrankenpflegerinnen ein bedeutsame Rolle. Neben der Erhebung spezifischer Qualifizierungsbedarfe und der Entwicklung von Fortbildungscurricular oder einzelne Fortbildungsmodulen steht das interdisziplinäre Arbeiten unterschiedlicher Berufsgruppen, prozessbegleitende Supervision und Projektentwicklung als auch die Unterstützung der Netzwerktätigkeiten im Vordergrund.